Köchin des Jahres 2026: Maria Groß im Gespräch mit Antje Riis
Shownotes
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Sich von Maria Groß in der Bachstelze bekochen lassen: https://www.mariaostzone.de/speisewirtschaft/
Transkript anzeigen
00:00:02: Man will nicht Teil der Revolution sein.
00:00:04: Man freut sich über diesen Bruch mit dem Alten, man ist völlig fasziniert dass das jetzt wirklich passiert weil man wusste ja immer der ABV ist der bekloppteste im Dorf.
00:00:16: jeder macht irgendwie hier wo du denkst jede Pfeife spielt das System hoch ist ja auch wieder so.
00:00:22: Das einzig Kriminelle, was wir wirklich jemals gemacht haben, dass wir uns zweimal Begrüßungsgeld abgeholt haben.
00:00:27: Einmal in Eschwege und einmal, ich weiß gar nicht, im Korbuck noch an irgendeiner anderen Klitsche, die in der Nähe war!
00:00:32: Ich glaube es hat.
00:00:33: das ist das einzig kriminell, was ihr jemal getan habt im Nebel!
00:00:38: War ja nur vierzig Jahre DDR-Feier, das weißt du noch, da stand ich auch noch am Straßenrand... mit so fahren.
00:00:43: Weißt du, das sind dann die bei uns durchgefahren und wir mussten hier Spalier mal stehen?
00:00:47: Na klar, wenn man wusste, Erich Honecker fährt durchs Dorf ... War ja nicht so oft!
00:00:50: Aber ich traue so das Verkehrsknotenpunkt.
00:00:52: Wir haben zwar nur Crystal Matt und eine hohe Arbeitslosenquote, aber zu DDR-Zeiten hat man ja noch Verbricken, da hat man auch Firmen.
00:00:59: Eigentlich hatte jeder ein Job und unser Job war es als Kind.
00:01:02: Hier los stell dich an den Straßenrand, erich Honnecker fahrt vorbei und wedelt mit dem Ding.
00:01:08: Ich habe lange mit mir gekämpft also... weil ich habe mich ja auch geschämt, dass ich jetzt nur mal ein Ausbildungsbetrieb hatte.
00:01:13: Das war wirklich, wo ich denke, zum Glück!
00:01:35: Viele kennen sie aus Fernsehformaten wie Kitchen Impossible, wo sie sich als eine der wenigen Spitzenköchenen den Herausforderungen mit Neugier und Humor gestellt hat.
00:01:45: Geboren in Straußfort einem Dorf nördlich von Erfurt wächst Maria die ersten zehn Jahre in der DDR auf – in einer, wie sie selbst sagt, einfachen Proletarier-Familie.
00:01:56: Die Teenagerzeit ist geprägt von den Umbrüchen nach dem Mauerfall.
00:02:00: Später geht sie nach Leipzig zum Studieren und entdeckt dort ihre Leidenschaft fürs Kochen, der beginnt eine außergewöhnlichen Karriere die später mit einem Michelin Stern gekrönt wird.
00:02:12: Wir sprechen über das Dorfleben in der DDR, über Marias Entwicklung vom ängstlichen Kind zur selbstbewussten Frau.
00:02:19: Darüber wie ihre Herkunft bis heute ihre Küche prägt und wie es war mit fünfundzwanzig die Älteste in der Kochausbildung zu sein.
00:02:28: Außerdem geht es um ihren Weg über die Schweiz zurück in die Heimat vor zwölf Jahren und um die Frage welches Statement sie mit ihrem Label Maria Ostzone setzen möchte Ein offenes Gespräch über ostdeutsche Identität, über Thüringen als Heimat.
00:02:44: Warum sie sich dafür bis heute immer wieder rechtfertigen muss und wie wichtig in bewegten Zeiten Orte wie die Bachstelze als Begegnungsstätte sind.
00:02:53: Wenn dir mein Podcast gefällt kannst du ihn gerne mit einem Café unterstützen.
00:02:57: Wie das funktioniert findest Du in den Shownotes.
00:03:00: Und jetzt geht's los!
00:03:01: Mit Maria Groß und mir direkt aus Thüringern.
00:03:04: viel Spaß beim Hören.
00:03:07: Ja dann freue ich mich, dass ich hier sein darf in der Bachstelze in Erfurt.
00:03:11: Herzlich willkommen Maria Groß!
00:03:14: Ich sag hallo zu dir Antje?
00:03:16: Ja danke wir sind ja in der Maria Ostzone.
00:03:19: der Name klingt danach das man direkt ein Klischee brechen will nach klarer Identität und auch nach Selbstironie.
00:03:27: warum hast du diesen Namen gewählt und wie weit ist ein Statement?
00:03:32: Also im Grunde liegt die Geschichte der Maria Ostzone echt schon ein bisschen länger zurück.
00:03:37: Hat gar nicht erst in der Bachstelse Bedeutung gefunden, sondern ich habe früher in einem sehr konservativen Laden gearbeitet war hin und wieder schon ja so semi-professionell politisch aktiv und hab Dinge unterstützt denen im konservativen Laden nicht so gern gesehen waren.
00:03:55: und damit das nicht vermischt werden kann hatte ich mir eigentlich Künstlernamen sage ich mal liebevoll Maria Ostzone genannt, dass quasi die Verbindung immer nur zur Ostzone war und nicht zu meinem Arbeitgeber.
00:04:09: Dadurch, dass ich lange weg war und wieder nach Hause gekommen bin, ist es natürlich auch in der Metamorphose tatsächlich einen richtigen Wertbestand bekommen.
00:04:20: Weil man auch gleich sagen konnte, woher man kommt.
00:04:24: Also erst mal so gleich vorne voraus.
00:04:26: Eher ein jemand frame kann, nennt man sich gleich Ostzone.
00:04:29: da hat jeder schon mal irgendwie geografischen Richtung.
00:04:33: Mir ging es sehr so, kann sich noch erinnern.
00:04:36: So eines der ersten Bücher über den Osten hieß ja Zonenkinder und ...
00:04:41: War das von Juli Cich?
00:04:42: Ja!
00:04:43: Nee, von Jana
00:04:45: Henschel.
00:04:46: Ah ja?
00:04:46: Okay, okay.
00:04:46: Genau!
00:04:47: Also mich hat es damals sehr getriggert.
00:04:49: jetzt so mit diesen Jahren Abstand finde ich jetzt Maria Ost und auch sehr cool weil dann hat man natürlich gleich einen...
00:04:58: Ich glaube auch mit meiner Generation ...ich war ja viele Jahre weg und bin wieder nach Hause gekommen.
00:05:02: da hast du natürlich auch ein ganz anderes Selbstbewusstsein getankt und lässt dich gar nicht mehr in In so eine Richtung pressen, wie vielleicht sich unsere Eltern das noch haben einreden lassen.
00:05:12: So diesen Mangel am Deutsch sein weil du bist noch deutscher.
00:05:15: ja also mit dieser Thematik habe ich eigentlich immer sehr wenig zu tun gehabt und dass ist mehr geworden tatsächlich als ich Zuhause war, weil es ist auch jetzt nach thirty-six Jahre Wende Also fast sieben, dreißig Jahre.
00:05:29: Total irre wie unterrepräsentiert der Osten ist und da rede ich noch nicht über die Geschlechtergleichheit wo du denkst, wo sind die Frauen im Speziellen?
00:05:39: Die Ostfrauen sondern fragste erst mal überhaupt.
00:05:41: Wo ist der ostdeutsche Sichtbau auf Bundesebene überhaupt?
00:05:44: Und nicht irgendwelche ausrangierten die sich irgendwie dank parteibo hochgeschossen haben Sondern wo man wirklich auch mal eine schöne Bandbreite des Ostens zeigt
00:05:55: Und es sind ja immer noch zwölf Prozent nur in Führungsetagen.
00:06:00: Genau, also definitiv!
00:06:03: Du hast schon angedeutet du bist vor zwölft Jahren nach Thüringen zurückgekehrt erst nach Erfurt und dann vor zehn Jahren hierher in diesem wunderbar idyllischen Platz.
00:06:15: Ja, nachdem du ja zwanzig Jahre weg warst warum wolltest du zurück in die alte Heimat?
00:06:21: Also wollen war gar nicht das Thema.
00:06:22: Es war wirklich bei mir alles Zufall, also ich bin sehr ehrgeiziger Mensch aber ich habe zum Glück das charakterliche Ding von meinen Eltern mitbekommen dass sich ein groben Weg haben muss und auch haben sollte Aber mich dennoch aufs Leben einlassen kann.
00:06:39: und so ist es tatsächlich passiert dass ich wieder zu Hause gelandet bin einfach durch eine job suche weil in dem kleinen boutique hotel in der schweiz wo ich gearbeitet hab hat das management gewechselt.
00:06:51: Jeder weiß, was das bedeutet.
00:06:52: Es kommt eine neue Philosophie, es kommt ein ganz anderes Branding rein und da wusste ich okay, es wird nicht mehr mein Ort sein.
00:06:59: Ich such mir etwas Neues und ich habe mich eigentlich mehr auf die Schweiz konzentriert weil ich die Schweiz wunderschön finde heimlich.
00:07:06: Ich hab diese ganzen Startschwierigkeiten nie gehabt aber meinen Vorteil war auch ich war in Zermatt und Zermatte ist schon noch einmal so ne Entklare und ist halt nicht so ein kleinbürgerliches Solotron wo ich dann auch zwei Jahre war.
00:07:19: Weil du viel mehr Ethnien hast, die zusammenkommen und natürlich auch Leute mit Pfeffer, die's krachen lassen können.
00:07:26: Also es ist keine Bedürftigkeit in dem Sinne da sondern auch wir, die wir eigentlich für die Bourgeoisie arbeiten hatten genügend übrig um auch ein gutes Leben zu führen.
00:07:37: also so in das Gesamtpaket hat für mich immer gewusst war fast zehn Jahre dort Und durch das Jobangebot hier in Erfurt bin ich eigentlich wieder Zuhause gelandet.
00:07:47: Ich war dann das erste Mal Küchendirektorin und es finde ich immer noch so geil, weil da stand wirklich auf meiner ersten Visitenkarte, die ich hier hatte.
00:07:53: Weil ich dachte, boah, der ist auch so ossimäßig Kühendirektorin!
00:07:57: Weißt du nicht, Headchef?
00:07:58: Nicht Chef de Cuisine oder irgendwie sowas was ein bisschen internationaler klingt?
00:08:01: Wir hatten ja immer noch eine Dienstbesprechung, allein dieses ganze wording ist auch noch total lustig wie aus einer anderen Zeit geschossen.
00:08:09: Die nennen das wahrscheinlich immer noch
00:08:12: sehr gut.
00:08:15: Ja, nun bist du in Thüringen.
00:08:18: Wie sehr hat es dich geschmerzt von außen zuzuschauen?
00:08:22: Dass ein Bundesland mit einem Wisch nur an einer Sache festgemacht werden soll.
00:08:28: also ich sag mal ja der Osten ist blau und das
00:08:31: schon brauen weiß genau die Perspektive
00:08:36: und dass das ja auch in gewisser Weise eben verfängt.
00:08:41: Ja, also ich muss sagen für mich ist es eigentlich in meinem direkten Leben gar kein Problem.
00:08:45: Weil mein Leben tatsächlich sehr bunt ist rechts links oben unten von Lesben bis hin zur heterogen Struktur mit Muttervaterkind.
00:08:55: Also Ich Bin Liberaler Mensch.
00:08:57: Dementsprechend Ist Mein Bekanntenkreis Gar Nicht so Heterogen Obwohl Ich Weiß Bin Es ist Sehr sehr wild sehr Bunt und Ich Muss Sagen Für mich persönlich spielt das gar keine Rolle.
00:09:12: Es ist wirklich so, dieses Ding findet irgendwie Außen statt.
00:09:16: Ich wäre aber natürlich wie von dir auch als Thüringerin dann gefragt, wie nimmst du das wahr?
00:09:23: Natürlich ist es tatsächlich so... dass du viel Imagearbeit leisten musst, wo du denkst dafür wäre eigentlich öffentlich bezahlte Stellen wären dafür einfach wichtig.
00:09:34: Aber dadurch, dass die ja nur in ihrer eigenen Plase kämpfen, schaffen sie es natürlich nicht, in dem Spektrum nationalen Image zu schaffen von Thüringen und von Erfurt was ein bisschen hellblauer ist wie man denkt.
00:09:51: also wo man sagt du am Ende des Himmels sind die Farben sehr bunt.
00:09:55: Auch hier in Thüringen.
00:09:57: und das Lustige ist, ich werde nie vergessen... Das ist jetzt auch schon etliche Jahre her wie es Dresden damals auch bei so einem... Ich weiß gar nicht mehr was genau war.
00:10:06: Da war aber auch irgendwas ganz Grausames passiert, was sich super geeignet hat zu Frame.
00:10:10: So von wegen der wild gewordenen Ostenjagd ein Ausländer durch die Stadt oder so.
00:10:15: Wo mein erster, das ist Jahre her und da dachte ich, sind die denn total verrückt?
00:10:19: Weil jeder, der einmal in Dresde war im speziellen jetzt Dresdeneustadt.
00:10:23: Also da kannst du dich ja nur an Kopf tippen, wenn du so eine bunte vielfältige wunderschöne Stadt so frame willst.
00:10:32: Aber es ist dieses klassische System mit den Ostländern.
00:10:35: dadurch dass wir seit Jahren glaube ich separiert werden und immer als Wild- und Unzähmbar gelten.
00:10:44: Passieren halt Dinge und wenn du bestimmte Vorwürfe bestimmte Herablassung immer wiederholst in der Unendlichkeitsschleife.
00:10:54: Baut sich natürlich ein Bild auf und die Ressentiments werden nicht kleiner, sondern größer.
00:11:00: Die werden aber auch künstlich erschaffen weil jeder, der uns besucht, nicht nur hier in der Bachstelze.
00:11:06: Auch im wunderschönen Erfurt hat natürlich ein ganz anderes Bild.
00:11:11: Aber es ist bedauerlich dass Leute nach wie vor auf so einen plakativen Quatsch reinfallen.
00:11:18: Im Übrigen, also ich frag dich natürlich weil wir hier in Thüringen sind aber mir geht es ja genauso.
00:11:22: Ich bin ja Sechsin und von daher so diese Sachen kommen auch auf mich zu.
00:11:29: Auch wenn ich jetzt in Berlin bin.
00:11:31: Aber da bin ich natürlich auch sehr, ne?
00:11:33: Da schlägt mein Herz hier!
00:11:35: Und da bin nicht ganz Sechsinn.
00:11:37: Also da muss man schon die eigene Hut verteidigen.
00:11:45: Genau.
00:11:46: Mir ist es auch aufgefallen in der Vorbereitung, dass du hattest ein Gespräch mit Jörg Tadeus und musst es sich eigentlich kurz nach der Wahl, den Landtagswahl, dann dafür rechtfertigen.
00:12:03: musst du das oft oder ... Und wie gehst du damit um?
00:12:07: Es war ja so, ich hatte mich total gefreut.
00:12:09: Als von Tadeus die Anfragen geregen kam, ich schätze ihn sehr.
00:12:13: Ja, ich
00:12:13: auch.
00:12:14: Ein kurzes Rollspot.
00:12:16: Dramaturgie!
00:12:18: Tatsächlich habe ich dann aber das Datum gesehen und da wusste ich natürlich wo der Hase lang läuft.
00:12:23: Das war quasi ein Tag nach der Wahl in Thüringen Und da hatte ich natürlich schon logischerweise eine Vorahnung und es bestätigte sich dann auch.
00:12:34: und man muss es mit Humor nehmen Es wird versucht, Flächendeckend zu manipulieren.
00:12:43: Auch Fronten hochzuziehen wo gar keine Sinn.
00:12:46: also ich glaube das was mir eigentlich immer so am Herzen liegt gestern vorgestern Sonntag hatten wir hier eine große Veranstaltung und ich habe mich über die Jahre wirklich immer so angewöhnt einmal das Wort zum sonntag zu geben.
00:12:58: und da geht es im Grunde immer Thema Frieden Thema.
00:13:03: in der Differenz wird Wahrheit geboren Solidarität, aber nicht blinde Solidarität.
00:13:10: Sondern eine partnerschaftliche wertschätzende Solidaritet und das Solidaritäts auch keine Einbahnstraße ist.
00:13:16: Es geht immer um solche Werte bei mir Und ich bin die Letzte, ich sage, dass es gut, das ist böse weil ich glaube genau in diesem Dualismus In diesem Dilemma von schwarz-weiß wo wir jetzt drin stecken kommen wir so einfach nicht mehr raus.
00:13:29: Wir müssen einfach alle Alle selbst gebauten Schranken endlich wirklich niederreißen, damit wir miteinander reden und streiten wieder in Dialog kommen.
00:13:41: Und nur weil wir versuchen dem einen das Teufelische zu unterstellen bedeutet es ja nicht dass der andere.
00:13:46: die Offenbarung ist also ein ganz komischer Zeitgeist der aber auch forciert wird von gewissen Richtungen.
00:13:54: Es ist keine Verschwörungstheorie für mich einfach normale Wahrnehmung als Als jemand, der auch sehr viel mit Menschen zu tun hat in einer Gastronomie.
00:14:04: Wir haben ein breites Publikum und ich werde enttäufeltun...
00:14:09: ...zu bestimmen
00:14:09: wer in meinen Laden darf und wer nicht.
00:14:12: Weil wir sind ein freier Ort bei uns gelt nur ein einziges Gesetz und das ist Augenhöhe.
00:14:17: Und das ist aber so elementar dass es immer wieder trotzdem manchmal Leute gibt die sich dran stoßen weil wir kein roten Teppich versteckt.
00:14:25: Auch wenn der Pups käme, ich wäre natürlich wahnsinnig stolz.
00:14:28: Wenn er mich hier mal besuchen würde – was natürlich nicht nötig ist aber dann kann er vielleicht den Ort segnen und die Vibration meine Botschaft ausfriedenst!
00:14:36: Aber auch für den hätte ich keinen roten Teppich.
00:14:39: Der kriegt kein Separi, der kriegt nicht fünfhundert Mal mehr Aufmerksamkeit.
00:14:42: Es ist tatsächlich dieses elementare Prinzip der Gleichheit was natürlich runtergebrochen nicht bedeutet dass wir alle im gleich Schritt marschieren sondern das wir uns in unsere Unterschiedlichkeit akzeptieren und hier in diesem Rahmen einfach eine schöne Zeit miteinander haben.
00:14:58: Du bist im Juni neunundsiebzig in Sommer da.
00:15:02: woanders steht Sonderhausen?
00:15:04: Sollen das auch noch weiter weg?
00:15:06: Ich hab's gelesen.
00:15:07: Und ich komme aus Straußfurt, das ist immer ... Das
00:15:09: weiß ich ja genau!
00:15:10: Also du bist in Sommer da geboren, ist das richtig?
00:15:13: Genau jetzt ist es nicht mehr möglich geboten Station zu.
00:15:16: Ja, da ist einiges los und in Straussfurt aufgewachsen.
00:15:20: also strausfurt habe ich mal nachgeschaut hat damals wie heute so um die zweitausend Einwohner also würde man noch als klassisches
00:15:28: Dorf bezeichnen.
00:15:31: was ist deine früheste Kindheitserinnerung?
00:15:35: So genau weiß ich das eigentlich gar nicht, aber ich glaube also weil wir jetzt gerade über Straußhurt gesprungen haben Hofkern mit Oma.
00:15:42: Früher hatten wir dann eine Zuckerfabrik und solche Themen wie Feinstaub war natürlich nie ein Thema.
00:15:48: Wir haben da wirklich Eimerweise wenn im Sommer spätherbst die Produktionsstand gefunden hat von den Zuckerrüben eimerweise die Asche vom Hof gefegt.
00:15:58: Also irre Kann man sich heute, die Jüngeren sich gar nicht vorstellen.
00:16:02: Es war wirklich ascheweise einmal voller Dreck und Staub immer wenn da die Produktion war.
00:16:07: Ich glaube das ist meine erste aktive Arbeitsbewegung im Prozess an den ich mich erinnern kann weil der hat mal so ein schönes Ergebnis gesehen.
00:16:15: Immer noch alles so schön Monoton in eleganten Grautönen und dann ist man schön mit dem Schrober durch, mit dem Besen durch Und am Ende hat man sich einen Weg geeignet.
00:16:24: also kein Schnee geschippt sondern Asche.
00:16:27: Also dann wollte ich jetzt grad fragen, wie deine Kindheit riecht.
00:16:32: Die Riecht eigentlich gut, Zuckerrüben riechen gut!
00:16:34: Das riegt ja so wie Malzirup.
00:16:36: Ja aber das ist einfach so.
00:16:38: ökologische Vorgaben gab es damals nicht.
00:16:40: man hat auch viel in Flüsse abgeleitet also da haben wir uns schon wirklich vorbewegt, aber so dieser Ökoterrorismus wie er jetzt teilweise forciert wird ist natürlich auch ein schwieriges Thema.
00:16:54: Alles was militant wird ist total anstrengend für mich.
00:16:57: Aber definitiv ist meine Kindheit also diese malzige Zugröbenduft im Spätsommer, aber natürlich geprägt von ja von Geborgenheit Schönheit Ja, einfach ich hatte eine tolle Kindheit.
00:17:13: Ich war viel bei meiner Oma im Garten und wenn wir im Winter halt nicht so oft in dem Garten waren sondern nur immer große Spaziergänge gemacht haben und danach gab es gerüstetes Brot, Butter drauf, Flaumenmus und dann haben wir Katten gespielt.
00:17:26: also wirklich ein ganz langweiliges schönes und behütetes Großwerden
00:17:34: Und wie muss ich mir das vorstellen?
00:17:35: Also deine Eltern waren dann War das möglich im Osten?
00:17:40: Waren die Angestellte in dieser Zuckerfabrik?
00:17:42: oder habt ihr da nur gewohnt, oder wie muss ich mir das vorstellen.
00:17:46: Diese Hof ... Ich bin der Hof.
00:17:49: Das war quasi eine Mietshaushälfte von meinen Großeltern, weil ich bei denen immer ne große Zeit verbracht hab.
00:17:56: Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen und mit sieben war ich dann schon Schlüsselkind.
00:18:01: Und meine Mama ist halt voll arbeiten gegangen.
00:18:04: Das ist ja auch so ein völlig natürlicher Prozess gewesen Nicht selten, nach einem halben Jahr schon in die Krippe gekommen bist.
00:18:11: Was davor, dass du einen Krippenplatz bekommen hast und so war es auch bei mir.
00:18:17: Nach einem halbjahr ist meine Mama wieder arbeiten gegangen und die war nicht in der Zuckerfabrik sondern Robotronen.
00:18:23: Das ist quasi ja so wie Big Gates nur DDR.
00:18:31: Und
00:18:32: sie hat da irgendwas gelötet.
00:18:33: Also was völlig Stupides.
00:18:35: und Mama sagt ja selber jetzt so, wenn man als Jugendlicher eh doof ist.
00:18:38: früher hattest du auch nicht die Selektion dass wir dir alles aussuchen durfte wie heute.
00:18:42: Heute ist ja der komplette Gegenentwurf.
00:18:44: jeder junger Mensch wird lost in diese Welt geworfen tausend Möglichkeiten Tausend Ja exzessive Ängste irgendwo verpassen zu können Wenn man sich für das eine entscheidet.
00:18:54: und damals war es ja ganz anders.
00:18:56: meine mama hatte die Wahl entweder bei der post anzufangen Oder bei Robotronen als mechanischer
00:19:03: Lötkolben.
00:19:07: Das gab es dann auch noch im Zusammenbruch der DDR nicht mehr.
00:19:10: Ich komme aus einfachen Proletarierverhältnissen, mein Papa war Schlosser bei der LPG.
00:19:15: Also wirklich so ganz stinklangweilig da wo man die breite Masse gut durchwinken kann.
00:19:24: Hast du auch Geschwister?
00:19:25: Nee ich bin
00:19:27: Einzelkind!
00:19:28: Du hast ja schon beschrieben, was deine Eltern gemacht haben.
00:19:33: Warst du dann immer in deiner Freizeit bei deinen Oma oder warst du auch Hortkind?
00:19:38: Also so je nachdem wie es ging, meine Oma war ja auch voll berufstätig und die war ja nicht schon immer Oma.
00:19:42: Obwohl sie für mich schon immer die Oma waren.
00:19:45: Meine Oma hat Krankenschwester und Gemeindeschwester.
00:19:48: Und man muss sich das so vorstellen.
00:19:49: jetzt durch das Krankengesundheitssystem in der heutigen Zeit wird das auch wieder so kommen.
00:19:54: ein paar Jahre nehme ich an dass es eine Gemeindeschwester gibt, die mehr Kompetenzen hat.
00:19:58: Jetzt ist ja eine Krankenschweste eigentlich ja so eine Mischung aus Büro, Dame und Putzfrau.
00:20:04: Aber früher durfte die Gemeindeshwester eigentlich wahnsinnig viele Dinge entscheiden, wahnsinnige viele Sachen machen.
00:20:10: Nur zum Unterschreiben vom Totenschein war der Arzt noch notwendig.
00:20:14: Also okay sie hat jetzt keine Amputation durchgeführt aber so ähnlich.
00:20:19: Ja also diese Präsenz von Notarztwagen und sowas das ist ja längst nicht so engmaschig.
00:20:25: alles organisiert wie es heute möglich ist teilweise.
00:20:29: Also die war auch voll berufstätig und wenn die Oma natürlich auch hier wieder Einsatz hatte.
00:20:33: Und damals gab es keinen geregelten acht Stunden Tag, da gab's einfach auch mal sieben Tage die Woche, wenns bisschen ruckelig war im Dorf Viel zu tun, auch viele Notfälle.
00:20:43: Auch Leute, es gab ja früher keine Palliativmedizin in dem Sinne.
00:20:47: Das war dann auch die Gemeindeschwester, die dreimal am Tag zu einem sehr kranken Menschen fahren musste oder auch Pflegeeinrichtungen.
00:20:55: Man hat ja früher alles in der Familie gelöst und bestimmte Sachen mit Medikamentierung hat auch die gemeindeschweste gelöst.
00:21:02: Dadurch war den natürlich auch eingespannt.
00:21:04: aber ich war auch gerne im Horten immer.
00:21:07: Am meisten hab ich's ... Gehasst, wenn nicht zwischendrin im Rott abgeholt wurde.
00:21:13: Ich weiß nicht mehr genau, wie lange das Ding aufmacht.
00:21:15: Das ist um
00:21:15: vier, glaub
00:21:16: ich?
00:21:16: Woll grad sagen, siebzehn ... Also, ich hab wirklich, weil ich dachte, diese Einstunde hätte ich noch hier verbringen können, weil es geil ist.
00:21:22: Dann sind die meisten Kinder ja schon weg und du hast das ganze Spielzeug zur Auswahl.
00:21:28: Weißte unten, dass es irgendeine Ohrweiße muss wieder diplomatisch.
00:21:31: Und dann kommt die Erzieherin und mischt sich im blödesten Fall ein und sagt Maria, du hast aber schon dreimal damit gespielt.
00:21:37: Ich denk auch noch viertes Mal damit spielen!
00:21:41: Ja,
00:21:41: das fand ich schon
00:21:42: auch immer geil.
00:21:43: Ich glaub es war schön wenn ich Mittagskinder war und zu meiner Oma gehen durfte oder die mich abgeholt hat.
00:21:49: aber ich weiß dass sich so dieses Gefühl hatte ich das auch geil fand.
00:21:53: da waren nur noch die Erzieherinnen.
00:21:55: ich und ich konnte alles mir zu gemütet ziehen fand ich total cool!
00:22:00: Ich glaube ein guter Aspekt war ja auch dass man da schon die Hausaufgaben erledigt hat
00:22:04: und
00:22:05: dadurch das gar nicht prokrastinieren
00:22:07: konnte.
00:22:09: Ich denke nur noch an diese Spielen, dass ich manchmal auch so das Gefühl hatte, dass sie einen guten Flow hatten, weil ich war nie das Gemeinschaftskind.
00:22:17: Jetzt bin ich eher ein Lieder geworden aber das hat irgendwann in der Pubertätstadt gefunden.
00:22:22: Ich dachte, nee, ich darf mir von denen keine Angst einjagen lassen sonst machen die Hütte putzt mit mir.
00:22:26: Da hat es die Metamorphose bei mir stattgefunden.
00:22:28: Aber so war ich immer ein sehr schüchternes Kind.
00:22:30: hinter meiner Mama stehen wenn mich jemand fremdes anspricht erst zur Mutti gucken und am besten losblicken.
00:22:35: Also so richtig, wo du denkst, ist das ein anstrengendes Geld?
00:22:38: Nicht anstrendend aber ängstlich, weißt du?
00:22:40: Ängstliche!
00:22:41: Und das hat sich zum Glück gegeben und deshalb habe ich es irgendwie im Ort immer schön gehabt.
00:22:47: also weil man hatte immer seine Freunde gehabt und ich weiß nicht sicher auch mal Streitereien, aber da hab' ich gar kein schlechtes Gefühl dran.
00:22:55: und weil man wusste in diesen Ist-Einteil Vorbereitung auch für die Schule zu machen, ist doch cool.
00:23:03: Und wenn du dann gesehen hast, du bist in einem Fach gut, hast du dann noch deine Stärke teilen können mit jemandem Schwächeren, den du gut leiten kannst von dem Freundin.
00:23:11: oder dann nochmal versucht hast das irgendwie los, wir rechnen das nochmal zusammen nach.
00:23:15: es ganz einfach also so natürlich ein soziales Ding was dann abläuft wo man natürlich Dank der Thema Pionier-Gesetze, hier schon aktiv die umgesetzt
00:23:31: hat.
00:23:32: Wollte ich dich auch fragen bist du denn noch...ich weiß ja wahrscheinlich noch jung pionieren?
00:23:36: Ich war nur, ich wollte gerade sagen, ich war jung pioneer und dann Thema pioniere und dann kamen die Wände.
00:23:41: also ich war ganz frisch Thema pioneering Und dann kam die Wände.
00:23:46: Also gerade noch das rote Halsdruck bekommen, ne?
00:23:50: Das war ja auch immer so ein Step für einen Altersabschnitt.
00:23:55: Wenn man so Kind ist oder so möchte man ja immer älter sein, das dreht sich dann auch irgendwann
00:24:00: bei uns im unserem Alter, wenn wir gerne wieder FDJ-Tler
00:24:06: haben.
00:24:07: Da haben wir auch allen Kokolores damit gemacht, dass wir das nicht tragen mussten.
00:24:12: Du sagst, du hast dann so eine Metamorphose durchgemacht in der Pubertät.
00:24:16: Gab es dafür einen Anlass?
00:24:18: Dass du dann so ein aufgeschlossener offene...
00:24:22: Also ich glaube das waren gar nicht jetzt nennenswerte Dinge.
00:24:25: Es war immer so ein Gefühl dass du ja manchmal dann im Klassenverband wenn Hormone.
00:24:30: Also irgendwann sind es ja keine richtigen Kinderspiele und in der vierten Klasse hat sie das dann schon gemerkt, dass der Klassenstärkste nicht immer der ist, der natürlich mit den Gehirnzeilen glänzt sondern der, der einfach durch verbale Attacken und durch eine körperliche Präsenz natürlich seine Klicke formt.
00:24:47: Aber ich kann ja jetzt gar kein Einzelbeispiel, aber da war schon so ein Gefühl, wo ich dachte, oh, für den hast du eigentlich Angst.
00:24:52: Löst einen Bogen!
00:24:53: Aber jetzt nicht Angst weil der irgendwas dramatisch ist und einfach Hauptsache die machen dich jetzt nicht doof an.
00:24:58: Ich würde gleich vom Mobbing oder sowas.
00:24:59: Es gibt es in jedem Gruppenfeld, das in jedem verdammten Team.
00:25:03: Und je nachdem wie der Chef das Team führt, ist halt einfach das Klima im Team.
00:25:09: Du hast manchmal coole Schulleiter, die sehr sensibel schon rechtzeitig reagieren ohne autore Ter zu sein, das Ding wirklich irgendwie relativ entschärfen können.
00:25:22: Und dann hast du natürlich auch das komplette Gegenteil sehr viele ignorante Pädagogen die ihr Ding durchziehen weil sie quasi das Grundgehalt vom Staat bekommen egal ob Sie Gutes tun oder das Gegenteils davon.
00:25:36: und da fing es an so in der Viertenglaser dass ich manchmal immer so Gruppen hatte Und einmal hat mich eine so angemacht.
00:25:44: Ich weiß gar nicht mehr, wer das war und da habe ich diese genommen und so weggeschubst.
00:25:48: So richtig, so bam!
00:25:50: Und ich glaube auch gar nicht, wer es war aber das war irgendwie ne Großfresser oder ein Mädchen.
00:25:55: Und dann waren alle so geschockt und die selber auch, dass ich diese weggeschubst hab und dann hat sie mich in Ruhe gelassen.
00:26:01: Und ich glaub wirklich sowas.
00:26:02: Das war mit der Initialzündung wo als ich dann in die fünfte Klasse kam, andere Community, anderer Schule... Da war das ja dann auch wieder.
00:26:10: Dann kommt noch diese Hormonumstellung, dieses ganze Ding irgendwie ... Und wo ich immer selbstbewusster geworden bin und dachte, nee, es geht total geil!
00:26:17: Wenn ich in eine Grenze ziehe, bin ich raus aus der Schose.
00:26:21: Dann können die dich nicht mehr als Opfer nehmen.
00:26:24: Obwohl ich eigentlich immer ein sehr schüchterner Typ bin, aber dass ich laut geworden bin ist wirklich Teil meiner Selbstverteidigungskräfte, die ich immer mal mobilisieren muss, damit ich ein schönes Leben
00:26:37: habe.
00:26:39: Was würdest du sagen, hatt ich in deine Kindheit am meisten geprägt?
00:26:43: Und welche Werte helfen dir heute
00:26:45: noch?".
00:26:46: Also ich glaube das kommt jetzt erst so mit meinem Alter.
00:26:49: Also hättest du mich das jetzt hier mit dreißig, fünfunddreißig da hatte ich einen ganz anderen Fokus aber das ist ja auch eher logisch.
00:26:57: Aber jetzt würde ich wirklich sagen Geborgenheit Auch die Natürlichkeit des Seins also dass es nicht viel Pomp braucht Für eine gemeinschaftliche Gruppe, die ein gutes Gefühl schafft.
00:27:14: Dass man gewollt ist und sich mag, dass man anerkennt ist.
00:27:18: Bei uns gab es auch Stress- und Streit.
00:27:20: Das war nicht das Takatoka-Land.
00:27:22: Aber jetzt so rückblickend, wo du natürlich siehst gemeinsam Essen ... Nicht nur gemeinsam essen sondern der Oma mit Helfen oder der Mama oder dem Opa das Bier bringen wenn er die Würstchen ablöscht.
00:27:33: und dieser schöne Geruch von diesem Bier Was dann auf die heißen Flammen gesprüht wird, ist ja bei uns auch ganz hier wie sagt man so.
00:27:43: Das ist Thüringer Gold in der Nase.
00:27:47: Und dieses Essen gemeinsam zubereiten, auch gemeinschaftlich sich um die Nahrungsbeschaffung kümmern.
00:27:54: Das bedeutet natürlich das für mich als Kind ... Der Sommer immer total anstrengend war.
00:28:01: Wenn man nicht irgendwas hacken oder umgraben mussten, mussten wir was flücken oder was zum Trocknen aufhängen oder was einkochen oder die Erbsenpulen oder die Beerenpul.
00:28:11: Als Kind hast du ja eine andere Wahrnehmung.
00:28:14: Das ist immer so, aber wie jetzt mit ... Also ich werd ja siebenvierzig.
00:28:19: Da wurde denkst du, das ist eigentlich Geld?
00:28:21: Das war der Kartuckerland gewesen!
00:28:24: Ich kenne es auch.
00:28:25: also wir hatten zwar nur ein Schrebergarten, aber da war der ganze Abfrühling davon bestimmt dahin zu fahren was man natürlich dann irgendwie ab Pubertät spätestens Gehasst hat, regelrecht.
00:28:40: Aber da muss man auch klar sagen, da hat man Regionalität gelernt, Saisonalität und so weiter ... Und
00:28:48: auf Wertschätfung!
00:28:49: Also alles was du zu viel geerntet hast dir kämpft gar nicht im Sinn das immer an Nachbarn zu verschenken.
00:28:53: und das und dass sondern du wusstest ach komm hier wir wecken's ein oder fermentieren nur dass wir es früher nicht so inszeniert haben.
00:29:02: aber es war einfach eine Notwendigkeit um natürlich zwölf Monate lang Eigenproduziertes zu haben.
00:29:08: und das, was man nicht hat.
00:29:09: Das hat man dann gekuddelt mit den Nachtbarnen?
00:29:12: Also ich habe auch so ganz starke Bilder von meiner Mutter die dann wirklich nächtelang eingekocht hat und das war ja meistens bei hohen Temperaturen also wirklich nur ein unten in BH.
00:29:23: und weißt du so, also das weiß ich also und da hat man denn auch irgendwie, dass hat man auch mitgenommen und man war dann froh, dass man dann im Winter eingekochte Birnen hatte oder sowas.
00:29:37: leider nicht zu kaufen.
00:29:40: Inwieweit hatte deine Familie Spaß am Kochen?
00:29:43: Eigentlich, also ich weiß nicht bei meiner Mama und meiner Oma was in Töch-Notwendigkeit aber ich glaube immer noch meine Oma hat das Superrenner gemeistert.
00:29:52: Meine Mama die kommt ja lustigerweise vielmehr nach ihrem Vater den sie eigentlich immer abgelehnt hat.
00:29:57: Ja aber das ist ja manchmal so komisch in Familien Und für meine Mama war es immer ein notwendiges Übel auch als sie noch verheiratet war.
00:30:05: Ja, und da gab es natürlich bei meiner Mutter auch relativ weit dasielose Küche.
00:30:09: Gemüse, Salzkartoffelschnitzel.
00:30:12: Aber kein liebevolles Schnitzel sondern irgendein Klopper.
00:30:15: Wir müssen satt werden.
00:30:18: So ohne Leidenschaft, ohne Sinnlichkeit.
00:30:20: Also dieses sinnliche Erleben von Essen genießen, das kam bei meiner Mama erst so vor zwanzig Jahren wirklich bei ihr.
00:30:28: Auch so ein Klimatheem, Prämien und Brause.
00:30:31: Dieses Dava wurde dann immer mehr ein Thema wenn man sich selber ganz anderen Lifestyle schenkt, wenn man seine eigenen Kartoffelklöschen abdreht.
00:30:39: Seine eigene Pasta macht nicht weil man es muss sondern einfach so um sich selber gutes Essen zu schenken.
00:30:46: und Meine Oma, ich glaub die hat das auch nicht immer gemacht.
00:30:49: Aber irgendwie ... Dadurch dass sie immer die Stammhalterin war, die hat doch ihre Geschwister großgezogen.
00:30:55: Die hatte natürlich auch eine ganz entbehrungsreiches Leben gehabt und da wusste sie, also da hat es, glaub ich nie in Frage gestellt, dass das anders sein könnte.
00:31:05: der Mann als Erster Dann kommt der Rest Und ganz zum Schluss kommen ihre eigenen Bedürfnisse.
00:31:14: Und da war sowas, dass sie Essen kochen muss und die Wäsche machen?
00:31:16: Ich glaube das hat sie nie in Frage gestellt.
00:31:18: Das war wie so Gott gegeben als müssten das Frauen immer tun und hatte aber auch immer fantasierreich gekocht und frisch und schön.
00:31:25: Meine Oma ist letzten Sommer gestorben.
00:31:30: Das hatte ich gestern mit jemandem, wo ich gesagt habe und weil sie meinte die Rezept immer eine Oma sind weg.
00:31:35: Also hat so ein Gast gesagt, selbst wenn du die hättest das würde nie mehr so schmecken wie bei deiner Oma.
00:31:40: Weil den Drive, den die Omas ja haben, weil die sechzig Jahre lang jeden Tag mindestens zweimal gekocht haben ist er nicht so dass sie einen Toast gemacht haben.
00:31:50: Selbst die Brotzeit war ja ne geile Brotszeit.
00:31:52: Weißt Du?
00:31:53: Mit einem ordentlichen Brot vom Bäcker früher noch selbst gebacken Butter, Wurst, Radieschen, Gürtchen.
00:31:59: Ein schön grüner Salat dazu.
00:32:01: Es war ja nie irgendwie ein beknackter Toast mit Schiblettenkäse hier Atomware aus.
00:32:07: Was weiß ich welcher Fabrik?
00:32:08: Ja es war ja wirklich ehrliches nahehaftes Essen und einmal am Tag wurde aber eben auch warm gegessen selbst wenn das schnell gehen musste uns vielleicht nur einen Gurkensalat mit Salz, Kartoffeln, Rührei und ein bisschen gebratener Leber war.
00:32:26: Aber es war immer so'n Gesamtpaket... Die hat wirklich immer... Ich glaube auch die hat das manchmal total gerne gemacht weil die auch Ich wusste das schon immer zu schätzen.
00:32:39: Und jetzt, wo ich das natürlich auch noch hauptberuflich mache weiß wie geil ich das finde im Frei wenn ich mich irgendwo hinsetze und jemand hat für mich gekocht und ich weiß ich muss auch nicht einen Abwasch machen.
00:32:48: Ich muss ja einfach nur Hinsetzen vollfressen kann dann aufstehen und kann Gott ein guten Mann sein lassen.
00:32:53: also
00:32:54: Ja
00:32:55: aber
00:32:56: ja gibt es denn Gerichte von deiner Oma die du manchmal nachkochst oder die du dir woanders bestellst?
00:33:05: Also so stimmte Sachen.
00:33:07: Nee, weil da wäre die Benchmark zu hoch.
00:33:09: Zum Beispiel Omas Krautrolladen waren immer legendär und wenn es nicht so gutes Kraut gehabt hat, weil das Kraut schon lange lag und so hart war, da hat sie dann auch manchmal Würsing-Rolladen gemacht.
00:33:17: Und ihre waren aber immer die geilsten!
00:33:19: Also das wäre eine pure Enttäuschung, wenn ich irgendwo mir so eine lieblose Kohlrollade bestellen würde.
00:33:26: Selbst wenn die gut schmeckt?
00:33:27: Selbst wenn du irgendwo was weiß ich in Franken bist, du bestellst dir ne ehrliche Kohl rollade ... Es wäre nie so... Wie das von der Oma, weil die Oma ist heilig.
00:33:36: Die Oma war so der Papst.
00:33:38: Deshalb sind Mutti und ich eine sehr kleine Familie immer noch in der Findungsphase, wenn wir sehen, dass die Bienenkönigin weg ist.
00:33:45: Das ist für uns auch noch ein bisschen schwer.
00:33:49: Hat denn sozusagen die Kindheit und was ja dann eben auch mit DDR und dem Mangel da zu tun hat, hat das heute noch einen gewissen Einfluss in deine Küche?
00:33:59: Ich glaube wieder.
00:34:01: Also es war ja so nach der Wende haben wir uns ja total plänten lassen So weil wir die kapitalistische Welt so in ihrer ganzen Bandbreite, das haben wir nicht verstanden.
00:34:13: Das war ein komplett neues System was über uns drüber gestülpt wurde.
00:34:16: und wie das so ist.
00:34:17: man sieht ja dann erstmal nur diese ganzen Scheinwerfen alles was klitzert und blinkert und man ist total geflasht und man sieht dann gar nicht dass dieser Diamant da hinten nach zwei Wochen zu Staub zerfällt weil das ein völlig belangloses Massenprodukt was null auf Handwerk basiert, sondern wirklich nur auf einer kapitalistischen Produktion der absoluten Gewinnmaximierung.
00:34:43: Also wo es gar nicht darauf angelegt war dass wir hier nachhaltig arbeiten damit das Produkt ihr dreißig Jahre hält und es geht drum schnell Konsum Nachfrage zu erzeugen mit etwas was erst mal gut aussieht was aber zum Glück nicht lange funktionieren weil es zerfällt zu Staub.
00:34:58: also ich glaube
00:35:00: Man hat ja die Achtziger Jahre natürlich, also ich als Kind dann immer diese ganze Werbung auch gesehen im Westfernsehen.
00:35:08: Und die größte Enttäuschung, die ich so im Hinterkopf noch habe ist es gab eine epische Werbung von Miracoli So.
00:35:18: Und das war auch so, dass man das... Gehen wir los!
00:35:21: Ich hab
00:35:21: mir die Mama darauf gehört
00:35:23: und ganz toll und so.
00:35:24: Und ich weiß noch als ich das erste Mal gekauft habe was es für eine Enttäuschung war.
00:35:29: Dass da so drei Alufolien da drin waren und irgendwie ein komisches Gewürz Und dann eigentlich man ja auch ganz schnell kapiert hat, dass es viel zu teuer ist für das was es ist.
00:35:40: Weil man kann ja die Spaghetti und die Tomaten so irgendwie getrennt kaufen oder das Tomaten mag oder so.
00:35:46: Das weiß ich noch, wo ich auch gedacht habe, was ist denn das hier?
00:35:50: Und bei mir war's die Milchschnitte!
00:35:52: Also ich hab immer auf dieses Choco Sandwich mit diesem ganz weichen Milchflaum da irgendwie...
00:35:59: Was sich so rauspresste
00:36:03: ne?!
00:36:03: Dieser arschklatte Beamtensohn mit seiner Sonnenscheinfrasse.
00:36:08: Weißt du, so alles
00:36:09: rückst
00:36:11: du?
00:36:12: Und ich weiß gar nicht mehr wann und wo mir das die Mama oder die Oma gekauft hat.
00:36:18: Ich pack dieses Ding aus um beißereichtig.
00:36:21: Ach, du schreckt!
00:36:22: Das hat weder nach Schokolade noch nach Milch.
00:36:26: Das war wie ein Stickstoff gebundener absoluter Bullshit.
00:36:31: Das ist kein Biskuit.
00:36:33: Das war noch billiger wie Biscuit und wahrscheinlich war die Rezeptur der Milchschnitte.
00:36:38: Damals noch eine bessere
00:36:40: wie
00:36:40: heute, weil die Gewinnmaximierung stoppt ja nicht etwa.
00:36:43: Weil man sagt oh wir haben schon echt ein richtig beschissenes Produkt für einen riechgeilen Preis auf den
00:36:47: Markt geworfen.
00:36:48: Die Maschine läuft hier immer weiter.
00:36:50: Also selbst die Rezepturen bei gewissen Getränken haben sich geändert damit die Profitmaximierungen weiterläuft.
00:36:57: also ist es so lustig.
00:36:58: aber das war meine Enttäuschung dieses volle Ich weiß gar nicht.
00:37:02: ich war richtig geschockt weil ich konnte es gar nichts zuordnen weil ich dachte ich habe gedacht Schmeckt der Schule oder Joghurt oder Quark, aber das war nichts von alledem.
00:37:12: Das war nur süß und ganz laborisch!
00:37:15: Also ja...das war auch hart.
00:37:18: Aber damals, also Rückblicken denke ich jetzt bin ich sechsundviertig.
00:37:21: Jetzt checke ich, dass es Kapitalismus verstehst, wenn du sugariierst?
00:37:26: Ja wie sagt man so einen Wunsch den du eigentlich gar nicht hättest?
00:37:31: Hättest du nicht immer das Ding gesehen in der Wiederholungsschleife?
00:37:33: Auf Insta ist ja jetzt nicht anders.
00:37:35: Wenn du einmal hier bin im Alter Gesundheitsball, Gymnastikball, dann schlägt dir das immer hundert und achtzig Firmen vor mit Gymnasticbällen noch Kurse, die du besuchen kannst, noch Übung.
00:37:45: Und dann irgendwie in der Verzweiflung wenn du richtig Rücken hast bestellt ihr das Ding ja doch und dann probierst du das einmal aus fällst runter und ich sag du Scheiße es ist alles umständlich und leg's wieder in die Ecke.
00:37:55: Ja und wo?
00:37:57: ich denke ja klar die suggerieren dir Dinge die du eigentlich gar nicht vermisst.
00:38:02: Wir spielen halt alle mit, gell?
00:38:07: Inwieweit war die deutsch-deutsche Teilung ein Thema in der Familie?
00:38:12: Eigentlich wenig!
00:38:12: Also wir waren keine politisch aktive Familie aber wir waren zum Glück auch keine roten Socken.
00:38:18: also außer meinem Onkel... Der hat aber eingeheiratet,
00:38:23: der hat in
00:38:24: Belitz gewohnt.
00:38:27: Wir waren ja alles einfache Arbeiter, aber auch keine, die irgendwie Ambitionen hatten aufzusteigen, dass dann irgendwie die Partei auf dich zugekommen wäre.
00:38:33: Klar haben sie das immer versucht bei der Oma als Gemeindeschwester weil die hatte dann auch
00:38:38: im
00:38:39: Mitte der Achtziger ein Telefon bekommen Und das wurde eben schon auch abgehört und so, weil sie halt gemeine Schwester war.
00:38:45: Da kamen dann auch manchmal andere die auch mal telefonieren durften und sowas ja?
00:38:49: Aber die ist auch nie in die Partei eingetreten.
00:38:52: also man konnte sich da immer wie so ein Altrum rumwinken.
00:38:55: Also das finde ich eigentlich noch gut dass außerdem Onkel dir eingeheiratet hat da irgendwo im Belze ich weiß nicht Beelitz hier keiner rot war.
00:39:03: also Das also nicht roter wie sein muss schon auch kein revolutionär war auch nicht dabei Aber es ist schon kuyos.
00:39:13: Der ist verunfallt bei der NVA, Omas Sohn und Unkel Martin.
00:39:22: Ich hab da gar keine Erinnerungen mehr an den, weil ich war so klein ... Und Martin war aber ein kleiner Revoluzer.
00:39:29: Der hatte immer lange Haare, hatte sich dann eine Lebes- ... zusammengespart, gekuttelt.
00:39:37: Keine Ahnung und die hat auch immer nur heimlich angezogen hier wenn er schon aus dem Haus war.
00:39:41: so wie Mutti gesagt hat was uns hätte gleich Tresche bekommen vom Opa.
00:39:45: Und der da wurde die Oma zwei drei mal mit Opa einbestellt hier also eigentlich nur die Omer.
00:39:51: Früher ist alles über die Frau gelaufen also Fame die Jungs ja den ganzen Bullshit die Mädels und dass er denn der Schwerverbrecher von morgen sein wird.
00:40:03: Also wegen so totalen Mist.
00:40:05: Da ist gar nicht irgendwie ... Nur weil du Rockmusik hörst und was weiß ich, weißt ihr so gerne an Drums bist?
00:40:13: Irgendwie ne Schlaghose trägst und das schulterlanges Haar bist du hier halt in so nem Dorf, in so einem kleinkarierten Dorf geframed worden.
00:40:21: Und ähnlich läuft's ja jetzt nicht mit den Leuten die hier einen Schlag jeans und langen Haaren rumrennen.
00:40:26: Aber wir entwickeln uns wieder eine ähnliche oberflächliche Richtung wo du denkst, was wollen wir eigentlich?
00:40:31: Wollen wir das Mittelalter wieder aufleben lassen?
00:40:34: Oder wollen wir jetzt wirklich in Deutschland die warale Werte wieder hochhalten.
00:40:41: Du warst fast zehn Jahre, als die Mauer fällt.
00:40:44: Welche Änderungen hast du daran?
00:40:46: Ich weiß es alle ganz aufgeregt waren.
00:40:48: also ich wusste nicht was war.
00:40:51: Ich konnte das nicht richtig einsetzen, wenn die gesagt haben, die Mauer fällt oder so.
00:40:54: Aber ich weiß ... Die haben die ganze Zeit Radio gehört, also die Oma im Schrebergarten hatten sie immer Radio und daheim haben die aber außerplanet, weil wir haben nur abends über den Fernseher angemacht?
00:41:04: Aber ich weiss ja auch tagsüber der Fernsehe an.
00:41:06: Weil die da immer geguckt haben, guckt haben.
00:41:09: Also so... Ja, also das weiß ich diese Aufregung von den Erwachsenen, dass die total so das System fällt.
00:41:18: Ja.
00:41:19: Ist interessant, weil man mit jemandem darüber zu sprechen, der das ja jetzt nicht in einer Großstadt erlebt
00:41:25: hat
00:41:26: und hat sich dann schnell auf den Weg aufgegemacht?
00:41:29: Nee also ich glaube da ist es...ich komme aus so eine ja also dieses typische zurückhaltende Devote-Ding von diesem abwartenden Ding.
00:41:39: Also man will nicht heiter Revolution sein Man freut sich über diesen Bruch mit dem Alten Man ist völlig fasziniert, dass das jetzt wirklich passiert.
00:41:50: Weil man wusste ja immer der ABV ist der bekloppteste im Dorf.
00:41:53: Jeder macht irgendwie hier wo du denkst jede Pfeife spielt das System hoch ist ja auch wieder so.
00:41:58: Ja also es ist schon ein bisschen wie in so einer Comedy Show.
00:42:05: Da dürfte gibt es einen Ton an weil dessen Parteibuch einfach stimmt Und ich denke es ist eine irre Zustände und in der DDR war's ja ähnlich vielleicht unter viel kleineren Form Aber meine Familie war sehr zufrieden.
00:42:18: Von wegen des Bauch ist der Gott, die haben auch nach der Wende keinen Kredit aufgenommen!
00:42:22: Ich wäre nie ein Hauserben.
00:42:23: Also ich habe hier das Haus aber das gehört ja noch zur Sparkasse.
00:42:26: Ja, aber ich komme aus einer angstbeflissenen Familie.
00:42:29: so nicht dass wir unsere Jobs verlieren dann können wir den Kredit nicht haben.
00:42:33: Weil wir ja auch nicht wussten wie Kapitalismus funktioniert weil ich sage wir hätten die buden jetzt schon alle abbezahlt jeder hat irgendwas.
00:42:40: ich erb nur nicht mal mehr eine Eigentumswohnung im Neubau-Blog.
00:42:43: ich hab gehornischte ich mein hart Vorteile Das ist bei denen, die sich dann verstreiten.
00:42:46: Wenn die Eltern sterben und die wie die Asgeier die Kohle ihrer Eltern hier gerecht aufteilen wollen.
00:42:55: Aber das ist doch spannend, weil ich finde auch, warum das jetzt noch mal als nächste Welle wieder zurückkommt.
00:43:03: dieses Thema?
00:43:04: Man hat ja über diese ganzen Jahrzehnte, sag' ich jetzt mal sind's mittlerweile schon ... Man hat ja immer noch Aha-Erlebnisse auch, also Sachen die man versteht.
00:43:13: Also genau das was du sagst, als Ostdeutscher ist man so aufgewachsen und macht keine Schulden.
00:43:22: Also in solche Dinge, ne?
00:43:23: Ich weiß auch noch wie lange das gedauert hat.
00:43:25: Dass man mal gesagt hat, na, man kauft jetzt so ein Auto auf Raten oder so,
00:43:29: ne?!
00:43:30: Und ich glaube auch... Das hatte ich zum Mutti-Letzten zu sein!
00:43:32: Ich habe gesagt, dass einzig Kriminelle was wir wirklich jemals gemacht haben, dass wir uns zweimal Begrüßungsgeld abgeholt haben.
00:43:38: Einmal einen Eschwege
00:43:39: und einmal, ich weiß gar nicht, im Kubok noch an irgendeiner anderen Schlitze, die in der Nähe war.
00:43:43: Ich glaube es ist das einzig Kriminelle, was ihr jemal's getan habt.
00:43:48: sich zweimal Begrüßungsgeld holen.
00:43:50: Weißt du, wer mal bedingt?
00:43:52: Und dann wurde so ein Raubtier-System drübergekippt und ich bin gar keine Sozialistin.
00:43:57: Das klingt jetzt so, aber wirklich das ist so eine Ausbeuterei auch von der Region weil ich sage auch Thüringen gehört zu achtzig Prozent nicht Thüringern.
00:44:04: Das ist ja alles Teil dieser Identitätskrise hier im Osten und es ist ja nicht so dass die Leute hier schon immer nur braun gewählt hätten.
00:44:11: Wir waren ja auch ganz lange rot regiert, ja?
00:44:13: Aber Corona war dann auch der Geschwindigschuss für Rammelode eigentlich bei den Bürgern sehr beliebbar als als Gewerkschafter auch noch wirklich eine Basisnähe hat, die natürlich über die Jahre immer getragen hat.
00:44:27: Aber vorher war ja auch lange CDU.
00:44:28: also es ist nicht etwa so dass wir ein stockkonservatives Bundesland wie Bayern gewesen wären.
00:44:34: Wir waren schon immer eigentlich System-Sprenger weil wir immer von denen, von denen wir enttäuscht waren, die dann abgeklatscht haben und jetzt schwingt das Rad in eine ganz andere Richtung.
00:44:48: Ja, die Leute mit dem meisten authentischen Ideal sind jetzt halt die Blauen.
00:44:54: Ob einem das jetzt passt oder nicht?
00:44:56: Aber den kaufst du seit wahrscheinlich an der Basis eher ab wie da so ein voll gefressener Karsten Schneider, die das dritte Mal irgendwas erzählt.
00:45:04: weil also ich nehme ihn als Beispiel, weil er aus Erfurt kommt.
00:45:08: Ja klar
00:45:08: und rein.
00:45:10: Und die Leute suchen brauchen Menschen in Führungspositionen die Vision eröffnen.
00:45:17: Ich will gar nicht inhaltlich darüber reden, was es Populismus bringt.
00:45:20: Was bringt weiter?
00:45:20: Was bringt nicht weiter?
00:45:21: Politik bringt uns generell nicht weiter.
00:45:23: So weit bin ich mittlerweile.
00:45:24: und für eine geordnete Anarchie.
00:45:26: Das ist jetzt auch ein revolutionäre Gedanke.
00:45:28: aber ich habe Philosophisch studiert und ich glaube tatsächlich wir sind dann im Punkt wo egal welche politische Kohle Wir brauchen nicht nur weniger davon sondern wir brauchen auch wieder ne Form von Flexibilität für die Menschen in unserem Land Die machen wollen!
00:45:41: Ich spreche nicht von Imperialisten Sondern ich sprech von Leuten Wie mir und meinen Freunden, die alle irgendwie versuchen ihren eigenen kleinen Traum zu leben.
00:45:50: Und gestalterisch sind in dem Land, dynamisch sind!
00:45:54: Die so viel Resilienz in sich tragen, dass sie sich nach jedem Schlag wieder irgendwie berabbeln.
00:46:01: dann das doch wieder wie so eine Schlange abstreifen und wie so ein Chameleon, dann doch wieder eine Vision entwickeln.
00:46:07: Und dadurch natürlich das Talent haben ihre Angestellten wieder mitzunehmen.
00:46:11: Weil wenn wir nur noch Führungskräfte haben die keine Vision mehr entwickeln können, die keine Fenster mehr öffnen in einem stickigen dunklen schwarzen Raum voller Rauch, dann ist es ganz schwierig.
00:46:24: Deshalb bin ich wirklich auch... Dafür die Libereienwerte hochzuhalten.
00:46:29: Das bedeutet eben auch, keine Mauern zu bauen, zu niemanden!
00:46:36: Was hat sich denn in der Zeit nach
00:46:38: Mauerfall
00:46:39: im Dorf und für dich ganz persönlich verändert?
00:46:43: Ich wusste, dass die Alten immer gesagt haben, ihr habt alle Chancen.
00:46:49: Macht was aus eurem
00:46:50: Leben!
00:46:52: Und dann hattest du natürlich auch immer so ein bisschen die lethargischen... ich glaube das waren dann so die richtig roten.
00:46:57: Den auf einen Schlag wurde den der Teppich und an Füßen weggezogen.
00:47:04: Die war natürlich schon so ein bisschen lost, aber die taten eben auch kein Leid.
00:47:08: Weil ich meine, die hatten ja jetzt dreißigvierzig Jahre ... Also war ja noch vierzig Jahre DDR-Feier.
00:47:14: Das stand ja auch noch im Straßenrand.
00:47:16: Mit so fahren.
00:47:17: Weißt du, da sind die bei uns durchgefahren und wir mussten hier Spaniermaschinen.
00:47:21: Wenn man wusste, Eric Hornecker fährt durchs Dorf ... War ja nicht so oft, aber auch das Verkehrsknotenpunkt.
00:47:26: Wir haben zwar nur Crystal Matt und eine hohe Arbeitslosenquote!
00:47:29: Aber zu DDR-Zeiten
00:47:30: hat man ja noch verbringten.
00:47:32: Da hatten wir ja noch Firmen.
00:47:33: Eigentlich hatte jeder ein Job.
00:47:34: Unser Job war es dann als Kind.
00:47:36: Hier losstellte ich an Straßenrand.
00:47:38: Eric Hornegger fährt vorbei mit dem Ding.
00:47:40: Das war schon ne andere Wertschätzung.
00:47:46: für dich da so behaupte, aber eben ob die unbedingt ehrlicher waren drüber lässt sich streiten.
00:47:51: Also
00:47:54: und für dich persönlich was hat sich geändert?
00:47:57: Wie war das zum Beispiel in der Schule?
00:48:00: Hast du da noch Erinnerungen daran?
00:48:02: gab es neue Lehrer?
00:48:04: also ich weiß dass ich bin ja dann auf die Weide.
00:48:06: also Grundschule war zu Ende.
00:48:08: Ich war da gerade nicht sechste Klasse oder sowas muss ich gewesen sein.
00:48:12: fünfte sechse klasse so in dem Alter.
00:48:14: Und dann wurde diese Oberschule,
00:48:19: ich weiß
00:48:19: gar nicht mehr.
00:48:19: Die wurde erst eine Realschule und dann konnte man nur entscheiden, macht mal neun Jahre oder mach mal zehn Jahre?
00:48:27: Dann bin ich aber ins Nachbarn-Door, wo da ist eigentlich ein Städtchen, aber es ist eigentlich wie draußen nach Kreusen gegangen, weil das eine Gymnasium geworden war.
00:48:35: Dort habe ich Abitur gemacht.
00:48:37: also ich weiß dass sich die Schulform immer geändert haben.
00:48:40: Das habe ich noch im Sinn.
00:48:42: Weil aber meine Mama wollte, dass ich was mache aus meinem Leben, hat die mich aufs Gymnasium geschickt.
00:48:49: Es war jetzt gar nicht hier, weil ich das Gefühl hatte ...
00:48:51: Vor allem war es ja möglich zu meiner Zeit so, dass ein, zwei ... Und das waren nicht unbedingt die Klassenbesten, sondern ...
00:49:00: Mit Kontakt?
00:49:01: Ja.
00:49:01: Oder Arbeiterkinder bevorzugt oder mit Parteibuch dann das Abitur machen durften und andere ja nicht.
00:49:09: Von daher war das schon mal auch die Freiheit...
00:49:13: Aber jetzt ist genau wieder die andere Richtung.
00:49:15: Das mittlerweile im Bildungssektor beobachte ich bei Freunden hier, dass du echt siehst, also nicht der Intellekt des Kindes entscheidet eigentlich darüber, wann die weiterführende Schule geht sondern eigentlich das Portemonnaie der Eltern.
00:49:29: Das ist ja auch wieder eine Entwicklung, die auch nicht cool ist, die wir
00:49:32: haben.
00:49:33: Wie ist es möglich?
00:49:35: Na, ganz einfach möglich!
00:49:36: Also der Endlust-Diskussion, Elternvertretung, die die Lehre in Wahnsinn treiben... Du siehst es an Problemschulen wo also wir machen uns auch stark für so ne Kinderheimtruppe und da zum Beispiel siehst du's ja, die sind im Ried einer Schule.
00:49:54: Es ist nicht alles so dumm und gemorrt, aber es ist schon ein Riesenunterschied zu einem Gymnasium in Erfurt-Mitte wo die Bourgeoisie ihre Kinder reinsteckt.
00:50:04: Die Entwicklung ist ja auch gewollt dass wir flächendeckend Bildung nicht gleichwertig gut vermitteln sondern dass da einfach eine sehr große unterschiedliche Wertung von dem ist Wo will die Energie hingeben und wo nicht?
00:50:22: Und da, wo es keine starke Elternvertretung gibt, gibt's in der Regel auch total beschissenes Konklomerat aus Leuten, die ohne Idealismus als Lehrer einfach ihren Job machen.
00:50:32: Das ist ganz schwieriges Thema.
00:50:33: Solche gibt sicherlich auf solche Lehrer auch in starken Schulen aber schon deutlich weniger weil die Eltern sich schneller
00:50:39: wehren.".
00:50:39: Du hast gesagt mal deine Eltern haben nicht so die großen Umbrüche erlebt nach ... Wenn
00:50:47: dann nach der politischen... Ja, also was heißt groß?
00:50:50: Wie alle halt.
00:50:50: Alle haben die Jobs verloren.
00:50:52: Alle mussten was anderes machen.
00:50:54: Also ich kenne ja keinen, der nichts.
00:50:59: Das schon aber das ist ja kein großer Umbruch weil ich finde es ist ja ein Unterschied ob es eine Einzelschicksale ist oder ob das jetzt eigentlich etwas ist was achtzig Prozent der DDR Bevölkerung betrifft.
00:51:08: und natürlich haben wir zu diesen wie immer zu den achtzig Prozent gehört.
00:51:12: Das ist auch die die Widerstand geleistet haben.
00:51:14: Das waren vielleicht fünf Prozent.
00:51:17: Fünfzehn Prozent waren hardcore rot, vielleicht auch ein bisschen mehr.
00:51:20: Also dass die von denen, die nur so halb Sozialisten waren, vielleicht dreißig Prozent.
00:51:25: Aber wir waren immer diese graue Eminenz, die da irgendwie mitgeschwommen ist und klar haben alle ihre Jobs verloren.
00:51:32: Deshalb war ja die Angst da, deshalb haben wir keinen Grundbesitz.
00:51:35: Wir haben kein Kredit aufgenommen.
00:51:36: Meine Eltern haben sich dann wieder Jobs gesucht, haben sich dadurch gewuscht und mein Papa ist auf Montage gegangen.
00:51:42: Meine Mama hat verschiedene Jobs gemacht und ist letztendlich bei der Post gelandet.
00:51:46: Also, ja natürlich.
00:51:49: Aber das ist auch der Unterschied wenn du aus einer Familie kommst die Charakter starken Umgang hat mit Lebenskrisen nicht weil es können, weil sie es aber gelernt haben nach einem Genickbruch sich zu erholen und wieder aufzustehen Und auch dass Ego nie so groß war Dass man irgendwie viel verlieren könnte Weil wir haben uns Ich glaube wenn man dieses Bewusstsein hat Das trägt
00:52:17: Du hast das ja dann alles in deiner Teenagerzeit, sag ich jetzt mal diese Erfahrung deinen Eltern und deinem Umfeld auch erlebt.
00:52:27: Was denkst du was das mit dir gemacht hat?
00:52:30: Also mit mir hat es auf alle Fälle viel Gutes gemacht, weil ich wusste natürlich hier mein Obersystem war jetzt nach dem Abitur ganz viele sind auch jener gegangen.
00:52:38: So, wo ich immer dachte, boah ey was fiel mir ein hier gleich wieder ins Nachbarn durfte zum Studieren, da war ich schon richtig cool, weil das Land sich geschafft haben ja!
00:52:46: Also erst mal weg.
00:52:48: also so und allein dieses.
00:52:51: Und früher gab es zwar auch schon Numerus-Klauses, aber längst nicht wie jetzt.
00:52:55: Aber das war natürlich auch weil's Abitur nicht so inflationär war.
00:52:58: Wo ich Abi gemacht hab, da war Thüring noch eins der führenden Länder neben Bayern, deren Qualität des Abiturs sehr auf Bundesebene haben wir die ersten zwei, drei Plätze belegt.
00:53:09: Das war wirklich noch was wert und es wurde eben nicht flächendeckend entwertet, weil man das ganze Mittelmaß ... wieder durchgewunken hat und auch ein Problem dieser Speckschwarte, in der wir allen fest sitzen.
00:53:24: Dass wir mittelmaß jetzt schon eine gute Note geben ist eben auch was wo wir einen kompletten Gesinnungswandel durchmachen müssen sind wir auch wieder bei dem Thema den kreativen gestalterischen Menschen mehr Platz zu geben weil die sind in der Lage meiner Erfahrung dass ja solche Leute auch immer selbst kritischer sind immer entwickelt sind Also davon angetrieben werden, sich selber besser zu werden.
00:53:52: Ich rede hier nicht über eine blinde Selbstoptimierung aber ich rede natürlich auch darüber dass ich früher eine beschissene Küchenchefin war und jetzt glaube in ganz vielen Bereichen echt dazugelernt haben, nicht nur vom Handwerk her sondern auch von menschlichen Händlingen.
00:54:05: Also ich glaube kreative gestalterische Menschen egal ob du gut bezahlen kannst klemmtner bist Musiker-Literate völlig egal wenn du ein bisschen selbstkritisch bist wirst du immer einen Interesse daran haben dich weiter zu bewegen.
00:54:17: da gibt es mal ein Jahr da passiert richtig viel.
00:54:20: dann gibt's mal wieder ja fünf Jahre wo alles eher sehr langsam läuft aber zurückblickend siehst du die wirklich Sinn in ihrem Leben sehen.
00:54:29: Die sind immer wirklich besser nach zwanzig Jahren wie vor, wieder vor.
00:54:34: Und es gibt Menschen die bleiben wirklich stehen und für die Menschen die stehen bleiben haben wir zu viel Platz gemacht in unserem Land und dafür habe ich absolut null Verständnis.
00:54:45: Du hast Philosophie und Germanistik in Leipzig studiert und dann auch in Berlin?
00:54:50: Und während dieses Studiums hast du für einen Privathaushalt gekocht.
00:54:55: Wie kam's dazu?
00:54:57: Also, ich brauchte Geld.
00:54:58: Ich hab die Regelstudienzeit überschritten und war dann natürlich darauf angewiesen, Kohle zu generieren.
00:55:04: also ich habe Barföck bekommen und wenn du es überschreitest kriegst du kein Barfölk oder musst du da mal ein halbes Semester pausierend wieder beantragen kannst wenn alle anderen Sachen durch sind.
00:55:14: Und so kam das!
00:55:14: Braucht einfach Geld.
00:55:15: und ich kam ja nicht hier aus der Bourgeoisie sondern ich kam aus einfachem Verhältnis.
00:55:21: Da hat die Oma dir schon immer einen Fuffi zugesteckt wenn du zu Hause warst aber das wars dann auch.
00:55:26: Das ist jetzt nicht, dass ich irgendwie mir klafft ein Loch und Mutti gibt mir dann zweieinhalb Euro.
00:55:32: Meine Mama war allein Verdiener, mein Papa hat nie Unterhalt für mich bezahlt oder ich glaube immer hundert, immer hundzwanzig DM also so pauschal!
00:55:41: Also dann weiß nicht von der Euro kamen
00:55:43: ja?
00:55:46: Es war nie dieses... Dass jetzt irgendwie viel da gewesen wäre.
00:55:52: Da war natürlich klar, ich kann arbeiten und habe einen Kopf.
00:55:55: Ich hab zwei Beine, so habe ich mir wieder ein Job.
00:55:58: Und wie kam es zu diesen
00:55:59: Leuten?
00:56:00: Am Schwarzen Brett.
00:56:01: Ganz Studentenwerk geguckt am Schwarzen Brett damals gab's ja noch kein Internet.
00:56:05: also hast einfach Telefonnummer suchen das und das und ich weiß nicht mehr genau was dran stand.
00:56:09: aber das gelang auf alle Fälle so wo ich dann da kann ich einmal anrufen.
00:56:13: So habe ich tatsächlich etliche Jahre für die gearbeitet.
00:56:17: Privatküche, das klingt jetzt so geschwallen.
00:56:19: Da waren auch wahnsinnig unspektakuläre Dinge zusammen, in schön selbst zusammengestelltes Büchermüsli.
00:56:24: und ihr müsst wissen also für die die nicht kochen, die jetzt zuhört ein richtig ordentliches Büchermüsli ist wirklich eine richtig nahhafte volumenösegeile Ja, Masse die dich einfach glücklich macht und auf viel zu viele Kanorien hat.
00:56:38: Aber eben ich will nur sagen also für die habe ich auch mal so ein Büchermüsli zusammengestellt geröstete Nüsse Haferflocken, Rockenschrot und gerösteten Nüssen natürlich ganze Walnüsse im Parmakadamien oder so weil sie so gerne gegessen haben aber alles so frisch zusammen mit getrockneten Berberritzen noch eine weiche Birne reingeraffelt Also schon ziemlich schönes Mastenfutter auch einen Braten, den ich vorbereiten habe.
00:57:07: Denen die sich abends dann selber warm gemacht haben wenn sie mal Besuch hatten.
00:57:11: also da waren noch ganz viele unspektakuläre Sachen dabei dass sie gesagt hat du hör zu Ich will jetzt noch ein Kilo Erdbein geschnippelt haben.
00:57:17: Machen wir noch mal eine Erdbeerkurung, machen wir eine Erddbeermilch.
00:57:20: Es war jetzt nicht die Art Kuisine, dass sie das gar nicht machen können.
00:57:23: Aber du hast es ja da irgendwie gemerkt?
00:57:25: Da hat's ja wohl klick gemacht, dass du dafür dich interessierst und mit Talent
00:57:31: hast oder ... Ich glaube, das kam wirklich auch zur Zeit verrückt.
00:57:34: Also ich weiß nicht so.
00:57:35: nach drei Jahren hat man irgendwann der Mann zu mir gesagt.
00:57:40: Frau Großart, die haben trotzdem immer gesiegt.
00:57:41: Sie haben Maria genannt, aber trotzdem gesiedzt.
00:57:45: Sie sollten wirklich drüber nachdenken, Maria.
00:57:47: Sie haben hier einen Talent?
00:57:48: Das müssen sie wissen!
00:57:50: Das ist nicht so üblich.
00:57:53: kochen kann irgendwie jeder aber sie müssen gleich drüber Nachdenken und schmeckt immer irgendwie.
00:57:57: das ist ein talent was wir haben und glauben mir es muss ja auch nicht jede akademiker werden in diesem land denken sind da drüber wirklich mal nach.
00:58:05: und das war nicht so dass ich dann nach hause gegangen bin und da jetzt oh god ja.
00:58:09: Aber das hat was mit mir gemacht.
00:58:11: Das hat etwas in Gang gesetzt, dass ich wirklich auch reflektiert habe.
00:58:18: Insgesamt meine Leistung im Studium war immer durchwachsen.
00:58:20: die waren mal sehr gut bis lala je nachdem wie viel ich arbeiten war.
00:58:24: du hast ja wenig Abzüge als Student weiß es ist ja auch attraktiv und hab mich immer wieder ablenken lassen so phasenweise.
00:58:33: Und da dachte ich, nee, der hat ja schon recht.
00:58:35: Weil auch wenn ich gestresst bin und müde bin ... Ich hab immer dem Anspruch, dass es lecker ist.
00:58:41: So viel Zeit nehm' ich mir dann auch!
00:58:43: Das ist Ergebnis stummt und ich mich nicht dafür schämen muss.
00:58:46: bei so einer, was weiß ich?
00:58:48: Bei einer Semesterabschlussarbeit okay.
00:58:50: Wenn da jetzt mal nur eine Drei rauskommt, okay, das ist ehrlich aber mein Gott bestanden.
00:58:55: Also weißt du's so?
00:58:56: Ja klar.
00:58:58: Beim Essen war das schon anders.
00:58:59: Da hätte ich mich geschämt für eine Dreif.
00:59:03: Und dann ist es dir gar nicht so schwer gefallen, das Studium
00:59:05: abzubrechen?
00:59:06: Schon.
00:59:06: Ich muss ja meine Mama erklären.
00:59:08: Ich komme aus einfachen Verhältnissen und die waren stolz weil sie gedacht haben ich bin an der ersten Akademikerin in unserer Familie und das hat dann schon noch mal ein bisschen gerasselt im Getriebe.
00:59:19: aber das Gute war als ich's dann endlich getraut habe mir zu sagen hatte auch schon die Alternative im Petto.
00:59:25: also so hat mich wiederum auch meine meine Oma meine Mama erzogen dass verfolgt deine Träume, aber nicht auf die Kosten anderer und vor allem organisier sie.
00:59:35: Also ein Traum zu haben und sich nicht drumzukümmern funktioniert nicht.
00:59:40: Ich glaube da habe ich natürlich auch ein gutes Mindset von Zuhause mitbekommen was ich sehe bei Menschen, die so verloren sind.
00:59:46: Da bin ich wirklich sehr dankbar dass ich behütet und gewollt groß geworden bin.
00:59:53: Mit Mitte zwanzig hast du dann eine Kochlehre angefangen?
00:59:57: Hab mich gefragt, wie war das in der Berufsschule?
01:00:00: Warst du da die älteste?
01:00:02: Ja.
01:00:02: Also schon damals... Jetzt ist es glaube ich gar nicht mehr unüblich weil sich das hat sich alles so aufgelöst.
01:00:09: aber damals habe ich auch wieder eine Benchmark gesetzt wenn ich damit sechsundzwanzig dann in die Klasse gekommen bin und logischerweise hat sich auch an der Gastronomie leider viel zum Nachteil entwickelt.
01:00:19: dass jetzt jeder ja mittelmäßige jede Blindschleiche irgendwie unterschlupfen kann in der Gastro ist halt schade, dass man sagt hat die Exzellenz eigentlich auch in diesem Beruf zerstört.
01:00:32: Dass man sagt jeder der zu blöd zum Mauern war den hat man dann in die Kochlehre geschickt.
01:00:37: Ist eben auch ein Dilemma.
01:00:38: aber das scheint ja alles gewollt zu sein weil das System ineinander greifen.
01:00:41: mittlerweile wird ja auch viel zu wenig noch unterschieden.
01:00:44: Die machen zwar eine Kochausbildung sind aber eigentlich Warmbacher von Convenience.
01:00:50: Also, es ist ja eigentlich ein ganz anderer Berufsweig.
01:00:52: Eine ganz andere Lebensrealität, die in achtzig Prozent aller Gestätten stattfindet.
01:00:59: Mhm.
01:01:00: Wer hat dir dann in Berlin die Chance finden?
01:01:03: Muss sie auch einen Ausbildungsplatz suchen?
01:01:05: Ja, ich war erst in einem kleinen Laden im Paris-Moscow.
01:01:07: Das ist so ein Süßer, den kennst du vielleicht, gell?
01:01:09: Da hatte ich mal angefangen, Paris- Moskau.
01:01:11: Das war früher, da wirklich die Berliner Prominenz immer ... also Politprominenz.
01:01:15: Wir haben essen gegangen hier ist der Hauptbahnhof Das Moa Biet und das ist das Paris Moskau.
01:01:19: Das sieht aus wie so ein kleines Fachwerk, ich weiß überhaupt nicht ob es doch gut ist oder in Habe geführt hat.
01:01:24: Da habe ich angefangen und da war aber dieses klassische Ding total beschrubbte Köche wie diese dann im Laufe der Karriere auch noch mal wieder getroffen hast die dich... spüren lassen.
01:01:33: Was denkt denn die alte elitäre Kuh, wer sie sei?
01:01:35: Dabei habe ich gar nichts gedacht.
01:01:36: Ich hab gesagt okay hör zu!
01:01:38: Ich bin jetzt ein bisschen alt, ich habe jetzt aufgehört mit dem Studium und dann so diese ganzen klassischen Klischee ist also dieses Anderdoc-mäßig selber überhaupt kein Ego haben und danach unten so Dreck runterwerfen.
01:01:48: So dass dir so diese Eitelkeit der Köche wird ja oft darin quasi gespiegelt nicht nur das Sie sich erhöhen über andere sondern aktiv auch an Niedrigung nach unten.
01:01:58: Und so war ich dann dort gelandet, dass du unten im Keller die Fenster putzen solltest.
01:02:03: Ohne Leiter aber die Fenstern sind irgendwie ja keine Ahnung zweieinhalb Meter hoch und da ist auch keine Werkbank auf Dieter drauf.
01:02:08: also völlig schwachsinnige Sachen habe Ich auch abgebrochen.
01:02:12: Aber ich hab lange mit mir gekämpft.
01:02:13: Also weil ich habe mich ja auch geschämt das ich jetzt nur mal ein Ausbildungsbetrieb all das war wirklich wo ich denke zum Glück Ich hab mir parallel noch was Neues gesagt, wenn ich mir bedenke wie heute.
01:02:26: Wahnsinn!
01:02:27: Mit wie viel Dorfheit man es auch manchmal zu tun hat wo du denkst nix erreicht im Beruf und Welt?
01:02:32: Und dann musst du dich hier von so einer Null hin und her degradieren lassen.
01:02:35: also das ist schon ganz ganz schwieriges Thema in der Gastro.
01:02:38: Weil da muss sich auch inhaltlich etwas ändern und hat sich auch.
01:02:42: Dann hatte ich totales Glück.
01:02:44: ich habe jemand gefunden auch ein Laden in Berlin Mitte Jägerstraße, Schandarmarkt.
01:02:48: Der Laden ist viele Jahre zu im Gieh und da hab ich meine Kochlehre gemacht
01:02:53: beim
01:02:53: Andreas Krüger.
01:02:55: Und das war ein Match?
01:02:56: Das war immer noch menschlich.
01:02:59: Wir sind auch in Kontakt.
01:03:02: Dann schlossen sich mehrere Stationen nachdem du fertig warst mit der Ausbildung in der Schweiz an?
01:03:08: Genau!
01:03:11: Wir haben zwar gerade das schon ein bisschen angerissen, aber wie hast du dich dann in der Männerdomäne eigentlich durchgesetzt?
01:03:17: Indem ich Grenzen gezogen habe.
01:03:19: Also
01:03:20: dass ist das was ich erzählt hab mit dem Mädchen in der vierten Klasse, was sich weggeschubst hat weil die mich umboxen wollte oder keine Ahnung was sie wollt, aber mich halt wieder blöd anmachen.
01:03:28: und es war keine Ahnung.
01:03:29: Ich bin totaler Schösser gewesen, da habe ich die einfach zurückgeschubst Und so habe ich sie noch mal in meiner Küche gemacht.
01:03:35: Ja,
01:03:36: also meine Art von Selbstverteidigung ist es immer, dass ich gar nicht bewusst aber ein Image aufgebaut habe.
01:03:40: Von einer überspannten hyperventilierten Kuh, liebe Vollexe genannt hat jeder einen Bogen gemacht.
01:03:46: Du denkst boah bevor du die Alte jetzt fragst geh lieber runter in den Keller und hol dir da einen Messer.
01:03:51: Also und die die cool sind blicken ja dann durch das sich auch...ja aber du musst wirklich grenzen.
01:03:57: Und
01:03:57: mit deinem Können auch?
01:03:59: Ist ja auch klar!
01:04:00: Ja aber eh die Jungs das können sehen gerade die Doven Also das dauert schon sehr lange.
01:04:04: Ich glaube, da können so.
01:04:05: jetzt wurde doch die erste Fußball-Trainerin irgendwie bei so einem männlichen Verein ran
01:04:10: gelassen.
01:04:11: Also eine muss ja die Benchmark setzen und die Wegbereiterinnen gab es schon vorher mit der Frauen Nationalmannschaft, die TrainerInnen
01:04:19: usw.,
01:04:20: aber diese setzt noch mal ne andere Benchmarkt.
01:04:23: dass die den Jungs mal sagen kann, wohin es geht.
01:04:25: Da wird natürlich jeder Millimeter in die Waagschale geworfen.
01:04:28: aber damit müssen wir Mädels auch locker umgehen.
01:04:31: Wir nehmen die Challenge an und machen's.
01:04:33: Und ich sag mal das Gute ist Heidi Kabel hat ja früher gesagt solange wie nicht in jeder Position mindestens auch eine bekloppte Frau ist.
01:04:39: also jetzt ein bisschen netter ausgedrückt haben mir die Gleichberechtigung noch nicht erreicht und da muss sie wiederum jetzt einhaken wo ich denke naja da bin ich jetzt auch manchmal am zweifeln Weil man da eben wiederum gucken muss nur durch eine erzwungene Quote.
01:04:52: Gender und Kompetenz sind wichtig, aber beides losgekoppelt voneinander ist vielleicht manchmal das bessere Modell.
01:04:58: ja also und ich verstehe männliche Strukturen wo nie eine Frau reinkommen wird, wenn man es nicht erzwingt.
01:05:04: Das verstehe ich schon.
01:05:05: Ich komme selber auch aus so einem Bereich.
01:05:07: Ich hatte auch zwischendurch auf Events einmal für einen alten Knochen gar.
01:05:11: Ich war ganz stolz, das war bei der Bambi-Verleihung.
01:05:15: Dann hat der Typ mich nur Töpfe holen lassen und abspülen lassen.
01:05:18: Und dann habe ich ganz kurz mal gesagt ... Da hau' ich jetzt ab!
01:05:22: Ich mach das eh wieder hier nur für kostenlos.
01:05:25: Und er darf kochen, er darf braten, er durft anrichten.
01:05:27: Und ich mache hier ... Weil er hier vom Freund nix hält ja?
01:05:31: Die Mayonnaise wird sauer, was weiß ich?
01:05:35: Diese Klischee kennt man auch noch.
01:05:39: Dann habe ich mich richtig aufgeregt und war mit meinem Lieblingskumpel da.
01:05:43: Der hat mir etwas braten lassen.
01:05:44: Es hatte der Vollidiot gesehen aber er hat mich machen lassen.
01:05:47: Er wusste sicher, er braucht die zwei Hände noch, dann hat Philipp ein bisschen gespült, dass wir uns abgewächelt haben.
01:05:53: Man muss schon Grenzen ziehen.
01:05:55: Auch gegenüber autorethin selbst hin, wenn du rausfliegst!
01:05:58: Also ich bin gar nicht aufmüpfig, aber es geht mir wirklich um ein gewisses Gerechtigkeitsempfinden.
01:06:05: Wo du denkst also Leute, Leute, ja?
01:06:08: Bei jedem Schwarzen verstehen wir's der angespuckt wird wo wir sagen so geht das nicht!
01:06:13: Aber wenn eine Frau reinkommt in ein völliges komisches Devot des Team was dem Patriarchen anhimmelt... ...aber in einer Art die völlig schräg ist Da muss ich ja was ändern.
01:06:33: Gibt's noch
01:06:34: zuhauf?
01:06:35: Ja, aber total lächerlich!
01:06:37: Und dann diese Idioten, die so Angst haben vor dem Alphatier sind genau die, die andere da noch an die trinken.
01:06:43: Also wo ich sage das ist ja es so ein Zirkus, wo ich denke sorry also nee entweder Kompetenz Und man entwickelt so durch sein Know-how eine gewisse Stadtlichkeit, selbst wenn man vielleicht vom Sozialtyp her jetzt gar nicht der kommunikative Typ ist.
01:07:00: Aber da kann man sich ja auch noch jemanden holen, der dann vielleicht das Bindeklid, die das Schmieröl ist im Getriebe wo man sagt okay er sieht es nur in Zahlen und der spricht jetzt mal menschlich mit dem Team.
01:07:12: Das will er uns gerade sagen!
01:07:14: Ich glaube da finden sich immer Möglichkeiten aber... Und was ich aber auch immer wichtig finde, das hast du zwar nicht gefragt.
01:07:20: Aber weil wir jetzt gerade so etwas reden ... Ich weiß es aber schon zu schätzen, dass ich in Läden war, wo die besser waren wie ich.
01:07:26: Dass ich dann quasi immer auch besser wurde!
01:07:28: Dort hab' ich's nicht gesehen, weil ich dort immer ein kleines Licht war.
01:07:31: Also ja, wenn Du dann rauskommst aus so einem guten Betrieb und reingehst in einen Betrieb der eigentlich viel schwächer ist, der vielleicht gut wirkt, aber dann bist Du da drin, denkst Du Boah... Ich kann aber schon für.
01:07:43: oder eben ich bin wirklich hier.
01:07:47: Kein Wunder, dass sie dir die Stelle anbieten.
01:07:49: Weil du merkst, du bist viel besser wie die anderen.
01:07:50: also Ja das sage ich immer jungen Leuten egal was ihr macht Du musst einfach zwischendurch Station haben wo du immer das kleinste Glied bist weil du so am meisten lernst.
01:08:00: und aber kleines Glied trotzdem dass es nicht ein unterdrückter Kettenhund ist, sondern wirklich klar bist du dir jetzt vielleicht der kleine Chihuahua im Team.
01:08:10: Aber auch Chihuawa kann eine Truppenstärke entwickeln, das alle anderen Respekt vor dir haben.
01:08:14: und auch Merkenuhr heute ist der Chihuahuam frei Fühlt mir direkt.
01:08:20: Man braucht immer Leute, von denen man noch was lernen kann?
01:08:25: Total!
01:08:26: Das ist ja super wichtig.
01:08:27: Total und das hört nie auf.
01:08:30: Jetzt bin ich aber in dem Alter wo du merkst es ist schwer auch das weitermachen zu dürfen weil man hat seine Schiene wie man kocht, denkt, dass du trotzdem durchlässig bleibst für die Energie von jungen Menschen, dass du dich einführen kannst in deren Perspektive.
01:08:53: ist ja wirklich durchaus auch total konstruktiv und schön, weil die haben eine ganz andere Lebensrealität wie meine.
01:09:00: Und ich glaube da hier ein gutes Match in zu bekommen mit den Generationen funktioniert eben auch indem man keine Mauern hochzieht nicht nur politisch sondern auch generationspolitisch.
01:09:11: absoluter Bullshit.
01:09:12: aber wir müssen über die Rente reden Wir müssen über Kassenbeiträge reden wir müssen einfach drüber reden dass hier nur ganz wenige in diesem Land eigentlich diesen Wahnsinn bezahlen und aber gleichzeitig nur eine Wählerspümmer haben.
01:09:24: Das ist schon ein schwieriges Thema, aber wir müssen daran.
01:09:27: Und das können wir nicht den Populisten überlassen!
01:09:32: Zwanzig Dreizehn bist du dann zurück nach Erfurt?
01:09:36: Also wie kam es dazu?
01:09:38: Dann hatte ich ja auch jemand irgendwo gesehen und hat gesagt Mensch, dass ist genau das was wir jetzt brauchen.
01:09:47: Ja, ich glaube einfach nur weil ich mich beworben habe und nicht so hohe Gehaltsvorstellung hatte.
01:09:52: Also da bin ich jetzt mal ganz realistisch und ich glaube damals ist einfach die Geschichte rund geworden, weil ich dann wirklich wieder zu Hause gelandet bin ohne das zu forcieren.
01:10:01: Weil ich eine tolle Stelle bekommen habe.
01:10:02: Ich hatte hier meine schöne Visitenkarte mit Küchendirektorin Maria Grunz Und die haben mich dann sicher, auch wenn sie manchmal mit dem Kopf geschüttelt haben und da dachten Gott, wie Sie das macht.
01:10:16: Ja also weil ich bin auch ein sehr ehrgeiziger Typ und hatte damals schon nicht die soziale Kompetenz... Also doch!
01:10:24: Ich hatte die sozialen Kompetenzen.
01:10:25: Ich habe eigentlich diese soziale kompetenz, wie sie Männer Mitte fünfzig jetzt noch haben.
01:10:30: Die sich nicht reflektieren ja?
01:10:32: Eigentlich ein ganz normaler Kerl war ich, so'n ganz normalen Küchendirektor.
01:10:37: Richtig schön rott sich von oben herab aber versucht dennoch irgendwie einen Weg zu finden und natürlich immer das Ergebnis als Ziel und nicht irgendwelche Ego-Besprechung rechts und links.
01:10:47: Und da haben die mich einfach machen lassen.
01:10:50: und die Geschichte war dann einfach rund weil ich war Heimkehrerin Ich war eine Frau.
01:10:54: also es waren damals eben auch deshalb glaube ich ein guter Weg für das Gesamtpaket, weil einfach viele Sachen gestimmt haben.
01:11:02: Und natürlich wie immer im lebende Portion Glück.
01:11:05: Wo man sagt du hast Leute die an dich glauben dass das eine aber du musst ja in dem Moment auch mutig sein und Ja sagen und dann müssen die die Jahr zu dir gesagt haben Natürlich dann auch zweimal sich auf die Zähne beißen selbst wenn sie mit diesem neuen Wind Bei vorher war.
01:11:18: das ist immer noch ein konservativer Laden Aber die ganzen Strukturen so vergrustet.
01:11:23: Das war wirklich noch voll GDR Voll so angefangen bei roten Plüschsesseln.
01:11:27: also Es war halt noch ... Ja, wir aufs der guten alten Zeit.
01:11:33: Da hat nur noch Gorbatschow gefehlt und
01:11:36: ja
01:11:37: was soll ich sein?
01:11:37: Wir haben aber auch viel Möglichkeiten gegeben mich zu entfalten bei all dem Stress.
01:11:41: das muss man auch ganz anerkenn sagen.
01:11:44: Und dann nicht zu vergessen hast du inner also ist noch im ersten Jahr ein Michelinstein erkocht so dass es ja auch Wahnsinn.
01:11:53: hast du darauf hingearbeitet oder kam der einfach.
01:11:57: Also
01:11:57: ich habe darauf hingearbeitet, alle in diesem Preissegment glücklich zu machen.
01:12:00: du musst ja eine gewisse Leistung abliefern wenn du ein gewisses Geld nimmst also das definitiv.
01:12:05: aber dass Michelin innerhalb von so kurzer Zeit auf mich aufmerksam wird das wusste ich nicht.
01:12:10: aber ich wusste natürlich dass der Vorgänger dort gearbeitet hat der alte Küchenchef immer auf dem Schirm bei diesen Führern war.
01:12:19: also da musste ich jetzt nicht erst mal reinkommen in das Ranking sondern der Kaiser Kaiserseiber gelistet in allen und ...
01:12:29: Du hast ihn aber nicht erkannt, als er
01:12:31: kam?
01:12:31: Nee.
01:12:32: Aber ich bin ja auch in der Küche um mich im Gastraum und unser Service war jetzt auch nicht so perfekt dass die da so krass sensibel sind und totale Brains das ist alles so ein zusammengeschusteter Haufen gewesen.
01:12:43: Ich bin vor kurzem in der Schweiz gewesen hab dann jemanden überredet aus der Schweiz Dass er zu mir kommt und mein Suche macht.
01:12:48: Der war ja dann erst einen Jahr später da.
01:12:50: Also weißt du, dass wir das dort zusammen gemacht haben und am Anfang war ich so beschäftigt, weil es auch keine Trennung zwischen Bankettgeschäft und Gourmet.
01:12:58: Also ich habe da nicht zwanzig Sitzplätze geschickt, sondern ich hab tausend Sitz-Plätze geschickten unten drunter noch ein Restaurant mit Hundertsitzplätzen.
01:13:04: Das war schon eine sehr unromantische Zeit aber auch ne sehr lehrreiche Zeit Aber natürlich auch mit dem Wissen darum dass du das nicht über hundert Jahre machen kannst Weil dann wirst du zum richtigen Arschloch Und das habe ich halt auch irgendwann reflektiert wenn du dann um ein oder nachts einsam in deinem Küchenbüro sitzt Und keiner mehr mit der Feuerung gönnen will.
01:13:23: Ja, also hier das ist jetzt mal ein bisschen überspitzt.
01:13:27: Aber dann gehst du natürlich auch in dich und da habe ich dann natürlich aus vielerlei Gründen bestimmte Attitüden auch bei mir festgestellt wo ich sehe, ich entwickle mich halt genau zu dem was sich bei meinen Chefs absolut gehasst habe.
01:13:41: und ich verstehe es kommt durch den Stress, weil ich hab nur noch das Problem gesehen und nie mehr den Mensch dahinter.
01:13:47: Und wenn der Punkt erreicht ist wirst du halt dann richtig eklig durch den stress.
01:13:51: entweder fängst du an zu saufen nimmst Drogen oder machst irgendwas anderes oder ziehst die reißleine und sagst nicht muss was verändern.
01:13:58: oder der betrieb muss mit meiner hilfe etwas ändern dass wir gewisse bereiche trennen noch eine pufferzone holen.
01:14:06: Aber du kannst eine Zitrone nicht so lange auspressen, bis sie schimmelt.
01:14:09: Irgendwann kommt nichts mehr.
01:14:10: Es muss auch die Regierung begreifen.
01:14:14: Und der Stern war jetzt gar nicht der große Druck?
01:14:20: Dadurch, dass ich ganz anderen Druck hatte.
01:14:21: Ich hatte viele Mitarbeiter.
01:14:23: Ein Drittel war praktisch immer krank.
01:14:25: Jetzt ist es womöglich noch schlimmer, weil der Staat bezahlt ja krank sein auch sehr hoch, egal ob man krank ist oder sich nur krank fühlt.
01:14:32: Alles ein Riesenthema.
01:14:33: hat sich meine Perspektive von der linken Philosophiestudentin schon komplett gewendet nach zehn Jahren Selbstständigkeit.
01:14:40: Da habe ich dann natürlich viel liberalere ... Jetzt kommt mein Hund!
01:14:46: Hallo, Baby!
01:14:47: Es ist erwacht geworden.
01:14:49: Da haben wir ganz andere Parameter entwickelt in meinem Leben, die ich wichtig finde und dazu gehören konservative Werte wie Loyalität, Ehrlichkeit eine Präsenz.
01:15:09: Dafür gebe ich viel als Chefin, auch materiell von der Empathie her.
01:15:16: Und da sind wir eben auch wieder an dem Punkt, so was muss in unserem Land gewertschätzt werden.
01:15:20: Aber scheinbar ist es ja gewollt die fleißigen Platz zu machen also den Mittelstand ausbluten zu lassen.
01:15:27: Also das ist auch ein bisschen meine Beobachtung.
01:15:29: Also Selbstständigkeit wird eigentlich gar nicht so sehr gewollт.
01:15:34: Jetzt läuft mein Hund zurück!
01:15:37: Das sind die Geräusche.
01:15:39: Doch, ich glaube es ist schon gewollt.
01:15:41: nur man muss halt sehr leidensfähig sein.
01:15:43: Ja gut so können wir uns auch singen.
01:15:45: ja!
01:15:46: Es kommt zu drauf an.
01:15:48: aber es ist natürlich so dass wenn in der Stadt der größte Arbeitgeber im Land ist das sich natürlich ganz viele Werte verändern durch so ein System und das kann nicht gesund sein.
01:16:00: Das ist jetzt mit deinen Worten im Prinzip was ich auch gemeint
01:16:04: habe gesagt?
01:16:06: Seit zehn Jahren seid ihr nun hier in der Bachstelze ohne Stern.
01:16:11: Dafür bist du aber im November Köchin des Jahres von Fallstaff geworden für zwanzig, sechsundzwanzig also bis jetzt hier am Tiende-Köchen des Jahres.
01:16:21: Was bedeutet dir das?
01:16:23: Es bedeutet mir sehr viel, weil ihr müsst wissen.
01:16:25: Ich habe hier einen ganz kleinen Laden.
01:16:27: Ich hab nicht irgendwie ein rundgelutschen Golfclub, den ich hier betreibe, sondern mit meinem Mann Matthias.
01:16:32: Wir haben uns unser kleines gallisches Dorf aufgebaut und versuchen wirklich eine Community zu schaffen die wirklich Spaß hat an Genuss, an Sinnlichkeit, an Begegnung, einfach mal abtauchen vom Alltag und nicht so ein drübergestülptes ... Eiklattes Ding, sondern wirklich das ist auch im Ort mit Brüchen.
01:16:55: Mit Rissen!
01:16:56: Und mit so einer schönen Patina, die natürlich auch intellektuell dann einen anderen Charme aussprüht wie jemand der immer mehr sein will.
01:17:03: Da ist die Bachstelle schon ein kleiner Zufluchtsort für alle genussaffinen Menschen egal ob die reich dick oder dünn schwarz oder gelb das ist mir alles schnurzegal.
01:17:16: wichtig ist das Prinzip der Augenhöhe einfach auch selber genießen zu wollen weil es ja auch für den CEO der vielleicht mal kurz bevor seine Ehe krachen geht, denkt okay ich komme zur Besinnung.
01:17:27: Ich gehe doch mal wieder mit meiner Frau aus und versuche was ganz anderes und dann kommt er hierher und ist ja auch für den mal ganz erfrischend dass der einfach nur einer von uns ist und gar nicht her.
01:17:41: sowieso ja und alle machen den Hofknicks.
01:17:43: also es soll einfach ein entspannter Ort sein, wo jeder Freude haben kann.
01:17:48: Klar kostet das Geld aber es kostete eben auch ganz klar deshalb Geld weil der Stadt die sehr viel wegnimmt und die ganzen indirekten Steuern wahnsinnig viel Geld binden.
01:17:57: und jetzt kommt's.
01:17:58: aber wir bezahlen unsere Leute deutlich über Tarif.
01:18:01: Wir haben natürlich auch ein engmaschiges System bis auf ein Azubi keinen hundert Prozent fest angestellt.
01:18:07: Also aktuell jetzt gerade schon, aber wenn dann immer nur fasenweise also das mal zwei Monate jemandem fest anscheinend.
01:18:12: Ansonsten alle sehr viele auf stundenbasis Freelancer.
01:18:17: Das ist ja auch so ein Ding, es hat sich total geändert.
01:18:19: Es wäre also undenkbar gewesen vor ein paar Jahren dass du sagst Du zeigst jemanden fortyfünf Euro in einem Freelancers Stundenlohn Aber jetzt machst du's locker weil über einen Laden der wie wir wir machen Wir machen sehr unterschiedliche Modelle.
01:18:33: Wir haben nicht nur dieses klassische Restaurant-Prinzip, deshalb fahren wir natürlich beim Mischler auch raus.
01:18:37: Wir hatten zwar in der Regel Mittwoch bis Samstag aber das kann auch mal sein wie letzte Woche dass wir sagen gestarten am Dienstag ziehen durch bis Montag würde ich ja allein schon mit Festangestellten gar nicht gehen weil die dann mit den Arbeitszeitgesetzen gar nicht mehr irgendwie da bin ich ja schon kriminell also muss es ja anders lösen.
01:18:55: Und dadurch, dass wir auch manchmal in Italien arbeiten.
01:18:59: Auch da ist hier das Restaurant zwar zu aber wir verdienen trotzdem Geld weil wir selbstständig sind und dann brauchst du aber keine Fest angestellten Weil die Brosse ja dann bräuchtest du woanders und nicht mehr hier.
01:19:09: lange Rede.
01:19:10: kurzer Sinn also fahren wir eigentlich mit jemanden den du fortyfünfzig Euro pro Stunde bezahlst als Freelancer besser, wie wenn wir ein Fest angestellten hätten.
01:19:19: Und das sind alles so eine Themen wo du sagst da merkst du dass über die Bezahlbarkeit wird viel geredet und dieses ewige Geschwafel ohne dass es jemals zu einer Veränderung führt.
01:19:28: also ich habe da wirklich resigniert und wir versuchen hier in unserem kleinen gallischen Dorf unsere Lösung zu finden und vermitteln das auch den Leuten.
01:19:38: unbedingt darum geht, dass ich Ihnen hier nur demeterprodukte auf den Teller leg.
01:19:42: Sondern das eigentlich das meiste für Sozialabgaben rausgeht und für unsere Angestellten weil wir die auch deutlich über Mindestlohn bezahlen.
01:19:50: wenn jemand anfängt fängt er zwar mit mindestlohnen an aber nach einem Monat gucken wir uns sagen hey bist ein guter Typ passst zu uns mach mal höher.
01:20:00: Du hast ja auch viel im TV gekocht, zum Beispiel bei Kitchen Impossible.
01:20:05: Jetzt hatte ich dann Eindruck, dass du dich ein bisschen aus dem Fernsehen zurückgezogen hattest?
01:20:12: Ist das ein richtiger Eindruck?
01:20:14: Ja!
01:20:14: Also schon kann man sagen... Ich glaube es hat verschiedene Gründe.
01:20:18: Einerseits ist natürlich Fernsehen die struggling genauso wie die Leute im Print.
01:20:24: Es verändert sich.
01:20:25: Fernsehen wird immer bleiben.
01:20:26: aber wenn ich jetzt als große Firma sage Ich hab den Postenkohle.
01:20:31: Was weiß ich?
01:20:32: Bosch sagt, ich habe eine geile Küchenmaschine und natürlich gebe ich die ihr Sally backt.
01:20:36: Und sie macht das in ihren YouTube-Channeln auf ihre Kanäle und beckt dann mit meiner Röhrmaschine ihren Kuchen hat natürlich ne ganz andere Präsenz wie wenn ich sage, ich geb diese Röhhrmaschine irgendeiner Kochsendung der Xen-Kochsendungen im Fernsehen, die eigentlich knapp über eine Million immer nur noch kriegt anzuschauern.
01:20:52: Und Sally Backt hat so viele Millionen Zugriffe.
01:20:58: Das hat sich verändert mit den starken Finanzpartnern, die man hat.
01:21:03: Und das öffentlich-rechtliche schlingt ja so viel Geld für sich selber, dass natürlich eine inhaltlichen Qualität gespart werden muss.
01:21:10: und das heißt auch an den Protagonisten.
01:21:13: Wenn es für mich einfach finanziell attraktive ist hier ganz normal zu Hause zu kochen wie das ich mich da irgendwo hinsetze und zwei Tage im schlimmsten Fall Platte mache weil was weiß ich Hamburg jetzt zum Beispiel nicht um die Ecke Da muss ich dann immer gucken, wie's regelt.
01:21:29: Weil ich bin hier allein köchen und wenn nicht da bin das ja auch nix vorbereitet.
01:21:33: also musst du immer so ein zwei Tage einrechnen und wenn sich das finanziell nicht rechnet bist du raus.
01:21:38: Und Corona hat dem Ganzen glaube ich noch einen Turbo eingesetzt.
01:21:43: Aber Anfang hatte ich mich auch noch zweimal impfen lassen aber Das wär's ja gar nicht gegangen.
01:21:47: Aber dadurch, dass ich nach ein paar Monaten wirklich gemerkt hab die ganze Schose entwickelt sich in eine völlig falsche Richtung und ich soll die Gestapo sein und alle anderen sitzen zu Hause im Homeoffice Und wir sollen hier aber irgendwie unsere Gäste überprüfen als welche die Sitte.
01:22:01: das hatte natürlich einen Turbo bekommen wo ich als ehemalige Philosophie Student natürlich wirklich dachte also äh...das ist nicht nur schräg, das is richtig gewollte Spaltung die einen ganz, ganz faden Beigeschmack hat und die fehlende Aufarbeitung dieser Corona-Jahre mit dem angeblich nicht vorhandenen Impfzwang alles ganz schräg.
01:22:25: Es hatten Turbo es geht nur noch um Angst es geht nun auch um Spaltung Und deshalb finde ich es doppelt wichtig, dass es Orte gibt wie die Bachstelze.
01:22:34: Wo man wirklich noch den Mut hat zu sagen Ich überprüfe nicht die Gesinnung meiner Gäste Sondern ich freue mich auf jeden Egal ob der einen Strick-Pulli trägt oder von Papenpräher irgendein überteuertes Blüschen anhat.
01:22:45: Wirklich jedem so wie's ihm gefällt Wie er selber sich schön machen kann Weil jeder der innere Schönheit nach außen trägt ist willkommen.
01:22:55: Du hast ja auch... in einem anderen Gespräch mal angedeutet, dass du die Vermutung hast, dass zum Beispiel das so eben ja, so hast gesagt mit sechsundzwanzig schon graue Haare bekommen.
01:23:09: Dass das auch irgendwie so ein Ding ist wo man da vielleicht nicht in gewisse Schablonen reinpasst.
01:23:16: Ja, also ich glaube Medien das war für mich eine tolle Chance auch meinen Namen in der Breite bekannt zu machen.
01:23:21: Das will ich überhaupt nicht missen, dass wir überhaupt nicht klein reden ist genau wie mit einem Stern.
01:23:26: da bin ich einfach nur dankbar.
01:23:28: aber man muss auch realistisch sein.
01:23:29: wenn die mich angefragt haben dann weil ich jung war dann weil Ich ne Frau Bin Aber Nicht Weil Ich Ne Botschaft Verkünden Darf.
01:23:37: Also so Ist das ja schon nicht.
01:23:40: und jetzt wo ich vielleicht mal wieder Eine Botschaft hätte Lieberale Werte Zu Sterne den gestalterischen Mensch mal wieder mehr eine Bühne zu geben.
01:23:50: Das ist nicht
01:23:51: gewollt,
01:23:52: also davon finde ich aber zutiefst überzeugt.
01:23:55: Ich hoffe nicht dass das so ist!
01:23:56: Also hier kannst du deine liberalen Botschaft
01:23:59: senden
01:24:00: und jederzeit...
01:24:02: jederzeit sagen, was ich denke.
01:24:04: Aber genau um das zu bewahren auch für die Generationen, die nach uns kommen, dass hier nicht irgendein Social Media Eintrag über die Karriere eines Menschen entscheidet.
01:24:12: also daran müssen wir arbeiten und ich bin nicht für ein Social Media Verbot!
01:24:17: Ich bin überhaupt nicht verboten.
01:24:18: da fängt ja der ganze Scheiß schon an, dass ein liberaler Mensch niemals Dämmensch sein wird, der sich für Grenzen- und kleinbürgerliches Kastensystem einsetzen wird.
01:24:30: Ja, und ich meine damit nicht das rechte Stärkeren sondern meine Erfahrung ist in meinem Leben.
01:24:34: Ich als starke Beschützer auch immer ganz viele schwache Und nicht weil ich mein Image aufpolieren will Sondern weil ich einfach schlicht weg Menschlich weiß, mir geht es gut.
01:24:44: Ich bin dankbar.
01:24:45: Also kann ich meine Dankbarkeit auch teilen mit anderen.
01:24:48: und sind kleine Gesten?
01:24:49: Und das kann jeder machen unabhängig vom Geldbeutel!
01:24:52: Ich lasse mich zum Beispiel auch seit Jahren nie mehr mit Politikern fotografieren, ablichten... also wenn ich die sehe, passiert vielleicht mal, wenn ich irgendwo bin unterstehe oder fotografiert mich einer weil ich gerade mit dem was mache aber ich war kein aktives Bild mehr mit denen.
01:25:04: Weil ist das eh totaler Quatsch du wirst so schnell geframed außer ja.
01:25:09: Dann sagt man wieder, Demokratie ist anstrengend.
01:25:11: Aber das braucht doch nicht den Bürger erklären, der hier zehn Jahre selbstständig ist.
01:25:16: Dass Demokratie immer ein Ring um Werte ist klar aber feststeht eben auch Ein Ringenumwerte bedeutet dass alle Umwerter ringen dürfen.
01:25:24: ja so viel zum Thema.
01:25:28: Bei mir gibt es immer zum Schluss noch ein paar Fragen die relativ fest stehen sind.
01:25:36: Die erste wäre was ist der beste Spielfilm über die DDR?
01:25:41: Der beste Spiel für ... Ich bin immer so schlecht mit Namen.
01:25:46: Wie heißt das?
01:25:46: Mit dem Trabi, dieser ...
01:25:48: Gotab-Trabi.
01:25:49: Ja
01:25:50: genau!
01:25:50: Also für mich war ja auch zehn als die Wende war.
01:25:52: aber das kennt man noch alles.
01:25:53: Das Aufbauzelt und jeder der nicht hierfür für was für Sie ich hundvierzig Euro nach Lorette Mar gefahren ist.
01:26:00: Der ist halt mit einem Trabant in diesem blöden Zelt auf dem Auto losgefahren.
01:26:04: Und vor allen Dingen wie damals schon realistisch dargestellt wurde dass man dann im Westen gefahren Und da durfte man dann im Campingwagen, im Garten übernachten.
01:26:15: Weil man nicht ins Haus durfte.
01:26:17: Genau so war es!
01:26:18: Also so haben's meine Eltern auch erlebt.
01:26:20: Das war wirklich sehr authentisch.
01:26:23: Was ist dein Song zum Mauerfall?
01:26:26: Mein Song zur Mauer-Fall habe ich für Frieda.
01:26:32: Das war meine unangefochten Superstar.
01:26:34: Wirklich?
01:26:36: Ich dachte, diese Leute gibt es gar
01:26:38: nicht!
01:26:38: Ja, ich bin übel.
01:26:39: zu David Heslhoch fängt gewesen.
01:26:41: Meine Mutter, also die wirklich... Der kommt schon ohne Raus.
01:26:46: Wir lachen uns da jetzt manchmal kaputt.
01:26:47: Da gibt's immer diese Instagram-Einträge.
01:26:49: Er ist der Grund warum die Mauer gefallen ist und ich wünschte mir so ein Song heute wieder.
01:26:53: aber wer könnte das sein?
01:26:54: weißt du man weiß es nicht.
01:26:55: wir brauchen wieder so einen Happy Lookup for Freedom Song.
01:27:00: Siehst du mal, jetzt habe ich schon ein, zwei oder drei Leute kennengelernt die den Song würden.
01:27:05: Ja und es geht um die Zeit.
01:27:07: Ich hab damals, das war meine ersten Schallplatten danach der Wende, die Bravo-Hilz immer dieses in der Mitte bei der Bravo des Plakats.
01:27:16: also so wie halt überall, so wie das halt so
01:27:18: war.
01:27:19: Der David wird sich freuen!
01:27:24: Deine erste Schallplate für Westgeld?
01:27:28: Weiß ich so gar nicht mehr, weil ... Ich hab mir die schenken lassen.
01:27:32: Das war aber auch Bravo-Hits.
01:27:34: Also richtig ... Jetzt würde ich denken, wär's Lou Reed gewesen oder irgendwas Geiles, was ein bisschen charakterstark wird?
01:27:41: Aber nee, das war hier Bravo-hits-Volumen sowieso!
01:27:48: Bist du schon mal und zu welcher DDR-Band bist du zum Konzert gegangen zuletzt?
01:27:55: So genau weiß ich es nicht.
01:27:56: Aber damals so Karat-Pudis, also sowas immer.
01:28:01: Was im Dorf vorbei kam?
01:28:02: Ja, genau.
01:28:04: Ich bin gar nicht hinterhergezingelt.
01:28:07: Aber wie Pudis ... Die haben zwei, drei richtig geile Lieder, was auch in TTT-Stiften im Osten ganz klar ist und die aber einen richtig guten Vibe haben.
01:28:15: Sag mal noch zum Schluss deinen Top three DDR-Songs.
01:28:19: Top three DDR-Song.
01:28:21: Wahrscheinlich Nina Hagen Du hast den Farbfilm vergessen, fand ich immer cool.
01:28:26: Dann über sieben Brücken muss du gehen weil hatte er eigentlich auch Karate erst gesungen und dann einfach nur für ein Vibe.
01:28:33: geht zu ihr vom Pudi ist doch schon ziemlich cool.
01:28:36: Mariette danke ich dir fürs Gespräch!
01:28:39: Gerne!
01:28:43: Weitere Infos zu dieser Folge oder zu allen anderen findest du wie immer auf meinem Instagram oder Facebook Profil.
01:28:52: lasst doch dort gern ein Abo da.
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