Kultschauspieler Winfried Glatzeder im Gespräch mit Antje Riis
Shownotes
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Winfried Glatzeders Autobiographie "Paul und ich":
https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/paul-und-ich/978-3-7466-3504-0
Transkript anzeigen
00:00:01: Ich musste ins Kinderheim, wo ich immer noch einpinkelte und alle mich drangsaliert haben.
00:00:06: Und sie haben da vom Sieg des Sozialismus in zweieinhalb Jahren geredet.
00:00:13: Wollten mich schützen?
00:00:16: Das war ihre Legende!
00:00:19: Sie haben einen Brief mitgebracht, wo ich verleumdet werde.
00:00:22: Denen haben sie selber geschrieben und selbst in einem Briefkasten abreingeworfen.
00:00:28: Das hast du später aus den Akten?
00:00:29: Das
00:00:29: habe ich später in meiner Akte erfahren.
00:00:32: Und sie saßen da und taten so als wenn sie mir helfen wollten.
00:00:36: Nein!
00:00:36: Sie wollten mich sozusagen klein kriegen durch meine Angst dass ich diesen Beruf nicht weitermachen kann.
00:00:46: Wann spürte ich, dass ich immer eingengt war?
00:00:49: Und das passte zu meiner Natur.
00:00:51: Ich war sozusagen nur in meinem Beruf und in meiner Beziehung zu meiner Frau frei.
00:00:58: Alles andere empfand ich als unangenehm.
00:01:01: Also ich hab mich nach der Mauerbau, wie ein Huhn eingesperrt gefühlt.
00:01:11: Aber nach einem Zusammenbruch eines Systems fängt er erst mal Chaos an, eh das Chaos wieder durch Ordnungskräfte in die Bahn gelenkt wird.
00:01:21: Also da hast du ja viel mehr davon erfahren und so war es auch – und sowas mag ich nicht!
00:01:29: Ich bin kein Typ für
00:01:30: Revolution.".
00:01:38: Jeder der am Osten aufgewachsen ist oder in der DDR groß geworden ist kennt den Film.
00:01:44: kein anderer Spielfilm Legendenstatus erreicht hat.
00:01:47: Die Rede ist von die Legende von Paul und
00:01:50: Paula.".
00:01:51: Die Hauptdarsteller wurden mit diesem Film zu Stars-und Kultfiguren, mein heutiger Gast ist Winfried Glaceda.
00:02:09: Sein Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter erst im Alter von fünf Jahren.
00:02:15: Wenn die Großeltern auf Reisen ging um im Land den Sozialismus zu verkünden, steckten sie ihn immer wieder ins Heim.
00:02:22: Wie kam Winfried Glaceda der eigentlich Maschinenbauer gelernt hat zum Theater, zum Film und schließlich zu seiner großen Rolle in Die Legende von Paul & Paula?
00:02:33: Welches Szene ließ die Zensur herausschneiden Und wie schaffte er es, dass die Stasi ihn nicht wie geplant zum IM Liebling machen konnte?
00:02:42: Wie um Frankreich ist seine Stasi-Akte dennoch?
00:02:45: Darüber haben wir gesprochen.
00:02:47: Außerdem erzählt Winfried Klatsheder warum ihm die DDR zu eng wurde was ihn schließlich bewog Anfang der achtziger Jahre einen Ausreiseantrag zu stellen wie die Familie damit klar kam und wie er und seine Familie im Westen angekommen sind.
00:03:04: Welche Rolle spielte dabei Angelica Dom Röse, die die DDR schon einige Zeit vorher verlassen hatte?
00:03:10: Und wie erlebte er von Westberlin aus den Mauerfall.
00:03:13: Er erzählt auch dass er in diesem Jahr die zwei wichtigsten Frauen in seinem Leben begraben musste und wie es ihm heute geht.
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00:03:29: Den Link dazu findest du in den Show-Notes und auf YouTube ist es auch mittlerweile möglich mit sogenannten Supers!
00:03:37: Und jetzt geht's los – Mit der neuen Folge.
00:03:40: viel Spaß dabei!
00:03:42: Ja herzlich willkommen Winfried Glazider.
00:03:45: ich freue mich riesig.
00:03:47: Na ja, mal sehen.
00:03:50: Es geht ja schon heiter los hier!
00:03:56: Mit deiner Rolle Paul in die Legende von Paul und Paula hast du einen Legendenstatus manifestiert?
00:04:04: Hast du den Erfolg des Films immer zu schätzen gewusst oder gab es auch Zeiten wo dir diese Rolle lästig oder hinterlich war?
00:04:12: Ja also das ist so widerlich weil eben die Frage nach Paul.
00:04:15: und Aber ich bin glücklich, dass sich diesen Film machen durfte.
00:04:20: Weil das ist der einzige Film, der zwei Generationen überdauert hat.
00:04:25: Wir haben ihn, glaube ich, in den Seventies gedreht oder in den Siebten war es nicht mehr.
00:04:29: Ich bin auch schon ein bisschen gaga und alle meine Filme sind vergessen außer die, die ich jetzt vor zwei Jahren.
00:04:38: aber selbst ein Film, wenn er heute eine oder zwei Jahre noch von irgendjemandem filmen.
00:04:46: gesehen wird, dann ist er hinterher vergessen.
00:04:49: Also das war der größte Glücksfall meiner beruflichen Karriere aber der allergrößte waren natürlich meine leider gerade verstorbene Frau und Angelika die auch gerade verstorben.
00:05:04: es waren sozusagen die drei Glücksfälle in meinem Leben.
00:05:07: ja und insofern Wenn auch wer immer fragt nach Paul und Paula, bin ich natürlich unheimlich glücklich.
00:05:17: Dass das wieder einer der Generationen ist, die überhaupt noch lebt.
00:05:21: Weil sie sterben ja alle weg?
00:05:23: Ich bin ja der letzte Überlebenden von Paul und Paola.
00:05:27: Ich weiß gar nicht ... Doch es gibt einen Christian Steier, ein Kollege von mir, der lebt noch.
00:05:32: Und auch noch Heidemarie Wenzel.
00:05:36: Aber ich werde Sie überleben!
00:05:38: Das hast du ja vorgenommen, ne?
00:05:40: Ja.
00:05:42: Mehr als zehn Filme hast du davor gemacht und warst auch schon in Theaterstar zu diesem Zeitpunkt, als Paul & Paula gedreht wurde.
00:05:52: Warum denkst du, schlug der Film so ein?
00:05:57: Also, so viele Filme hatte ich vorher nicht gemacht.
00:05:59: Hauptrollen hatte ich nur zwei.
00:06:01: Das war Zeit der Störche und der Mann nach der Oma kam.
00:06:04: Und dann war das der dritte Film ... Erfunden hat diese Figur, der Balmonde des Ostens.
00:06:12: So nannte man mich in einer DDR Ulrich Theint für seine Rolle oder sagen wir für seinen ersten Film Unbekannte Bürger.
00:06:22: das war so eine Fortsetzungs-Fernsehfilm Mich mit der eingeschlagene Nase suchte weil er Geschichten jener Nacht gemacht hat und mich im Babelsberg wo ich als Kleindersteller überall versucht habe Kohle zu machen.
00:06:38: Da gab es irgendwie fünfundsiebzig DDR-Markt.
00:06:41: Wenn man einmal durchs Bild kommt, da hat er mich entdeckt und gesagt zu seiner Regie, das ist ein Suchmal dem mit der eigenen schlagenden Nase, der ist ungefähr zwei Meter groß ich war ins dreien neunzig Und so dünn wie ein Ringwurm.
00:06:54: Also ganz schlottrige Don Quixote-Gestalt und die hat mich wirklich in Babelsberg gefunden, dann habe ich damit gemacht unbekannte Bürger und die Rolle hieß Belmondo.
00:07:05: alle Journalisten haben sich dann geeinigt.
00:07:09: das ist der Bolmendo des Ostens.
00:07:13: Ich kann schon nicht mehr richtig reden aber wie war die Frage?
00:07:18: Warum denkst du, warum der Film so eingeschlagen ist beim Publikum?
00:07:22: Ja.
00:07:23: Jetzt hab ich's wieder verstanden.
00:07:25: Also ... Ich glaube, dass der Film ... Weil ich so gut
00:07:29: war.
00:07:30: Nein!
00:07:31: Weil Angelika, die eigentlich für die Rolle viel zu alt war, da waren wir nämlich schon um vierunddreißig also steinalt für eine junge Flaschenrücknahmeverkäuferin, die achtzehn sein sollte.
00:07:47: Aber Caro hat immer gesagt, im Angesicht von Glaceda bist du wieder jung.
00:07:53: Nein ich hab da... Also
00:07:54: hat Angelica Dombose dir die Rolle zu verdanken?
00:07:57: Eigentlich hat sie mir den Erfolg der Rolle zu verdanken weil wir beide bei Beno Besson an der Volksbühne große Rollen und kleine Rollen gespielt haben.
00:08:06: das war damals so das Prinzip dieses Ensembles Und Angelica war mir gegenüber als Perfekte Handwerkerin.
00:08:18: Also, wenn man als Hochspieler sein Handwerk beherrscht, dann ist man verführt ein bisschen boniert gegen Anfänger zu sein.
00:08:27: und das war sie nicht weil sie ihr gesehen hat dass ich da große Rollen an der Volksbühne gemacht habe und sie meine Kleine in meinem Stück zum Beispiel Setschern wo ich den Flieger gespielt habe hat sie die Nichte vom Lande gemacht wo sich sicher unheimlich sauer war.
00:08:42: Aber wir trafen aufeinander und bei den Probeaufnahmen ergab sich, dass wir beide am besten, das nennt man Konstellationscasting.
00:08:51: Das ist widerlich so.
00:08:52: was?
00:08:52: weil zehn Leute hinter dir stehen und warten, dass sie es sind.
00:08:57: So aber was viel interessanter vielleicht war, war, dass man in der Volksbühne, in einer Kantine wo wir nun beide engagiert waren nicht darüber geredet hat Dass man Vorsprechen war bei dem berühmten Regisseur und dem Buch von Plänsdorf, einer Caro der Regisseure.
00:09:16: Und Pläntsdorf der Autor ... Weil die Leute hätten ja dann ... Also dass man zum Vorsprechen geht hat man nicht gesagt in der Kantine.
00:09:25: Weil manche geben ja an uns, ich geh zum Vorsprechend zur DEFA- und große Rolle und so.
00:09:29: Das war eher verpönt oder?
00:09:32: Ja.
00:09:32: Beim Film zu arbeiten, oder?
00:09:34: Das
00:09:34: kommt noch dazu.
00:09:35: Also wer geht da schon nebenbei zum DEFA-Studio und dreht, weil so alle eifersüchtig waren ... So aber wenn sie dann gefragt hätten, Narvinne ist es denn geworden?
00:09:46: Und ich muss sagen oh leider nicht, haaa das tut uns aber leid!
00:09:53: Man redet
00:09:53: nicht über ungelegte Eier.
00:09:55: Genau man legt nicht über umgelegten Eier, das mache ich bis heute nicht.
00:10:00: Manchmal bin ich verführt, das doch zu machen.
00:10:05: Weil ich zu eitel bin aber meistens mache es nicht.
00:10:08: und insofern ist das warum der Film so lange ... weil wir damals den Nerv der Leute getroffen haben.
00:10:17: oder sagen mal Caro als Regisseur und Plenztorfer als Autor hat aus dieser eigentlich geplanten dokumentarischen Filmentwurf den eine Regisseurin Ingrid Reschke machen wollte, die aber vor dem Drehen starb.
00:10:35: Also kurz vordrehbeginn und dann hat Karo und Plensoff uns besetzt und dann die Geschichte völlig umgeschrieben.
00:10:43: Und man könnte gemeinschmonz hätte es drausgewonnen, aber wir haben sie so gut gespielt.
00:10:51: Karo hat sich so gut inszeniert und Plensow hat auch so viel Gute ... Einfälle gehabt, was die Lieder der Pudis angingen, die der Gott hat komponiert.
00:11:05: Wir waren alle top und wir haben nicht gespielt, sondern wir waren!
00:11:10: Ich war der Spießer.
00:11:11: der persönliche Referenz des Außenhandelsministers Angelika war die Göhre aus der Ackerstraße.
00:11:20: Das war sie auch wirklich, also ich, der Spießer, der war ich und Caro hatte nur Sorge dass wir nicht spielen sondern er hat immer gesagt oh ich habe mir das so authentischer vorgestellt mach doch mal einfach gar nischt macht doch mal gar nisch.
00:11:38: und es war so wenn er geschrien hätte und gesagt ihr habt mir die ganze Szene versaut ich hab mir die ganz anders vorgestellt Dann wäre es nicht egal, dann hätten wir gespielt.
00:11:48: Und so dass er uns mit gleichmütiger Traurigkeit und Enttäuschung das seine Ideen nicht aufgeht hat uns angestachelt und aufgehetzt authentisch zu sein und nicht zu machen.
00:12:03: Das haben die Leute wahrgenommen, dass da zwei unterschiedliche soziale Aufsteiger, also die eine Flaschenverkäuferin oder Flaschennrücknahme-Verkäuferinnen und ich der ehrgeizige Emporkömmling.
00:12:23: Und dass sie zueinander finden, das waren alle Tolle ... Das ist ja das Pygmalionthema auch ein bisschen.
00:12:30: Aber ich finde überhaupt nicht, dass es ne Schwanz hätte.
00:12:34: Wenn man jetzt das erste Mal gesehen hat... Ich hab ihn gestern noch mal angeschaut.
00:12:40: Der Film ist ja eben ein Film über die wirklich wahre reine Liebe.
00:12:45: Und ich glaube, da spiegeln sich auch so viele Menschen drin, weil nicht jeder geht dieser Liebe nach im Leben.
00:12:54: Also ganz viele Menschen sind ja doch kontrolliert oder denken sich nein das wird nix, das passt nicht und sozusagen diese wahre Liebe ... zu leben, dafür braucht man ja auch Mut.
00:13:12: Absolut!
00:13:12: Also deswegen bin ich als Spießer sozusagen auch von meiner Frau genommen worden.
00:13:19: Ich habe sozusagen auch Hemmung vor einer Beziehung gehabt und meine Frau hat das gerochen dass sie die Geduld hat mit mir sechzig Jahre mich zu ertragen.
00:13:33: Ich wollte eigentlich frei sein und nur diesen Beruf machen.
00:13:37: Ja, du hast ja ständig Schluss gemacht?
00:13:39: Und ständig Schluss gemacht bevor wir überhaupt angefangen haben genau!
00:13:44: Und so ist das eben dass die Leute auch... sich schnell einrichten wollen.
00:13:50: Weil so viele Dinge, es kommt Beruf ist Abschluss der Schule glücklich sein und wie und in der DDR war das Glück ja sozusagen sagen durch die Mauer sowieso auch ein bisschen begrenzt.
00:14:03: also das heißt Es wäre eigentlich einen Raum für die größte Fantasie in der Liebe gewesen.
00:14:11: aber alle wie wir sind haben dann immer noch andere Interessen.
00:14:17: Ja, und vor allem bei deiner Rolle war es ja doch auch gesellschaftliche Konventionen.
00:14:22: Natürlich!
00:14:23: Es gehörte sich eben nicht für so ein Empor-Combling wie du sagst sie scheiden zu lassen?
00:14:30: Genau.
00:14:31: Und jedes Mal, wenn man den Film sieht, muss ich ja sagen ... Es ist wirklich auch Angelika Dumm-Röse in ihrer ... Wie sie frei ist, obwohl sie eigentlich überhaupt nicht frei ist als alleinerziehende Mutter, spielt das ja auch grandios, muss man sagen?
00:14:50: Ja!
00:14:51: Als du das Drehbuch bekommen hast Was hast du da gedacht?
00:14:55: Hast du gespürt, manchmal hat man ja so ein Gefühl.
00:14:58: Dass das irgendwie was sein könnte, was für deine Karriere auch wichtig ist?
00:15:04: Nee, so hab ich nicht gedacht.
00:15:06: Ich war glücklich am Theater bei dem Besson und alles, was aus Babelsberg kam, war die Möglichkeit Kohle zu verdienen um ... Ich war ja zu dem Zeitpunkt schon mit meiner Frau verheiratet und hatte schon den ersten Sohn produziert.
00:15:25: Wir lebten in einer anderthalb-Zimmerwohnung, also ich war eigentlich ausgelasselt.
00:15:31: jetzt noch ein Film dazu ... Und Angelika hat davon nicht geredet, dass sie Probeaufnahmen hat.
00:15:37: Ich habe auch nicht davon geredeht.
00:15:39: Ich hab das Buch gesehen und gedacht unter anderem ist es ja nicht schlecht.
00:15:46: Die Dreharbeiten zum Beispiel auf dem Boot?
00:15:49: Das hab' ich mich gefragt!
00:15:51: Ihr wart ja da recht leicht begleitet, vor allem den Heliker.
00:15:56: War es denn überhaupt warm?
00:16:01: Ja das weiß ich nicht.
00:16:02: Das spielt bei Schauspielern keine Rolle.
00:16:04: also wir müssen ja manchmal im Winter auf einem Berg Sekt trinken und dann friert die Zunge oder das die Lippe am Glas an.
00:16:13: Das spielt beim Drehen keine Rolle, es musst du abreißen.
00:16:16: dann oder bitten macht er sie in warmem Waschlappen bringen.
00:16:20: also dass ist unwichtig ob es warm war.
00:16:23: ich weiß nur dass es bei der Essen-Szene im Bett wo ich von der Kampfgruppe abhauer und zu ihr ins Bett gehe und wir miteinander zum ersten Mal schlafen da weiß sich dass durch die vielen Scheinwerfer, die in einem kleinen Studio waren im Tonkreuz das Essen anfängt zu stinken.
00:16:44: Und wir trotzdem voller Leidenschaft auf unsere Körper in den Spieß reinbeißen mussten, der schon lange was am Anfang zu ... ja ganz eklig.
00:16:57: also da haben wir dann sozusagen den Ekel, den wir gegen das stinkende Fleisch hatten überspielt.
00:17:04: Das ist ein Handwerk, aber ich weiß dass es da sehr heiß war weil die Scheinwerfer auf unsere Nackenleiber geschienen hat.
00:17:15: Auf dem Schiff war's so schön, weil viele andere Kleinersteller die ganze Familie ... Woher
00:17:22: kamen die denn alle?
00:17:23: Da waren ja wirklich auch so besondere Typen dabei, diese älteren Leute.
00:17:27: Genau
00:17:27: das hatte die Besetzungsabteilung der DFD hat für Kleinderstelle einen speziellen Scout sagt man heute und die haben die irrsten Leute zusammengesucht.
00:17:39: Und da spricht mich manchmal wenn er nicht gestorben ist eine Frau oder ein Mann an und sagt ich habe doch bei ihnen mitgemacht wird immer weniger weil ich ja der letzte Überlebende bin.
00:17:52: Ja, vielleicht.
00:17:55: Wann hast du den Films letzte Mal gesehen und was macht er heute mit dir?
00:18:00: Also ich habe den Film im Kino Toni das ist am Antumplatz in Weißensee ihn vor jetzt im Oktober gesehen Und da war voll das Kino und es war zu Ehren von Angelika, die gestorben war.
00:18:18: Die ich auf dem Dorotheen städtischen Friedhof mitbeerdigt habe.
00:18:25: Da war ein Publikum was den Film mit sehr viel Ehrfurcht und ich glaube auch Genuss gesehen hat.
00:18:35: Und da hab' ich ihn mir von der letzten Reihe angesehen vom Anfang bis Ende.
00:18:39: Weil man ... Ich guck mir meine Filme also... Gute Handwerker gucken sich ungern einen wackelnden Stuhl an.
00:18:49: Wenn er als Tischlermeister ein Stuhll gemacht hat und der wackelt, sagt ach ich will dich lieber nicht sehen oder das Phonier was darauf gemacht hat wählt sich.
00:18:59: Und so sie findest du als Schauspieler Handwercker natürlich auch bei der Beobachtung deiner vor fünfzig Jahren gemachten Arbeit immer Fehler Und das ist eigentlich Körperverletzung, wenn man sich das antut.
00:19:13: Aber ich hab's gemacht und muss sagen ein großer Teil der Szenen mit Angelika und auch alleine da habe ich gegen Angelika würde ich sagen stand.
00:19:26: also ich konnte einen eben würdiger Partner sein.
00:19:33: ja
00:19:33: Also du kannst
00:19:35: hocks Milde
00:19:36: auf deinem Junges ich.
00:19:37: Ja, ja
00:19:37: also Angela Merkel sich den Film als ihren Lieblingsfilm aussuchte hat sie auch und daneben saß da noch ein berühmter Regisseur der Sabine haste gut gemacht.
00:19:48: Ich sag ja Karo war ein guter Regisseure der uns befreit hat und uns machen lassen.
00:19:53: Und handwerklich ist das prima alles von allen Gewerken.
00:19:59: Wie lange konnte man denn in den Siebzigern von so einer Rolle leben?
00:20:03: Ja, das war nicht viel.
00:20:05: Ich weiß es nicht – ich glaube, da gab es rund six Tausend DDR-Markt.
00:20:09: Das bekam an den Ardenne der Wissenschaftler als Taschengeld.
00:20:17: Und auch einige Regierungsmitglieder haben, also wie Schalkolotkowski viel mehr bekommen.
00:20:24: Aber ich hab es ja in der anderthalb-Zimmerwohnung gut angelegt in Windeln und einer
00:20:31: Schleuder,
00:20:32: weil wir haben die Winnen immer noch ... Die Kackwinneln immer noch im Handverschwecken befreit von dem Kot.
00:20:41: dann, das war schon die Neuerung geschleudert.
00:20:50: Hab drauf gesessen auf
00:20:51: der Schnaufe.
00:20:52: So ein Gummireifen?
00:20:55: Ja!
00:20:55: Also ich brauchte dringend Geld natürlich um... Ich hab bei der Volksbühne nur sechshundert DDR-Mark verdient im Monat.
00:21:06: also das war zehnmal so viel, so weit ich mich erinnere ich weiß nicht mehr.
00:21:11: Und da hab ich dann irgendwie einen ... ein Achtzig-Liter-Boiler und eine Badewanne organisiert, das die in der Küche war.
00:21:18: Wir hatten kein Bad, wir hatten Toilette auf der ersten Treppe.
00:21:22: Ja?
00:21:22: Also ... Das Geld war weg, wie es gekommen ist.
00:21:27: Aber der sozusagen ... Die Erinnerung an den Filmen meiner Erinnerungen ist immer noch ganz präsent.
00:21:35: Und meine gleiche Lebenssituation ist auch noch ganz Präsent im Kopf Weil zu der Zeit, wie gesagt, ich ja gerade den Mann nach da Oma kam abgedreht hatte.
00:21:46: Und alles das was sich Zuhause an Arbeiten meiner Frau abgenommen habe, hab' ich selber auch gemacht.
00:21:55: also Ich hab' wie Angelika die Kohlen auf dem Balkon dieser Wohnung weil es Ofenheizung war.
00:22:00: Zehn Zentner und hatte mal Angst dass es abstürzt, der ganze Balkon!
00:22:04: Weil's so voll war, weil ich ja oft...ich war ja fast gar nicht Zuhauses.
00:22:08: Das fand meine Frau damals nicht so gut.
00:22:10: Später fand sie das prima, wenn ich weg war und ich habe also alles versucht in der Zeit da zu regeln und war wie Angelika im Kohlenhochschleppen trainiert und wusste ... Ich glaube es ist auch das was den Zuschauern Spaß gemacht hat Die wussten dass diese Figuren die in dem Film das Liebespaar abgaben Die wussten, wovon sie reden.
00:22:36: Also wir haben nicht gespielt, sondern waren es ja und das ist immer gut.
00:22:43: Ich hab auch ein Gespräch mir noch mal angeguckt in der Vorbereitung mit Angelika Domröse Und Sie erinnerte sich ... Das war zwei Tausend Eins.
00:22:52: Wann
00:22:52: war das bitte?
00:22:53: Zwei Tausends Eins!
00:22:55: Ist ja gemeint.
00:22:55: so lange muss ich warten dass ich auch machen darf hier.
00:22:59: Nein also ich habe einen Gesprächsausschnitt gesehen von zwei tausend eins von ihr das Interview, was sie gegeben hat.
00:23:08: Sie erzählte von Filmgesprächen in Jena an der Uni und im Erzgebirge zu dem Film also wo sie da auf Turnier war.
00:23:21: Woran erinnerst du dich als du mit Paul und Paula auf Tour warst?
00:23:27: Ich war nicht auf Tour ... Das ist ja dieser Film, nachdem ich Premiere im Kosmos hatte.
00:23:36: Äh, zweiundsiebzig glaube ich.
00:23:38: Ähm oder dreinsiebziger?
00:23:40: Dreinsiebsiger!
00:23:41: Dreiundsibzig ja... Ja also danach ist er erst mal eine ideologische Auseinandersetzung im Politbüro gewesen und einige landesförstenden Erfurt und den Rostock haben den Film nicht zugelassen Naja und insofern gab es keine Keine Reise durchs Land, also Progress ist ja der Veranstalter gewesen.
00:24:06: So wie heute Warner Browser oder was?
00:24:08: Oder wie wir mal einen Film jetzt von Majestic gesehen haben.
00:24:14: So gab es damals nur Progress.
00:24:16: und wenn die von oben erfahren haben das ist problematisch der Film... Hat man keine premieren Reise gemacht durchs Land nach Leipzig, Rostock und so?
00:24:28: Sondern wir waren es nach der Premiere ziemlich traurig.
00:24:35: Weil wir gemerkt haben, dass der Saal, ich weiß nicht, da gehen sechs bis sieben Monate Leute die Hälfte war mit Stadtsicherheit vollgesetzt.
00:24:43: Weil Sie im Vorhinein den Film schon als ...
00:24:49: Honecke hat ihn aber freigegehen.
00:24:50: Honecker hat ihn dann freigegeben, indem er gesagt hat der läuft aber erst nachdem ein Kulturideologe ihn nochmal abgeklopft hat.
00:25:01: Nach möglichen subversiven Angriffen auf den Staat.
00:25:09: Was sollte problematisch sein an dem Film?
00:25:12: Problematisch gab es immer dann, wenn die Insignen der Macht diffamiert werden.
00:25:18: Zum Beispiel die Kampfgruppen der Arbeiterklasse, das hieß Kampfgruppe.
00:25:25: Die hatten so ein Käppi!
00:25:28: Da war dann das Emblem und das hat Angelika, als ich da abgehauen war in der Szene mir vom Kopf geschmissen.
00:25:35: Das ist nicht mehr im Film drin.
00:25:37: Das wurde geschnitten.
00:25:38: Also das wurde ...
00:25:40: zensiert!
00:25:41: Das wurde weggeschnitten, das hatte aber Caro absichtlich reingemacht und das stört mich.
00:25:47: Er wusste, dass sie das so machen, einige Regisseure auch in Hollywood-Sachen, wo sich schon wissen, dass die Leute, die das beurteilen, verlangen, dass er es rausgeschnitten wird.
00:25:58: Und so gab's da mehrere Geschichten, die raus geschnitten werden mussten und gemacht wurden, aber problematisch war eben das Kollegen der Staatssicherheit dort als Band auftratenen im Film.
00:26:11: Und das war aber nicht so offiziell.
00:26:14: Das war diese Band, wo du reinkommst und sagst um was machen die
00:26:19: hier?
00:26:21: Das war so reingeschnitten.
00:26:23: Es war ein bisschen die Subversivität eines Regisseurs, Caro der war ja Chef der Parteigruppe in der DEFA und bekam deswegen auch den Kampf auf Strach diesen Film noch zu machen weil alles durch den Tod der Reschke in Gefahr stand und in den Studios immer alles nach Planwirtschaft ging.
00:26:44: da war dieser Film mit den ganzen Mitarbeitern geplant.
00:26:49: So schnell gehen, ja.
00:26:50: Also vielleicht sind Angelika und der ganze Film einfach eine schnelle Nummer gewesen die einfach gut gelungen ist durch Zufall unter dem Druck dass man nun schnell das Ding machen muss.
00:27:03: Ja also ich bin glücklich dass sich machen durfte Und ne Tournee machten wir nicht.
00:27:11: Und wenn Angelika sagt, sie hat ihn ab und zu.
00:27:13: Also hab ich jetzt zu ihrem Tod einmal in Wurzeln da wo die Züricherkei gestellt wurden bei einer Kolditz-Nacht.
00:27:23: Das war ein Regisseur der alle Gorko Mittich Filme Die in Jana Filme gemacht.
00:27:27: Der hat da sozusagen dem zu Ehren ist Da eine Kolde und da hatten Sie den Film Die Legende von Paul & Paula.
00:27:34: Leider regnete es aber die Leute sind alle dargeblieben Und ich hab mir aber einen angetrunken und hab nichts zugeguckt, weil es so kalt war.
00:27:44: Ja ... Im Regen und die Projektoren waren auch nicht gut oder so.
00:27:48: Also habe ich das gar nicht wahrgenommen.
00:27:53: Angelika Domröse hat in diesem Gespräch auch erzählt, dass sie anschließend welche Körbe voller Briefe bekommen
00:28:01: hat?
00:28:02: Wie war das bei dir?
00:28:04: Nee, gar nicht!
00:28:05: Du hast keine Fanpost bekommen aufgrund des Filmes.
00:28:08: Das kann ich nicht glauben?
00:28:09: Nein, ich war nie darauf geil, Arbeit zu haben.
00:28:13: Ich wär immer faul und insofern hab ich ... wenn ich die bekommen habe als mühsame Arbeit abgearbeitet.
00:28:22: Aber ich kann
00:28:23: mich nicht erinnern.
00:28:24: Ich hab mir jetzt vorgestellt, BH's im Päckchen usw.
00:28:28: Nein, keine Schlipfer gar nichts.
00:28:30: Nichts!
00:28:31: Ist
00:28:31: ja traurig.
00:28:32: Nee, gar nicht traurig angenehm.
00:28:35: Angenehm!
00:28:36: Ich wollte ja meinen Beruf nur machen.
00:28:38: also Eitel bin ich natürlich.
00:28:39: Ich fand es viel schlimmer als ich dann außer DDR ausgeburgert wurde auf eigenen Wunsch dass sich in West-Berlin am Kudamm gemerkt habe auf dem Kudam das sich keiner mehr nach mir umdreht.
00:28:51: Ich war gewohnt dass die Leute schon sich umdringen und sagen ach guck mal da ist der Herr Glatzeder Paul von Paula und Paula Und wenn die Müllträger einem hinterherrufen ey Paul Dann hat man das erreicht, was man als Schauspieler wollte eigentlich.
00:29:06: Jetzt letztens hab ich so gedacht ... Das ist auch was Schönes, was ich geschafft habe.
00:29:11: Ich hab ja tausend, dreinhalb Mal Pension Schöller gespielt.
00:29:15: Da is so ein Typ der kein Elb sprechen kann und der sagt immer mir es eine Fliege in den Hans-Gefnogen!
00:29:25: Und da hatte ich eigentlich meinen größten schauspielerschen Erfolg.
00:29:30: Bei einer Veranstaltung muss ich dazu sagen, die war Silvester und der Bürgermeister von Belitz hatte leider den Leuten alle umsonst Prosecco gegeben.
00:29:40: Und nach der Pause haben sieben Leute vor Lachen auf die Kissen gepisst also auf die Sitze.
00:29:47: Gott!
00:29:47: Und er war ganz traurig weil er das Kino neu im Jugendstil hatte restaurieren lassen auch die Sitze und er schimpfte mit uns dass wir so ... Ich saß Tut mir leid, ich hab so ernsthaft meine Rolle gespielt als verhinderte Schauspieler.
00:30:03: Ich kann eine Staffel für, wenn du die Leute besoffen machst und sie vor Lachen in die Hose
00:30:08: machen.".
00:30:08: Es gibt ja so ein Sprichwort.
00:30:10: Der macht sie, da macht man sich voll lachen in die Hose.
00:30:14: Also das war mein größter schauspielerischer Erfolg.
00:30:17: Ich wäsche ihr Körbe mit Briefen kann ich mich nicht erinnern.
00:30:20: Ich kam mich an die Sieben Leute und bei Brigitte Grotum im riesigen Dom vor treinhalb Jahr dreimal den Jedermann gespielt diese relativ abgefuckte Person.
00:30:34: Das bin ich!
00:30:36: Und da hat jemand einen Herzinfarkt bekommen.
00:30:38: Kranjus Er wurde gerettet, aber er hat Vererregung, weil ich das so gut gespielt habe.
00:30:45: Welcher Schauspieler kann das schon von sich behaupten?
00:30:50: Wie war das?
00:30:51: Weil du vorhin gesagt hast im Theater da wurde man dann ein bisschen belächelt, hat es lieber nicht erzählt wenn man Casting hatte oder für eine Rolle angefragt wurde wie war's denn Als das wirklich grandios war, ja auch ein Kassenschlager.
00:31:07: Davon
00:31:08: haben wir gar nichts gehabt?
00:31:10: Heute würde es da so zu sagen Bye-outs oder wie man das nennt
00:31:14: ... Die vor L-Gelder geben.
00:31:16: Aber da krieg ich bis heute nicht.
00:31:18: Wer verdient ist die DF-Stiftung.
00:31:21: Die vermarkten die Siemonatfilme, die in der DF als Spielfilme hergestellt wurden und das ist eine ... Die Verstiftung, die auch Preise geben für junge Regisseure, Autoren und Schauspieler.
00:31:35: Und die verdienen eigentlich mit meinen Filmen meiner Nacht nach Oma, Kamzeite Stärke, Zill-Eulenspiegel und Paul & Paula.
00:31:44: Ich glaube vielleicht ... Ja, weiß ich
00:31:47: nicht.
00:31:47: Meine Frage wäre, wie war das dann ans Theater zurückzukommen?
00:31:52: Nach dem Drehen?
00:31:53: Ja, weil als es dann der Mega-Erfolg war ... War's dann so ein bisschen schwieriger mit der Collegialität.
00:32:03: oder
00:32:03: haben Sie das dir gegönnt.
00:32:05: Nein, Tatonfilmen haben erst mal gar nicht miteinander, obwohl die Regisseure natürlich angepisst sind.
00:32:11: Wenn man sagt, ich muss ins Studium nach Babelsberg fahren und man musste ja damals immer um Westberlin rumfahren, das war ziemlich kompliziert.
00:32:19: Die waren angepiszt und haben das Dorf gefunden.
00:32:22: Aber als sie selber dann besetzt wurden mit einer Hauptrolle, da fanden sie das gar nicht mehr blöd.
00:32:28: Die haben gesagt ich muss jetzt schon... Ich sag Fritz ist ja noch gar nicht.
00:32:31: Fritze Marquardt meinen eigentlich Dozent- und Ziefahrter weil mein Vater im Krieg geblieben ist sozusagen.
00:32:37: Da hat er gesagt Erd in der Hauptrolle bekommen.
00:32:41: Plato sagte ich muss los!
00:32:44: Ich sag musst du etwa drehen?
00:32:47: Komm wir ne Hör auf hör auf Ja, gut schön.
00:32:51: Die Probe ist ein bisschen früher zu Ende.
00:32:53: also uns haben sie immer beschimpft.
00:32:56: deswegen haben wir darüber nicht geredet dass wir zu dieser ja für die war das.
00:33:00: aber es war kein neidern dass du sozusagen der leuchtturm warst.
00:33:04: und auch angelika nein
00:33:05: nein nein die regissiere fand das afterkultur.
00:33:08: also das war keine echte
00:33:11: kurs
00:33:12: keine kunst.
00:33:14: und vor uns war es mund halten Und die Kollegen haben nichts gesagt, weil sie eifersüchtig waren.
00:33:22: Ist doch klar!
00:33:23: Also Uschkarus hat Wege übers Land gemacht, Rolf Ludwig hat eine riesige Rolle in Pollenpolater auch mitgemacht... Da hat man den Mund gehalten.
00:33:33: Es war eine gespaltene Person.
00:33:36: aber jemand der sozusagen erfolgreich ist und das nicht vor sich hinträgt, ist doch angenehmer als einer, der seinen Mund
00:33:47: hält?
00:33:49: Ist auf jeden Fall sympathisch.
00:33:50: Habt ihr Pech
00:33:50: gehabt, dass sie die Rolle nicht gekriegt hat?
00:33:54: Du hast vorhin schon angedeutet ... Dass die Stasi ja sozusagen den Film beäugt hat und dann auch im Publikum saß.
00:34:05: Du hast ja irgendwann deine Stasi-Akte beantragt.
00:34:09: Wann zu welchem Anlass hat die Stasis dich das erste Mal?
00:34:15: oder hat sie diesen Vorgang angelegt?
00:34:18: Das war ja schon weit vorher.
00:34:20: Ja, also als mein Sohn und du geboren wurdest, äh, Ancheris.
00:34:27: Einenundsiebzig!
00:34:29: Das ist auch schon ... Wenn man sich überlegt, einundsibzig lange her?
00:34:32: Okay.
00:34:34: Da hat die Staatssicherheit, als wir den Kackenden in Windeln, den Kackingen Robert auf dem Arm hatten, da kam die einmal vor der Probe zu uns zwei junge Männer.
00:34:45: Wir dachten Postbote, nein das waren meist ältere Leute.
00:34:49: Also dachten wir von der FDF irgendjemand?
00:34:51: Nein sie stellten sich vor als Mitarbeiter der Stadt Sicherheit und Sie wollen mich schützen da vor weil jemand mich verleumdet hat.
00:35:00: Und ich sei doch, in den Seventies hatte ich gerade Zeit der Störche gemacht und war an der Volksbühne schon ins Ausland gefahren nach Helsinki mit dem Theater mit meiner großen Rolle Und sie wollten mich schützen, das war ihre Legende.
00:35:22: Sie haben einen Brief mitgebracht, wo ich verleumdet werde.
00:35:26: Denen haben sie selber geschrieben und selbst in einem Briefkasten abgeworfen.
00:35:31: Das
00:35:31: hast du später aus dem Akte?
00:35:32: Das habe ich
00:35:33: später in meiner Akte erfahren Und sie saßen da und taten so, als wenn Sie mir helfen wollen.
00:35:39: Nein!
00:35:39: Sie wollten mich sozusagen klein kriegen durch meine Angst, dass ich diesen Beruf nicht weitermachen kann.
00:35:49: Ich habe irgendwann das Gespräch abgebrochen weil ich gesagt habe entschuldigen Sie, ich hab Probe jetzt in der Volksbühne, ich muss jetzt los.
00:35:57: Da haben Sie gesagt ja hier ist unsere Telefonnummer.
00:36:00: rufen Sie uns an.
00:36:04: Es kann ja aus ihrer Familie jemand sein, der sie verläubnete.
00:36:08: Sie wollten Namen wissen!
00:36:10: Sie wollten Kollegen-Namenwissen ... Aber nicht nur das.
00:36:14: später erfuhr ich in der Architekt, dass sich schon einen Namen zugeordnet bekam.
00:36:18: I.M.
00:36:18: Liebling auch lustig, weil meine Krug später Liebling hieß in seiner Lieblingkreuzbekerr.
00:36:25: Also hieß ich Liebling vielleicht, weil ich bis für den Zeitpunkt ganz gut gearbeitet habe?
00:36:33: Und der Liebling meiner Regisseure waren.
00:36:39: Dann hab ich mich verabschiedet, die blieben bei meiner Frau noch und bin in die Kantine.
00:36:48: Hab mir Nordhäuser Doppelkorn, das ist es!
00:36:54: Sieh man, also Kornschnapps geholt hat mir ein halbes Wasser Glas von unserem Kneipje geben lassen.
00:37:01: Hab mir einen angesoffen und hab allen Leuten an den Tischen erzählt was mir heute früh mit der Staatssicherheit passiert ist.
00:37:08: aber aus Angst!
00:37:09: Also ich dachte ich muss das öffentlich machen bin auch hoch gerannt zu unseren Mitarbeiter der für Beno Besson alle Geschäfte machte Das war Dieter Klein und habe gesagt, da ist jetzt die Staatssekretärin.
00:37:22: Sie wollen mich zu einem Mitarbeiter ... Das haben sie schön gesagt!
00:37:27: Sie wollten mich zu einer Mitarbeiter
00:37:28: machen.".
00:37:29: Und Beno Besong hat gesagt, ich bin Schweizer Kommunist.
00:37:33: Ich will mich da nicht einmischen.
00:37:35: Und Dieter Klein, der Stellvertreter, hat gesagt ja Winne, da kann ich dir auch nicht helfen.
00:37:39: Dann hab' ich mich besoffen in der Kantine und allen erzählen als die Staatsseaktet dann, ich weiß nicht, zehn Jahre oder ... Ich habe es fünfzehn Jahre später angefordert.
00:37:51: Da stand ein Glaceda drin, also in der Akte von ihm die Beurteilung.
00:37:57: Glacedas Vorlauf wurde gelöscht weil er sich nicht an die Konspiration gehalten hat, die wir ihm gesagt haben.
00:38:06: damit ist er für uns verbrannt.
00:38:09: Also so einfach war's... Also
00:38:11: aus Angst und auch eine Auseinanderivität hast du das öffentlich gemacht da in der Kantine?
00:38:18: Ja Viele hätten ja auch aus Angst nix gesagt.
00:38:22: Oder aus Eitelkeit gesagt, ich werde Stasi ihr im Liebling hätte sein können.
00:38:28: Es gab Kollegen die das gemacht haben.
00:38:30: Echt?
00:38:31: Ja toll!
00:38:34: Wusstest du dann wer bei euch aus dem
00:38:37: Theater?
00:38:39: Nein, es ging schon los als Student von einer Kommilitonin.
00:38:46: Aber
00:38:47: was war das, dein erster Eintritt?
00:38:49: Ich erzähle das nicht.
00:38:51: Weil die Person noch lebt ...
00:38:53: Man lebte ja natürlich.
00:38:57: Also ich bin ja ein vorsichtiger Mensch.
00:38:59: Anders als wir waren bei der Premiere beim Biermann, anders als Biermann.
00:39:03: Der immer aufmüpfig war aber unter dem Deckmantel natürlich, dass er geschützt war durch diese Öffentlichkeit, die er im Westen hatte in der DDR auch eine Gewissen.
00:39:16: Aber man hat gesehen, was Putin mit seinen Regimen gegnern macht.
00:39:20: Das spielt gar keine Rolle, dass der Westen die kennt.
00:39:23: Die werden in irgendeinem Arbeitslager ... Ja okay.
00:39:27: Also ich war damals ängstlich würde ich sagen ja... Weil mit der Staatssicherheit wollte ich nichts zu tun haben, außerdem bin ich ja ohne Vater.
00:39:37: Also mein Vater hat mich nur gezeugt im Hinterland der Front und ist dann wieder an die Front und war dann tot.
00:39:43: Meine Mutter bekam mich als ich... Als der Vater schon tot war, bekamen sie mich und wurde damals sofort ins Irrenhaus gebracht.
00:39:52: Weil sie mich als Baby ... Nein, deswegen nicht.
00:39:57: Sie hat die Kindsbed-Depression bekommen.
00:39:59: Und dann hab ich sie erst mit fünf das erste Mal gesehen.
00:40:02: Ich wurde von ihr auch sozusagen immer ängstlich erzogen, weil wir erlebt haben in der Familie, dass Blätt sich ganz schnell wenden kann Nichts so bleibt wie es ist und nicht so wird, wie man hofft.
00:40:18: Und jetzt hattest du Angst um deine kleine Familie?
00:40:21: Ich war ein ängstlicher Typ.
00:40:23: Bin heute noch ängsterlich weil ich immer sage die Staatssicherheit war gegen meinen verrotteten Körper gar nix.
00:40:30: der organisiert irgendwas dass sie den Krebs kriege und ich merk's nich.
00:40:35: also das is berechtigt.
00:40:37: also Angst hypochondrisch zu sein.
00:40:42: Ich bin der größte Bucher Nerdians gibt und in der Hoffnung natürlich.
00:40:46: Stimmt, du hast mir auch vorher gesagt, wenn ich irgendwie erkältet sein sollte oder so ... Dann komm ich nicht!
00:40:52: Genau.
00:40:53: Ich hab mich vorher impfen lassen extra vor diesem ... Wegen
00:40:56: mir?
00:40:56: Ja, natürlich.
00:40:59: Wie dick war denn jetzt deine Stasi-Akte?
00:41:04: So?
00:41:06: Nee, das waren X-Bände.
00:41:08: Ja?
00:41:08: Weil Folgendes ... Also, man kann ja mit der Stasiakte angeben.
00:41:13: Also sie war so, dass es mich gelangweilt hat.
00:41:16: dann irgendwann.
00:41:17: Weil es so unangenehm war ... weil der Hausmeister in der Lederstraße, den uns schon tot ist, hat Berichte über mich gemacht.
00:41:26: Sie haben überall Leute angesetzt.
00:41:29: Hausmeisters in der Lederstraße?
00:41:30: In der
00:41:31: Ledestraße, wo ich die erste Wohnung hatte mit Außentoiletten später auch und so überall.
00:41:37: Weil du Schauspieler warst!
00:41:39: Nee, weil ich immer ins Ausland fahren durfte.
00:41:41: Mit Besong und so ...
00:41:44: Da hast du ja erst mal einen Check gehabt, ob du überhaupt reisen darfst?
00:41:49: Das wird ja wohl das Erste gewesen sein.
00:41:50: Ich bin davon ausgegangen, ich darf reißen!
00:41:53: Also ich wollte an dieses Date unter dem Gesichtspunkt ...
00:41:57: Aber die Stasi wird ja irgendwann ... den Vorgang angelegt haben.
00:42:02: Dafür muss es ja eine Auslöser geben?
00:42:03: Der Auslöser war, dass sich an die Volksbühne kam und sie angenommen haben ... Glatzheder hat Karriere bei der DEFA gemacht.
00:42:13: Karrieren wird er da machen.
00:42:15: Entweder machen wir ihn fertig oder er ist ein williges Mitglied unserer Gemeinschaft und wird bei den Gastspielen die Kollegen sozusagen im Auge
00:42:27: haben.".
00:42:28: Das musste ich nicht.
00:42:30: War viel schöner, weil ich ja locker über Pierre Lachés ging und gehen konnte.
00:42:34: Ich weiß gar nicht ob Tim Morrison damals schon gestorben war.
00:42:39: Zweiundsebzig waren wir Pierre-Lachés, also im Tater daneben ist egal.
00:42:45: Also jedenfalls bin ich zu Edith Piaf gegangen.
00:42:47: die war der schen Tod.
00:42:49: Ja, jetzt freut man sich schon.
00:42:50: Wenn jemand gestorben ist, damit man auf dem Friedhof sieht ... Biermann ist ja auch über dieser Eidler.
00:42:56: Ist über den Dorotheenstädtischen Friedhof von Wilder.
00:42:59: Da liegen auch schon Angelika und meine Kollegin Hilmatate dann ganz viele mit denen ich gearbeitet habe.
00:43:08: Was war die Frage?
00:43:09: Ich hab nach deiner Stasiakte noch mal gefragt wie dick die war.
00:43:17: Also stand dann noch was drin, wo du von überrascht warst.
00:43:24: Wer dich besonders enttäuscht hat?
00:43:27: Ich war enttäuscht, dass meine Frau nicht statt Sicherheitsmitarbeit drin war und es mir vielleicht gesagt hätte, das wäre doch ein Deal gewesen.
00:43:37: Wenn sie dafür Kohle gekriegt hätte ... Nein, es wurde ja nicht gut bezahlt!
00:43:42: Ich würde mal sagen, heute wird viel besser.
00:43:44: Also wenn der Chef des Bundesnachrichtendienstes ... Wenn der an die Kasachen oder an die Chinesen was verkauft und später noch Frau Bloch verhilft, dass der Moss hat, ihre Kinder?
00:43:57: Das ist doch Wahnsinn!
00:43:58: Es ist alles denkbar, aber heute gibt es natürlich mehr Geld.
00:44:03: damals war das ein Hungerlohnfläch.
00:44:05: Oder man wurde einfach erpresst.
00:44:08: Erpresst wo?
00:44:09: Um für die Stasi zu arbeiten
00:44:12: Dann kann man gar nicht.
00:44:13: Ja, genau!
00:44:14: Noch billiger?
00:44:15: Aber
00:44:16: so war es
00:44:17: ja oft.
00:44:18: Ich war nicht eitel genug, dass ich sage, oh, ich darf bei der Stasi mitarbeiten und ich war ängstlich genug, das als eine Bedrohung meiner Familie anzunehmen.
00:44:31: Hat jemand über dich was ausgeplaudert, was du in deiner Stasi-Akte gefunden hast ... Waren Leute auf dich angesetzt?
00:44:39: Hab ich überlesen.
00:44:42: Es hat ja nicht funktioniert.
00:44:44: Also, ich habe ja selber ... Ich hab zehn Jahre später um die Ausbürgerung aus der DDR gebeten und dieser Vorgang ist auch riesig groß gewesen.
00:44:55: Und das kannte ich alles.
00:44:57: Hast du in dem Zusammenhang was gelesen, in deiner Akte?
00:45:01: Was dich irgendwie getroffen
00:45:03: hat.
00:45:04: Ja ich habe ... Ich war sogar so raffiniert und hab bitte von Honika diesen Brief den Hager.
00:45:11: Das war der Chefideologe, Hager im Politbüro.
00:45:14: Und Honika war der Schäfte, die das weiß ja heute keiner mehr.
00:45:18: So!
00:45:19: Da hat Hager geschrieben Glacida ist unbelehrbar An Honecker.
00:45:24: Unbelehrbar und wir werden ihn, wenn alle seine Kinofilme gelaufen sind ... Also man hatte ja dann immer auch, wenn Manfred Krug ging eine Sperre, dann durfte kein Film in der ersten Zeit gezeigt werden bis es vergessen war weil man nicht ideologisch irgendwie dadurch.
00:45:44: warum ist ein Glacida erlebt doch gar nicht mehr hier Und jetzt zeigt ihr Til Eulenspiegel Der ist doch jetzt in West-Berlin, im Fernsehen spielt ein Stasiagent.
00:45:55: Also das wollten sie verhindern.
00:45:58: Da hat er dann geschrieben der Hacker.
00:46:00: also alle Filme sind weg.
00:46:01: Er macht jetzt noch einen zu Ende.
00:46:03: Das ist ein historischer Film.
00:46:05: aber ich schlage vor ihnen im Sommer wenn Schuheferien sind damit auch bei den Kindern die gingen ja zur Schule zu dem Zeitpunkt dass bei den Kinder nicht gerede und bei den Lehrern es Sie entlassen zu lange.
00:46:20: Und dann hat Honecker geschrieben, einverstanden Honnecker.
00:46:24: Das hab ich mir geben lassen.
00:46:26: Ich wollte das Original haben sie mir nicht gegeben aber eine Kopie haben sie mehr gegeben.
00:46:29: Hast du einen Autogramm?
00:46:31: Ja von Honnecken!
00:46:34: Da sagen die jungen Leute, die jetzt wann sie singen, Honnecka ist hier was Du willst nur Autogrammen von honnecker.
00:46:41: wer ist dass ja alles vorbei.
00:46:44: noch einen Schritt zurück.
00:46:47: Wann Wurde dir die DDRs erste Mal zu eng?
00:46:54: Ich hatte mich auf die Enge eingestellt.
00:46:57: Also ich war ja sozusagen als Halbweise, Papa im Krieg, war ich privilegiert weil mein Großvater Bürgermeister war wir in einer wunderschönen Villa leben durften wenigstens vor anderthalb Jahre.
00:47:12: und ich war dann nicht nur privilegierter ich war so zu sagen wie sagt man ins Arbeitslager geschickt Weil als der Großvater dem Bürgermeister Posten verlor.
00:47:24: wohnen wir in einer anderthalb-zimmerwohnung verfrachtet, die da zwar der Großvater organisiert hatte.
00:47:30: Und zwei anderthaltzimmer.
00:47:32: Aber ich und meine Mutter saßen ... In einer anderthebzillzimmer-Wohnung in der Schäffelstraße, wo der Bus unten lang und die Straßenbahn schrecklich war,
00:47:42: schrecklig!
00:47:43: Vor allem wenn man aus der Villa kommt?
00:47:46: Ja, fürchterlich ja.
00:47:47: Wenn man sich aus Sopport dann ausgesiedelt ist was ich im Nachhinein ... Meine Mutter hat mich damals Hingebracht, wo ihr Haus ist und wird der schöne Strand.
00:47:57: Und das Grau-Hotel Zopport ... Das war ein sozialer Abstieg, den ich sozusagen nur gemerkt habe aus der Villa in die Schäfelsstraße eineinhalb Zimmer wohnen.
00:48:10: Wie alt warst du da?
00:48:11: Als er umgezogen
00:48:11: sei?
00:48:12: Ja, da einen Blick.
00:48:13: Da war ich ... Das ging los.
00:48:17: Warte, ich sag's genau ... Ich glaube, da war ich sechs.
00:48:22: Okay!
00:48:22: Sechs
00:48:23: ist Einundfünfzig, ja.
00:48:25: Und dann hast du das richtig gespürt, dass es ein Abstieg war?
00:48:29: Ja und damit habe ich mich dann begnügt und deswegen war auch unter dem Gesicht nichts bleibt so wie sie ist und nichts wird so wie du hoffst.
00:48:39: also du kannst nur sozusagen ja arbeiten Schule gut machen Studium gutmachen und so.
00:48:47: Und da ich auch feige war, also nicht nur Hypochonda sondern feige und ängstlich und alles.
00:48:56: Und zögerlich und außerdem scheiße aussah lang und dürre gewachsen keine Jeans hatte also immer zu kurze rosen und schrecklich kein Fahrrad keinen Moped gar nix.
00:49:07: was wollte ich sagen?
00:49:08: Ja, das hat sich ja dann spätestens nach Paul geändert.
00:49:11: Da warst du wahrscheinlich eher so ein Sexsymbol.
00:49:14: Aber in meiner Frage
00:49:15: ... Ich darf dir auch mal was sagen?
00:49:17: Natürlich!
00:49:18: Nein ich wollte nur sagen dass dieser Absturz war wirklich spürbar.
00:49:23: aber es ging ja noch schlimmer.
00:49:24: als ich meine Frau heiratete hatten wir gar keine Wohnung.
00:49:28: und dann sind wir in die Lederstraße die schlimmer war als die Schäffelstraße.
00:49:35: Das ist die Liebe dann.
00:49:37: Damals hab ich meine Frau so ... Wir haben unser Leben aufgebaut und wir beide haben uns so ergänzt, dass das drumherum gar nicht so wichtig war.
00:49:48: Und dann war das nächste natürlich Amarienpark.
00:49:52: Eine wunderschöne Wohnung, weil irgendwann wurde ich dann aufmüpfig und so.
00:49:56: Aber die Frage war ja ... Wann spürte ich das?
00:49:59: Ich war immer eingeengt und das passte zu meiner Natur.
00:50:02: Ich war sozusagen nur in meinem Beruf und in meiner Beziehung zu meiner Frau frei.
00:50:09: Alles andere empfand ich immer als unangenehm.
00:50:12: Also ich hab mich nach'n Sechzig, da war ich sechszehn, nach dem Mauerbau wie ein Huhn eingesperrt gefühlt, also wie ein Huhn im Hühnerstall.
00:50:24: Damit nicht der Fuchs kommt und mich frisst als Huhn ja.
00:50:27: Also später habe ich das erlebt, dass in unserem Grundstück die Hühnersitzung an der Zahl von einem Fuchs immer gefressen wurden.
00:50:35: Du hattest
00:50:36: Angst vorm Fuchs?
00:50:37: Ja Herr Ulbricht und Herr Honecker hatte Angst vor dem Fuchs in Form des westdeutschen Wohlstands.
00:50:46: Das war der Fuchsen natürlich!
00:50:47: Äh, äh ... Obwohl
00:50:50: du reisen durftest?
00:50:51: Ja.
00:50:52: Obwohl Du reisen dürftest hast Du es dann immer als zu eng empfunden.
00:50:57: Hab ich was!
00:50:57: Hast Du's immer als so eng in der DDR empfundet?
00:51:02: Ich fand diese Gesellschaft doof weil es gab nur Inseln.
00:51:07: Es gab Inselen aber die heute gesellschaftlich sehr viel Döver.
00:51:12: also ich meine die heutige Marktwirtschaft ist da hab' ich auch von Biermann gelernt Der schlecht funktionierende Sozialismus oder Kommunismus ist immer noch besser als der gut funktionierenden Kapitalismus.
00:51:26: Aber im Angesicht der Linken, die jetzt hier in Berlin gewählt werden, ist ja das ganze Wertesystem durcheinander gedingst und es ist ja alles schrecklich.
00:51:36: Also heutzutage habe ich manchmal so einen Moment dass ich sage Ich bin glücklich, dass sich bald sterben werde weil das ist diese Welt verstehe ich nicht mehr.
00:51:44: aber sie war immer scheiße.
00:51:46: Also die Welt war immer kompliziert, undurchschaubar.
00:51:50: Und für den einzelnen Menschen nicht menschlich.
00:51:57: Das ist das Stück von Setschan wo die Chente sagt meine Freundin ja warum kommt die Götter nicht?
00:52:08: Und es machen wir sauber!
00:52:10: Machen wir und damit jeder Mensch nach seinem Empfinden, wie der Kommunismus gesagt.
00:52:15: Nach einem Vermögen, nach dem geistigen und körperlichen Vermögens- und nach dem Wohlempfinden müsste eine Gesellschaft gebaut werden, dass jeder die Männer und auch der Schwache ... Ja!
00:52:29: Aber wir haben es ja selber erlebt du ja noch intensiver als ich war er noch jung?
00:52:33: Ich meine am Ende ist Kommunismus das irgendwie ein paar sich Leute nach Wandlitz ziehen und sich da einmauern.
00:52:42: Also so ist
00:52:43: es ja!
00:52:44: Ja, genau.
00:52:44: Auf der einen Seite wird der Gulag gemacht, Reservate für Oppositionelle und auf der anderen Seite wird ein Reservat für die eigenen Regierenden gemacht.
00:52:54: Das ist heute genauso Und das war immer so, dass es ganz schrecklich.
00:52:58: und natürlich gibt es auch schon bei Leuten im gut funktionierenden Kapitalismus Die eben auch auf Sardinien mit hohen Mauern um um mauerten Grundstücke haben.
00:53:12: Die Milliardäre fliegen mit ihren Hubschraubern ein, weil sie Angst vor dem Volk haben.
00:53:18: Was hat dich mehr beeinflusst?
00:53:20: Birmans Ausbürgerung im November des Sechsundsiebzig oder die Ausreise von Thomas Brasch einen Monat später nach Biermann, der ja dein Kommilitone war?
00:53:35: Was hat dich mehr beeinflusst?
00:53:36: Es ist gar nichts, es hat mich beeindruckt.
00:53:38: Ich hab ja zu tun gehabt und einen Film nach dem anderen gemacht.
00:53:42: Und ich habe immer gedacht ... Ein Biermann!
00:53:46: Okay, der will jetzt weg.
00:53:50: Und Ausbürgerung... habe ich eigentlich für ihn das Gefühl gehabt, er kann wieder nach Hamburg zurück.
00:53:57: Ist doch toll ohne Verletzung!
00:53:58: Die haben ihn nicht irgendwie eingesperrt und haben ihn wie er selber sagt nicht überfahren lassen sondern sie haben ihn einfach nicht mehr reingelassen.
00:54:07: also ich empfand ja nicht mehr reinlassen gar nicht so schlimm.
00:54:12: Ja, also ...
00:54:14: Aber da war ja in der Kunst- und Kulturszene dann große Bewegung?
00:54:19: Ja.
00:54:19: Da ist schon richtig.
00:54:21: Bis zu dem das Biermann nicht mehr reinkam, fand man toll, dass er jetzt die Lieder singen konnte, da in Köln dir aus Berlin nicht mehr singen durfte.
00:54:32: Ich hab die vorher sowieso nicht gehört, weil ich so viel zu tun hatte und nicht ertragen hätte, zwei Stunden ihm zuzuhören.
00:54:41: Aber Brass war ja dann gleich ein Monat später.
00:54:44: Ja, aber Brass War bei uns an der Schule.
00:54:47: was viel interessanter ist er war bei uns einer Filmhochschule Student für ich weiß gar nicht ob Cennarium oder Regie oder was auch immer.
00:54:56: also Er war nicht Schauspielstudent Und der hat sich dann solidarisiert mit der Dubchecksache.
00:55:02: Da ist er in Untersuchungshaft gekommen und hat, ich glaube, gesessen aber nicht lange ... Genau,
00:55:12: Kulturminister?
00:55:14: Ja, weil Papa hat ihn relativ schnell wieder rausgeholt.
00:55:16: Also das ist ja klar wenn man sozusagen... oben den Beschützer hat, dann erträgt man eine Menge.
00:55:25: Wenn ich ins Gefängnis gekommen werde, wäre meine Welt zusammengebrochen und das wäre ganz schrecklich.
00:55:29: Nein!
00:55:30: Ich hab mit... Mit dem nicht gelitten überhaupt, nicht unkartitalbar.
00:55:34: Dass sie gehen konnten.
00:55:35: Sie haben ja eh ... Auch meine Regisseure sind ja alle schon vorher weg gewesen.
00:55:40: Also Fritz und Marc-Wert, mein Ziefahrter hat in Amsterdam Tarte gemacht, Kagerund Langhoff haben in Spanien, in Barcelona Tarte gemacht, Besson hat im Paristate gemacht.
00:55:52: Sie waren alle gegangen!
00:55:54: Ich meine da hat auch kein Hahn danach gekreet.
00:55:56: aber ich natürlich so... Es
00:55:58: glutete
00:55:58: aus?
00:55:59: Und das erzähle ... was mir nicht eng hat, die DDR.
00:56:03: Die war immer eng!
00:56:04: sondern die Insel verschwand.
00:56:07: Also ich ertrank auf einer Insel, die nicht mehr meine Insel war, nämlich das war die Volksbühne und interessanter Regisseur bei der DEFA mit denen ich arbeiten konnte wie Rainer Simon, Heiner Caro, Siegfried Kühn so... Und mit Plänsdorf, mit dem wir zusammen dann einen Film machen wollten Die Legende vom Glück ohne Ende wo der Chef der DEFAS sagt nur über meine Leiche Ja, kann man ihn umbringen?
00:56:34: Um einen Film machen zu wollen.
00:56:35: Nein!
00:56:36: Okay also das heißt dass waren alles die Gründe nicht unbedingt weil ich jetzt mit den gebarmt habe die gegangen sind wie Krug und Biermann sondern weil ich selber weiterarbeiten will.
00:56:55: Ich war zu dem Zeitpunkt ja um die dreißig-vierunddreißig und hab zwei Jahre gekämpft um meine Ausreise, weil ich kein Film mehr machen konnte.
00:57:07: Weil ich keine Tata-Arbeit mehr machen könnte... Also was sollte ich da noch?
00:57:12: Ich wollte ja arbeiten!
00:57:13: Mein Leben bestand aus der Liebe zu meiner Frau, aus der Zuneigung zur Angelika und aus meiner Liebe zu meinem Beruf.
00:57:24: Und wenn du da irgendwie ... Das ist so wie, als wenn sie dich amputieren.
00:57:29: Als wenn Sie dir Beinen abschneiden und ... Und da ich dann ... Da kommt noch dazu privilegiert war, dass sich ein Vertrag an Geboten bekommen habe vom Schillerte-Harte in Westberlin.
00:57:45: Das war von meiner Wohnung im Park bis dahin um fünfzehn Kilometer eigentlich ... Nach Helsinki war so eine Verabredung, dass jeder Mensch seinem Empfinden sein Wohnsitz da wählen kann und wo er will.
00:58:02: War das eigentlich mein Menschenrecht?
00:58:04: Ja gut aber das wusste ich ja auch wie alle anderen, dass eine Ausbürgerung auf eigenen Wunsch eigentlich im Gefängnis landeten.
00:58:12: Da war ich aber auch wieder raffiniert genug, dass sich den damaligen ständigen Vertreter Herrn Gauss gebeten habe wenigstens verhindern, dass meine Kinder ins Kindheim kommen oder meine Frau ins Gefängnis.
00:58:25: Man hat gesagt, ich werde organisieren.
00:58:27: Dass der Vogel, der Anwaltvogel, fahren sie mal zu dem hin und er wird Sie
00:58:32: begleiten.".
00:58:33: Und dann hat Vogel sozusagen wirklich geholfen unsere Ausreise innerhalb der zwei Jahre so zu betreuen dass ich nicht so drangsaliert wurde außer das ich abgehört würde und dass Leute vor meinem Haus postiert wurden und so.
00:58:49: aber das war mir egal.
00:58:52: Schlimmer war, dass sie nicht mehr arbeiten konnte Mhm.
00:58:56: Und warten musste, ich bin da schwer krank geworden in der Zeit.
00:59:00: Ja?
00:59:00: Diese Wartesituation ist so schrecklich ... Du
00:59:03: durftest nicht mehr auf die Bühne?
00:59:04: Doch, bis zum Schluss noch.
00:59:07: Aber ich hab bei nichts Neues immer, ich habe bei mich wiederholt.
00:59:11: Deswegen kann ich das ganz gut bei Pension Schöller mir seine Fniege in den Hands geflogen.
00:59:16: Habe ich dann ja gelernt durchhalten.
00:59:19: Tausend, dreinhalb Mal habe ich gespielt vor auf die Sitze pinkelnd im Publikum.
00:59:25: Angelika Dom-Röse ist ja in den Neunzehnundachtzig dann ausgereist.
00:59:30: Ja.
00:59:30: Außer DDR hat man sich da vorher besprochen, also wusstest du das?
00:59:37: Ja, das wusste ich.
00:59:38: Sie hatte auch einen Engagement oder vor mir am Schillertater und sie hat auch sozusagen ein Reisevisum.
00:59:48: Das habe ich auch versucht.
00:59:49: Ich hab versucht ein Visum zu bekommen damit meine Westen arbeitet und im Osten lebt.
00:59:55: Weil Angelika hatte eine traumhafte Wohnung in der Wolfshagener Straße zu dem Zeitpunkt.
01:00:00: Und ich hatte auch eine wunderschöne Wohnung, also die Veranlassung ...
01:00:05: Aber es ging
01:00:06: ja nicht.
01:00:06: Es ging ja nichts.
01:00:08: Die haben auch gesagt irgendwann, oh, da wird ne schöne Wohnung frei.
01:00:13: Nee?
01:00:14: Da arbeiten und hier ... So, Angelika hat das aber geschafft!
01:00:18: Die hat einen Vertrag bekommen, DDR-Pass und Bundesmann hat er als ... Deutschland geborene, automatisch ein bundesrepublikanischen Pass.
01:00:28: Den bekamen sie in West-Berlin und sie hat sich nicht ausbürgern sondern sie hatte eine ständige Reise.
01:00:35: Wie viele Müllerstahl genauso.
01:00:37: Und so Kug und ich waren eigentlich die einzigen, die ich kenne also die um Ausbürgerung gebeten haben.
01:00:46: Also selber das entschieden haben.
01:00:49: Das finde ich schon ganz toll!
01:00:51: Dazu sagte auch Biermann muss man schon ein bisschen mutig sein.
01:00:57: Es sollte ja auch noch eine ... Fortsetzung geben von Paul und Paula, hab ich in deinem Buch gelesen?
01:01:03: Plänser für dich!
01:01:04: Mit dem Buch mit dem Roman die Legende vom Glück ohne Ende.
01:01:10: Ach so, so hieß das alles
01:01:12: gut.
01:01:12: Ja, so ist es vom Glück-ohne-Ende.
01:01:15: Hinging zu dem Studiedirektor Herrn Mähde uns weil ich da engagiert war unter anderem Weil ich viele Filme machte und haben gesagt, wir wollen das verfüllen.
01:01:27: Angelika ist zwar nicht mehr da aber es wird vielleicht Angelika noch spielen.
01:01:33: Ah!
01:01:34: Falls ihr die der Erbögerin war hätte sie ja kommen können.
01:01:37: Das ging gar nicht.
01:01:39: Das wusste erplänzt auf auch und dann sind wir beide nach dem Ausspruch des Studiodirektors nur über meine Leiche sind wir beiden gegangen und haben Lesung gemacht mit dem Roman Und auch immer mit dem Hinweis, da mussten wir vorsichtig sein.
01:01:56: Wer ja Plänsdorf noch lebte, mit dem hinweis, dass wir eigentlich einen Film machen möchten davon.
01:02:05: Da haben wir schöne durch DDR-Leasereise gemacht.
01:02:08: Weil das bei Zurkampaschinen war, hatte er auch gut Kohle verdient und beim Aufbau glaube ich auch ... Das war der Trick der Intellektuellen ein bisschen im Westen wie im Osten Kohle zu machen.
01:02:22: Und das war auch im Interesse der DDR von Shai Kulotkovsky, weil er bekam immer ein Bruchteil des Geldes ab.
01:02:31: Aber er würde sagen um Bananen und Kaffee zur Weihnachten einzukaufen.
01:02:35: Das hätten alle anderen DDR-Bürger auch gerne.
01:02:41: Du hast ja mehrere Ausreiseanträge gestellt.
01:02:45: Wurden die dann einfach abgelehnt?
01:02:48: Nein, ich habe das sozusagen als Wiederholung gemacht.
01:02:51: Man sagt ja wenn eine Lüge oft genug behauptet wird dann wird sie zur Wahrheit.
01:02:57: hat man die Hoffnung?
01:02:59: also es erstellte sich auch als Lüger dann heraus.
01:03:05: Ich habe sozusagen mein Ausreiseantrag immer wiederholen müssen um den Apparat am Laufen zu halten, dass sie mich nicht vergessen.
01:03:13: Da denken die, der ist schon tot, er hat sich aufgehängt oder was?
01:03:16: Nein!
01:03:16: Ach, der will ja noch raus und Vogel hat mir dabei auch geholfen, dass Sie nicht bösartig wurden wie Höhlenhunde – das ist an dem bringen wir lieber um – weil es war ja ungewiss, es war ganz schrecklich.
01:03:31: Und ja, bis dann im Sommer eben dieser Brief an Honecker geschickt wurde, zweiundachtzig.
01:03:39: Ich schlage vor einverstanden Erik.
01:03:42: und dann mussten wir ganz schnell sozusagen unsere Sachen packen.
01:03:46: Dann auf einmal ganz schnell.
01:03:48: Ja?
01:03:49: Konntet ihr was mitnehmen?
01:03:51: Wie bitte?
01:03:51: Konnte dir etwas
01:03:52: mitnehmen?!
01:03:53: Ja das war auch noch'n Punkt!
01:03:56: Wir durften alle, ich weiß nicht, dreißigtausend Bücher die Marion auf meine Frau vom Titel Verfasser.
01:04:03: Also es ist die Drangsalierung ging weiter.
01:04:06: wir mussten alles aufschreiben in sie hatten die Hoffnung dass vielleicht ein kulturhistorischer Roman dabei ist oder vom fünftzehn Jahrhundert eine Gutenberg Bibel Oder was?
01:04:19: Und auch die Möbel mussten vom Märkischen Museum begutachtet werden, ob da nicht kulturgut dabei ist.
01:04:25: Selbst das Auto wurde dann noch... Ich hatte den neuen Wartburg nachdem ich siebzehn Jahre darauf gewartet habe, den neuen wartburg getauscht gegen ein Golf, weil ich erfahren habe dass der Wartbuch keine Ersatzteile nur in Holland hat, nicht in der Bundesrepublik.
01:04:39: Habe ich meinen neuen WARTBOOK gegen einen zwei jahre alten VW-Golf, den sozusagen der erste von achten sieben sich importiert wurde für Parteisekretäre, für PGH-Vorsitzende und treue Gefährten des Sozialismus.
01:04:57: Den habe ich eingetauscht gegen den neuen Wartburg-Tourist.
01:05:01: Also ich hatte dann ein Auto was zwei Jahre alt war der hatte einen PGH.
01:05:06: Vorsitzender hat mein Wartbuch und ich war zufrieden.
01:05:10: aber dann hat der Außenhandel da wo ich einbestellte den Golf.
01:05:16: nehmen sie nicht mit.
01:05:17: Ich sag wie, da hab ich mir ganz große Mühe gegeben.
01:05:20: Weil für den Wartburg keine Ersatzteile im West-Berlin kriege.
01:05:23: Ja aber wir importieren doch nicht extra jetzt Autos damit sie es wieder ausführen!
01:05:29: Aber seien Sie doch froh?
01:05:31: Jetzt kommen die Reparaturen.
01:05:32: der ist zwei Jahre alt.
01:05:34: Sie müssen immerzu Geld, Westgeld dafür bezahlen.
01:05:38: jetzt für die Ersatzteile.
01:05:40: Da hat er gesagt ja also nach längerem Nachdenken haben Sie recht nehmen Sie mit.
01:05:46: Du warst auch schon ganz schön gerissen.
01:05:50: Naja, ich bin ja nicht blöd, sonst könnte ich gar nicht mit so viel intelligenten Schauspielerinnen und Schauspielen arbeiten und bestehen können.
01:05:58: Man muss halt Schausspieler ein bisschen von der menschlichen, wie sagt man, Bösartigkeit gewappnet sein!
01:06:07: Und wie war das dann?
01:06:08: Hat man sich recht schnell bei Angelika Domröse oder anderen, die ausgereist waren gemeldet und hat da Kontakte gepflegt auch um zu verstehen, wie die BRD funktioniert.
01:06:20: Ja!
01:06:20: Wie kriege ich arbeitslosen Geld?
01:06:22: natürlich.
01:06:23: Ich sofort zur Angelikerin natürlich.
01:06:26: Und Angelika wohnt in einer wunderschönen Villa zum Miete zwar aber wunderschön Und die hat mir viele Ratschläge gegeben, da bin ich zum Mane Krug gegangen.
01:06:37: Der hat Essen für mich und Mahjong gemacht weil er mir sogar helfen wollte.
01:06:46: Er hatte sogar über sich eine Wohnung.
01:06:49: Glaceda mit seinen Kindern über sich.
01:06:51: Ich will doch Glaceta über mir nicht haben, der tritt mehr auf den Kopf rum.
01:06:56: Hat er mir angeboten es wird wohl die Wohnung ist frei über mir Die kannst du haben.
01:07:01: aber das war ranke Straße auf der Ecke.
01:07:04: und Nein also der ranke ist falsch Es war eine andere straße.
01:07:10: Aber jedenfalls war es eine Straße wo unten wenn man aus dem Haus raus kam Die Kinder überfahren werden, wenn sie auf die Straße gerannt wären.
01:07:17: Und die sind ja gewohnt gewesen ohne Verkehr aufzuwachsener oder wenig Verkehr.
01:07:24: Also wir waren jetzt...
01:07:27: Man hat sich geholfen!
01:07:28: Wie
01:07:28: bitte?
01:07:29: Er wollte helfen und ich habe es nicht angenommen.
01:07:31: Ich wollte nicht über Manfred Kuh knallen.
01:07:33: Also ich werde ja nicht den Strei oder die lose Freundschaft gefährden, indem ich ihm auf dem Kopf rum ... Das ging gar nicht!
01:07:41: Ich wusste das geht gar nicht.
01:07:43: Ich bin erst mal in Marienfelde im Auffang gelangen gewesen und die Kinder haben da irgendwie nach sechs Wochen in einem Doppelstockbecken gesagt, wann ist denn der Urlaub zu Ende?
01:07:55: Und hab' ich gesagt es ist kein Urlaub für immer.
01:07:59: Ja, okay.
01:08:00: Und dann sind wir Pariser Straße ...
01:08:02: Dann waren die aber auch traurig oder?
01:08:05: Na klar!
01:08:07: Ich hatte ja nicht nur ... ich war nicht nur traurisch, was schwer krank.
01:08:10: also ein bisschen Traurigkeit spielt doch keine Rolle bei so einem.
01:08:15: das ist ja eine Weltreise.
01:08:16: Also das sind nur zwei nur acht Kilometer oder zehn Aber
01:08:20: zwei Welten?
01:08:21: Aber es waren ja zwei ganz her und meine Frau war bis zum Schluss sauer auf mich.
01:08:26: Das war nicht gut was du gemacht hast.
01:08:28: Und die Kinder frage ich manchmal zügelich, seid ihr damit einverschränkt?
01:08:32: Ihr wart in Boston.
01:08:33: Ihr wart ins Sri Lanka.
01:08:36: Das wär alles nicht gewesen!
01:08:41: Wissen wir nicht.
01:08:42: Na gut...
01:08:43: Also es war scheinbar ...
01:08:45: Der Schmerz war groß.
01:08:47: Traumatisch auch.
01:08:47: Aber Kinder finden ja ganz schnell wieder neue Freunde.
01:08:51: Es war dramatisch, ja.
01:08:55: Und wie schnell hast du Fuß gefasst?
01:08:57: Ja, sofort übergangslos.
01:08:59: Also ich hab sofort mit Peter Boveh einem Fernsehmacher einen Film gemacht auch durch Hilfe einer WDR-Redakteurin die mich aus der DDR noch kannte und da gelandet war.
01:09:13: dann habe ich mit Ischwanz Harbour gedreht und mit der Trotter gedrehte.
01:09:17: also sprach sich natürlich auch rum dass nicht nur ein guter Handwecker gekommen ist sondern ja... Ich bin übrigens Am Schiller-Tater habe ich mich ganz schnell verabschiedet, weil das war nicht das Theater was ich wollte.
01:09:32: Ich wollte an Schiller Theater, weil Neuenfels da war und als ich kam in der Bundesrepublik ist es anders als in der damaligen DDR gewesen Da sind Regisseur zwei Jahre, dann sind sie weitergezogen.
01:09:45: In der DDR war Besson ja ich weiß nicht zehn Jahre am Deutschen, dann war er fünf oder sechs Jahre am BE, da waren bei uns zehn Jahre.
01:09:55: also das waren ja familiäre Beziehungen die auch wurden und das wollte ich wieder.
01:10:00: aber das habe ich relativ schnell gelernt dass es nicht geht und hab erst am Düsseldorfer Schauspielhaus dann das Glück gehabt, dass sich zehn Jahre wieder in einer Familie war.
01:10:12: Wie war für dich der Mauerfall?
01:10:20: Von der anderen Seite.
01:10:22: Ja, ich fand das nicht so gut.
01:10:25: Ich hatte alle Veränderungen in meinem Leben wie ein Tod meiner Frau ist widerlich schrecklich!
01:10:32: Also ich kann all die Veränderung nicht leihen.
01:10:36: Ich bin der spießigste Mensch dieser Welt, der sich mit dem was er hat zufrieden gibt und mit dem, was gerade ist ... Das soll bis zu meinem Tod so bleiben.
01:10:47: Also wäre das besser, ich sterbe sofort.
01:10:49: Aber ... Ich habe das Gefühl, dass es schön wär, wenn die Welt anhält und mich hundertvier werden lässt.
01:10:56: So aber das ist leider nicht so.
01:10:59: Wie hast du das erlebt?
01:11:01: Von Westberlin aus?
01:11:03: Ja in Westberlín, neunten
01:11:04: November
01:11:05: lag ich in der Kammer weil wir den Kindern die größte Zimmer hatten Und ich hatte die Mädchenkammer bekommen Weil ich abends nach der Vorstellung immer nach Hause kam und dann alle gestört hätte, meine Frau ... Die Kinder haben nach dem Willen meiner Frau die größten und schönsten Zimmer gehabt.
01:11:23: Wo ich ein bisschen eifersüchtig war.
01:11:26: Und ich hab die Mädchenkammer bekommen mit Fenster zum Zwischenflur.
01:11:33: Ja!
01:11:36: Da habe ich erfahren, dass Marion rüber rannte und sagt, du, die Mauer fällt.
01:11:40: Dann habe ich ein bisschen Fernsehen geguckt, aber ich musste sofort wieder nach Düsseldorf.
01:11:46: Also ich hab das mit keiner Euphorie ... Weil ich hatte sie hinter mir und ich habe eher dran gedacht oh was wird das?
01:11:55: Ich habe die Probleme schon damals gesehen Und es ist nach so einer.
01:12:03: Es war ja keine Revolution, aber nach einem Zusammenbruch eines Systems fängt er erst mal Chaos an.
01:12:10: Ehe das Chaos wieder durch Ordnungskräfte in die Bahn gelenkt wird.
01:12:15: also da hast du ja viel mehr davon erfahren und so war es auch und sowas mag ich nicht.
01:12:23: Ich bin kein Typ für Revolution.
01:12:26: Ja
01:12:27: Und wie?
01:12:27: Wie siehst Du's im Nachhinein?
01:12:29: Ja Perfekt Also perfekter Berlin als.
01:12:33: das ist ja so, also da denke ich manchmal an das Leid der Palästinenser und der jüdischen Bevölkerung dass die sich nicht einigen können.
01:12:43: Eigentlich einigen sie alle oder den Nord-Wertnamesen, der Süd-Werdnamesend haben es dann hingekriegt aber es ist ja ganz schrecklich wenn er eine... Gemeinschaft von gleich ähnlich sprechenden Dialekten.
01:12:58: Bayern und Berliner sind ja auch schon Färbungen, aber wenn die zusammenleben und nicht durch eine Mauer getrennt sind.
01:13:06: Also das war ja was unnatürlich!
01:13:08: Ich will das normale ich finde es schon unnatürlich dass sich sterben muss also das Unnatürliche das in dieser Gesellschaft anderen gestorben wird.
01:13:18: Das will ich gar nicht wissen weil ich nicht dazugehöre.
01:13:21: Also das heißt, dass sie die DDR die Mauer hat aufgeben müssen und dadurch ihr Volk verloren hat?
01:13:28: Das fand ich damals normal!
01:13:30: Weil ich das unnormal fand – Die Mauer
01:13:33: Ich hatte ja trotzdem dann nach Mauerfall wieder in den Osten gezogen zum Leben.
01:13:39: Hat es dir dann, also das hatte das jetzt nur praktische Gründe?
01:13:42: Oder weil du da auch irgendwie, weil deine Seele doch irgendwie ein bisschen dort geblieben war.
01:13:47: Ein Obligtheater habe ich nicht mehr mit Kastoff.
01:13:49: Ich hätte gerne Mitkastoff-Teate gemacht oder am Deutschen oder wie hab ich noch uns gespielt.
01:13:55: Ich habe bei der DEFA wieder Filme machen können.
01:13:59: Das Land hinter dem Regenbogen habe ich gemacht Und mit Jürgen Brauer noch ein Fernsehfilm bei der DEFA.
01:14:05: Das war ganz schön, weil ich da viele Mitarbeiter wiedergetroffen habe, mit denen ich eine Familie war.
01:14:13: Ansonsten hat mich sozusagen ... Ich war eigentlich angekommen also in Friedenau, in einer graniosem Wohnung so ähnlich wie diese schöne Wohnung.
01:14:24: Da war ich angekommen und ich bin kein Mensch, der auch ... gerne zurückgeht in schlechtere Zeiten.
01:14:34: Also ich fand ... Ich fand mein Leben damals gut, ja.
01:14:41: Und bin ja ... Hab viele Filme im Ausland gemacht und ... Ja.
01:14:46: Mhm.
01:14:47: Weil wie alt waren eigentlich meine Kinder zu dem Zeitpunkt?
01:14:50: Das war natürlich ... Nö, so ein Tee ist ... ... da waren sie zehn.
01:14:54: Wahnsinn!
01:14:55: Ja, nee.
01:14:57: Äh, zwanzig?
01:14:58: Ja eben.
01:14:59: Da sind die dann schon losgezogen in den Fällen und haben Motorradtouren durch Marokko gemacht und so.
01:15:06: Du bist ja ... Das ist mir erst dann in der Recherche.
01:15:09: da hatte ich dich schon eingeladen.
01:15:11: Ist mir das erst aufgefallen?
01:15:12: du bist ja gar nicht born ins GDR also bist gar nicht in der DDR geworden.
01:15:16: Also
01:15:16: dann wär' ich gar nicht eingeladen worden.
01:15:18: Dann kann ich hergehen!
01:15:21: Nein, aber ich meine ... Du hast ja wirklich ... Ich bin
01:15:24: angenommen worden von der DDR als Vindelkind.
01:15:27: Ja, genau!
01:15:30: Genau, du bist in Sobot, nineteen-fünfundvierzig geboren heute Polen.
01:15:34: Damals hieß das Reichsgaudan sich West präusen?
01:15:37: Ja,
01:15:37: widerlich gau.
01:15:39: Ja schrecklich, genau.
01:15:42: Hast du noch eine Beziehung zu der Stadt?
01:15:46: Nein, ich habe zur Ostsee.
01:15:47: also ich mag nicht die Berge.
01:15:50: Also ich hab gerade gedreht, da irgendwie in der Nähe von Salzburg in den Bergen dann hochgefahren und so.
01:16:00: Ich mag nicht, wenn ich eine Mauer vor mir habe!
01:16:02: Also ich bin wahrscheinlich durch die Mauer so ein bisschen kaputte im Kopf...
01:16:07: Also lieber der Horizont und keine Berge?
01:16:08: Ich mag
01:16:09: der Horizonte, der sich niemals ergibt, wenn du kannst mit dem Surfbrett bist oder tot bist Und ein Sonnenbrand hast und ertrinkst, aber das andere Ufer wirst du nicht erreichen.
01:16:21: Das finde ich ganz schön so.
01:16:23: der Blick einer der Ostsee her.
01:16:25: Ich finde die Ostsee auch deswegen weil ich ein Spießer bin, weil sie so sanft ist.
01:16:30: immer wie also das Plätschern der Wellen selten eine Sturmflut und Ebbe und Flut kann ich gar nicht leihen.
01:16:39: Die Flucht Also ich zähle das jetzt mal auf, weil es ist wirklich so ein reiches und so bewegtes Leben.
01:16:46: Die Fluchtgeschichte deiner Großeltern, dass nicht kennenlernen deines Vaters der in russischer Kriegsgefangenschaft erfroren ist die tuberkulose deine Mutter, die du aufgrund jahrelanger Aufenthalt in seiner Toyin eben erst im Alter von fünf Jahren kennengelernt hast.
01:17:05: deine Großeltern, die dich zwar in der Zeit aufgezogen haben.
01:17:09: Die dich aber dann auch ins Heim gegeben haben, wenn sie geschäftlich ...
01:17:14: Nein, wenn Sie zu Vortragsreisen gefahren sind um das Nicht-Geschäft.
01:17:19: Das ist ideologisch beruflich!
01:17:21: Nein, ideologisch.
01:17:22: Wenn Sie den Lob des Sozialismus in das Land tragen
01:17:26: mussten
01:17:27: wo sie sich zum Sklaven dieser Ideologie auch gemacht haben weil sie vorher in Moskau und wo waren wo ich ins Kinderheim durfte da hast du mal sehen wie kurz der Gedanke ist der Menschenfreundlichkeit.
01:17:40: Ich musste ins Kinderheim wo ich immer noch einpinkelte und alle mich drangsaliert haben Und Sie haben da vom Sieg des Sozialismus in zweieinhalb Jahren geredet.
01:17:51: Ja,
01:17:52: also diese ganzen Aufzählungen?
01:17:54: Diese ganzen Sachen die in deiner frühsten Jugend oder Kindheit passiert
01:17:58: sind ... Die haben so einen kaputten Menschen erzeugt!
01:18:00: Ich wollte wissen von dir was hat dich eigentlich von diesen Sachen am meisten geprägt?
01:18:07: Naja ich würde sagen dass ich alles bewahren will weil so viel Bewegung war Also in die Windengeschissen, wo das Silberbesteck drin war und Goldschmuck.
01:18:21: Und im Handwagen nach Deutschland gekommen.
01:18:24: Dann Großvater Bürgermeister Schöne Willer wieder Pech.
01:18:34: Großväter wird abgesetzt als Bürgemeister, weil er nicht in der SED eintritt.
01:18:38: Kleine Wohnung in der Scheffelstraße.
01:18:41: Dann stirbt der Großvatter, als ich zwölf war ... Da habe ich die beiden Frauen am Hals gehabt, meine Großmutter und meine Mutter.
01:18:48: Ja schrecklich!
01:18:49: Meine Mutter war sehr groß und sehr streng und meine Großmother war eigentlich eine Liebe voller aber sie bekam Alzheimer also alles ganz fürchterlich.
01:18:58: dann hab' ich das Glück gehabt.
01:19:00: mit zwanzig ging mein Leben einig erst los dass ich vorher noch gemacht habe, Maschinenbauer mit Abitur sowie Gizzi-Maker mit AbITUR gemacht hat.
01:19:11: Weil das waren alles die Werftienstverweigerer, die nicht wollten heimlich gesagt haben Ich hab Rücken und ich hab Krankheit!
01:19:18: Und wenn du dann studieren wolltest, konntest du keine Abitur machen.
01:19:21: Also musst du den Umweg über Berufsausbildung mit Abituren machen.
01:19:26: also ich hab Maschinenbau.
01:19:28: das hat mir heute sehr geholfen weil ich wenn irgendwie an der Heizung was kaputt ist am Auto, am Moped weiß Ich mach's nicht selber aber ich weiß dass es nicht tausend Euro kosten darf sondern nur zweieinhalb.
01:19:41: also dann falsche ich als Geitzkram so.
01:19:44: das heißt ich habe also alle Schrecklichen Sachen durch meinen Werdegang erlebt und mich kann immer noch.
01:19:55: sozusagen die jetzige Situationen, die wir sind ängstlich machen.
01:20:00: Dass ich sage der Krieg kann ja jetzt ganz schnell losgehen weil viele nicht funktionierenden Maschinenbaubetriebe selbst hier in Berlin zu einem Waffenherstellung Herr Pistoius hat so viel Geld fünfhundert Milliarden frei gemacht und wir rüsten auf.
01:20:17: das ist der Anschluss von dem, was vor achtzig Jahren mit meinem Vater passiert.
01:20:22: Jetzt mit Kutins und den ukrainischen Soldaten.
01:20:29: Die vögeln auch hinter der Front damit überhaupt die Gesellschaft sich nicht auflöst und kommen dann beim nächsten Gefecht ums Leben.
01:20:39: Und das haben wir jetzt kurz ... Na es ist schon da!
01:20:43: Und es wird eines Tages hier.
01:20:45: Wenn es so weitergeht, wird er geschürt an allen Ecken und Kanten.
01:20:52: Diese ängstliche Ängstlichkeit habe ich aber die allerschwimmste Angst ist die Angst in meinem Körper der Krebs sich entwickelt.
01:21:02: Das ist schlimmer als Staatssicherheit und schlimmer wie Lensky und Putin weil ich weiß dass erst im Endstadium von mir wahrgenommen wird.
01:21:16: Deswegen renne ich auch an Dauern zum allen Geschichten.
01:21:20: Zu Ärzten?
01:21:21: Ja, da bist du aber eine Ausnahme in deiner Generation.
01:21:24: Natürlich!
01:21:24: Weil die meisten
01:21:25: ... Das ist ja als später so gekommen.
01:21:27: Ich
01:21:28: fühle den Krebs frühzeitig Kondoskopien hintern, Gastroskopien im Magen, neue Linsen, neue Ohrhörer, neue Bänder hier, Leistenbruch.
01:21:40: Alles was geht und auf einmal pinkelst Du Blut.
01:21:44: Und was ist das?
01:21:45: Blasenkrebs.
01:21:46: Den hatte ich, ja.
01:21:47: Ach so!
01:21:48: Ja, also ich rede aus Erfahrung.
01:21:50: Schrecklich, der Körper ist so gemein.
01:21:53: Deswegen alle zur Kuliskopie um den Darmpolipenfeuer rauszuholen, er Krebs wird weil er arbeitet ganz im Stillen und Geheim wie die Staatssicherheit.
01:22:06: Deine Frau hatte dich in deine Karriere voll unterstützt und selbst auf Karrieren verzichtet.
01:22:13: Ihr wart seit nineteenundsechzig zusammen, also neunundfünfzig Jahre.
01:22:18: Sie ist dies ja verstorben im Frühjahr.
01:22:22: Wie geht's dir heute und was fehlt ihr am meisten?
01:22:27: Also vorweggenommen die Kinder.
01:22:29: Robert vor allen Dingen sagt immer Seid auf froh dass Marion so lange mit dir ausgehalten hat.
01:22:36: Ich kann gar nicht darüber reden weil Ich niemanden beteiligen will an meinem plötzlichen Heutkrampf.
01:22:48: Also insofern, es fällt mir nicht leicht.
01:22:51: Mehr kann ich dazu nichts
01:22:52: sagen.".
01:22:55: Und ein alter Trauer ist ja auch noch Angelika Dombröse verstorben?
01:22:59: Du hast vorhin schon gesagt du hast sie mit begraben.
01:23:02: wie hast du von ihrem Tod erfahren?
01:23:07: Naja das war ja bei Angelika ... Wie beim Arjen sogar beim Angelikan längere sterben weil sie Park in Sonne hatte.
01:23:17: und also aber sie ist eighty-fünf geworden, dann hätte ich jetzt noch drei Jahre gut.
01:23:27: So ist es.
01:23:27: man stirbt ja leider in dem Alter.
01:23:29: Also leider sage nur Ich die Rentenversicherung freut sich.
01:23:34: Ja Die sind glücklich wenn die Alten wegsterben.
01:23:38: Ja ja ich sage immer da auf dem Fußgänger überweg Das ist ein Alter, wenn der jetzt überfahren wird.
01:23:45: Ist nicht so schlimm.
01:23:46: aber also Wenn ich überfahren werde es nicht schlimm.
01:23:48: Aber junge leute musst du pflegen weil die werden die müssen die renter erwirtschaften.
01:23:53: für uns Also für mich
01:23:57: Wer unterstützt dich mehr?
01:23:59: Oder unterstützt Du mehr deine söhne oder unterstützen die dich mehr?
01:24:04: Sie sind jetzt ganz lieb rufen andauern an wie's mir geht
01:24:09: und
01:24:11: Sie können aber nicht helfen.
01:24:12: Man kann in Trauer arbeiten, die muss man selber durch.
01:24:17: Der Klos, der sich in einem zusammenbaut, den muss man durch Heulkrämpfe loswerden und man muss die Situation nach und nach in eine Entkrampfung bringen.
01:24:29: Und dann hat man vielleicht die Chance, wenn man es richtig angenommen hat ... Mit all seinen harten Konsequenzen kann man vielleicht ... Ja, das wie ein Markel.
01:24:45: Schlimmer als alles andere!
01:24:47: Bein verlieren, Fuß verlieren und Arm verlieren ist nicht so schlimm wie jemand auf dem er sich total verlassen konnte der alles wusste von einem und der angenehm für einen war wenn er in der Nähe war.
01:25:03: oder ich konnte oft in jedem Land dieser Welt drehen oder arbeiten, oder Urlaub machen.
01:25:10: Mayern war immer dabei im Kopf.
01:25:13: jetzt das Bewusstsein, dass sie nicht mehr da ist, sondern da unten zwei Meter tief liegt.
01:25:19: Das ist so widerlich ... Also, das kann ich noch nicht akzeptieren.
01:25:24: Okay, mir kann ich dazu und will auch nicht sagen.
01:25:27: Obwohl Ich bin ein Schweizer!
01:25:29: Nein... Aber ich meine, es ist auf der anderen Seite natürlich auch ein Segen, dass ihr euch gefunden habt und das ihr auch so lange zusammen seien konntet.
01:25:39: Also das haben ja nicht alle Menschen, muss man auch mal sagen.
01:25:43: Und dass es auch keine Folter ist, wenn man zusammen
01:25:45: ist?
01:25:45: Ja aber es ist eben auch kein Garantie, dass man im Leben sowas erlebt.
01:25:51: Das ist auch ein Glücksfall genau wie Paul & Paula.
01:25:56: Ganz zum Schluss gibt es bei mir noch Fragen ... die kurz beantwortet ...
01:26:02: Ist das ein echter Brillant an Ihrem Finger?
01:26:05: Ja.
01:26:06: Wieso siehst du mich jetzt?
01:26:07: Ist das eine echte Brillante?
01:26:08: Das
01:26:08: ist ein echter, ja.
01:26:11: Aber das hat hier nix im Podcast zu suchen!
01:26:15: Ähm,
01:26:15: ja,
01:26:16: einen Verlobungsringen.
01:26:19: Letzte Fragen und die werden bitte kurz beantwortet.
01:26:22: Die stelle ich allen Gäste.
01:26:23: Das
01:26:24: kann ich nicht.
01:26:24: Doch wirst du es gleich sehen.
01:26:26: Gebt's auch in Yoga?
01:26:28: Wenn man nicht reden will.
01:26:31: Von mir aus!
01:26:32: Was ist dein Song zum Mauerfall?
01:26:35: Dein Lied ...
01:26:38: Na, David Hassler war in keinem Fall.
01:26:41: Danke.
01:26:42: Ja, reicht doch.
01:26:43: Gut.
01:26:44: Zu welcher ... Warte
01:26:45: mal, welche Gruppe war da?
01:26:47: Da war eine tolle Gruppe die kam auch wie er.
01:26:51: Sting, nein.
01:26:54: Bitte nicht Skorbjens.
01:26:55: Ich glaube, die ist
01:26:56: ... Mit dem Pfeifen
01:26:57: rein.
01:26:57: Nee, mag ich auch nicht.
01:26:59: Es ist alles ein bisschen ... Ja also es ist ein bisschen lamerjant aber das Pfeiffen war ganz gut ja.
01:27:05: Außerdem sind sie aus Hannover.
01:27:07: Was is der beste Film über die DDR?
01:27:11: Nicht außer DDR den denke ich mal haben wir schon bestimmt.
01:27:15: Aber was is der beste Film der über die DDR getreten wurde?
01:27:19: Spielfilm.
01:27:22: Hier liegen meine Gebeine, ich wünschte es wären deine.
01:27:26: Ist das ein Filmtitel?
01:27:27: Also, nee.
01:27:28: Das war mein Grabspruch.
01:27:30: Warte mal welcher Film über die DDR.
01:27:34: oder muss ich zu lange nachdenken weil komischerweise die DDR in meinem sozusagen im meinem aussam einen ganz persönlichen Empfinden als Konstrukt einer Gesellschaft vertröstet wird auf den Sicht des Sozialismus und dem Beginn eines Kommunismus, da bin ich zu großer Realist als dass sich das schön unter Erinnerung daran haben will.
01:28:05: Ich habe ganz persönliche Erinnerungen und der Spießer hat ganz familiäre ... Erinnerungen an, also nicht die DDR.
01:28:17: Und deswegen hab ich auch glaub ich kein Film über die DDR toll gefunden.
01:28:22: Was ist das?
01:28:24: Den
01:28:24: hast du gesehen?
01:28:25: Naja manche sagen zum Beispiel des Leben der anderen
01:28:29: und ... Ah jetzt verstehe oder Gundermann.
01:28:32: Genau!
01:28:32: Oder diese hinter ... Barbara
01:28:35: kennst du den mit?
01:28:36: Nee, kenne
01:28:36: ich nicht.
01:28:37: Ich kenne noch hier den mit der Sass-Sonnale.
01:28:41: Weißen Sie die Serie, meinst du vielleicht?
01:28:43: Nein.
01:28:43: Ich meine das andere, wo sie da ...
01:28:45: Sonnallee von Leander Hausmann.
01:28:47: Äh, Sonnalle-Leander... Ja ja also, da gefällt mir am besten, wenn es was ist, was ein bisschen mit Humor.
01:28:57: Der Herr Becker hat einen guten Film gemacht.
01:29:00: Da war dieser ...
01:29:01: Gut bei Lening.
01:29:02: Gut bei Lenin!
01:29:02: Ja, ja, ja.
01:29:03: Da wurde er auch, äh, allerdings so.
01:29:05: Genau.
01:29:06: Also mit Humour nicht ... wie Gott jammert Geschichten, sondern mit Humor über eine vergangene Zeit.
01:29:14: Weil dann kann man ja wirklich befreit lachen und ist keine Bedrückung.
01:29:21: Und welche, sagen wir mal drei Songs-Lieder aus deiner DDR-Zeit magst du heute noch oder hörst du hin und wieder?
01:29:34: Ja ich höre natürlich immer wieder ... Eitel, wie ich bin.
01:29:37: Das von Gott hat geschrien ...
01:29:40: Der Soundtrack?
01:29:42: Ja, der Soundtrack genau.
01:29:43: Von Roland Pauler.
01:29:45: Wenn er noch mal den irotischen Laster in Drachen stecken, das ist ja der Penis damit gemeint.
01:29:52: Na klar!
01:29:53: Das
01:29:53: hab' ich als Kind natürlich nicht verstanden.
01:29:55: Nie
01:29:55: verstanden?!
01:29:56: Nee, als Kind, natürlich nicht.
01:29:58: Ich mein', es doch logisch.
01:30:00: Aha... Wie alt warst du da?
01:30:03: Zwölf?
01:30:04: Immer
01:30:04: noch nicht?
01:30:06: Zwei, drei und siebzig war ich da zwei.
01:30:11: Ach so!
01:30:11: Da konntest du ihn ja nicht verstehen?
01:30:13: Nein natürlich nicht.
01:30:14: aber ich muss auch sagen das geht wahrscheinlich vielen in meiner Generation so.
01:30:18: Ich mein Paul & Paula habe ich wahrscheinlich das erste Mal gesehen.
01:30:24: Ja wenn überhaupt also lief der dann noch so oft in der DDR weiß ich gar nicht.
01:30:29: In der Börse.
01:30:31: Ich würde auch absolut zugeben, dass ich die ersten Male nicht richtig verstanden habe.
01:30:37: Na
01:30:37: danke!
01:30:37: Ja das höre ich gar nicht gerne.
01:30:40: Also
01:30:41: wir haben jetzt also den Soundtrack von Paul & Paula?
01:30:43: Die Pudis?
01:30:45: Wenn ein Mensch lange Zeit liebt, sagt die Welt es wird Zeit, daß er geht.
01:30:52: Es hat Plentsau aus der Bibel und ist wahrscheinlich auf mich geschrieben.
01:30:55: So dann... Aus der DDR Frank Schöbel, wunderschön.
01:31:02: Diese verlogenen Liebeslieder alle.
01:31:06: Ich bin ja kein Schlager fändig, finde ich sehr widerlich alles.
01:31:09: Du bist auch mit Henry Hübschen befreundet?
01:31:12: Ja, das sieht er auch.
01:31:14: Der hat jetzt zum Beispiel für City
01:31:16: die großen Hitz ... Das hat er gut gemacht!
01:31:19: Das hat der Kassablanca.
01:31:21: Aber ich bin kein Rock-Liebhaber und wenn ich höre, dass sie nach Wacken ziehen
01:31:31: Das ist noch mal was anderes.
01:31:33: Stille Hose, Quark oder wie sie heißen?
01:31:37: Nein, ich bin auch unmusikalisch.
01:31:40: Ich kann kein Klavierinstrument wenn ich einen russischen Song für mein Film Kundschaften des Friedens lernen muss.
01:31:47: Da mache ich die ganze Straße kaputt und wild weil sie sein der Verrückte kommt schon wieder.
01:31:53: also ich muss das alles mühsam mit den Tonleuten dann einstudieren.
01:31:59: aber sie holen mich gerade in der Unfertigkeit.
01:32:02: wahrscheinlich finden Sie das gut wenn nicht so unfertig weil ich immer mich bemühe, eigentlich handwerklich okay zu sein.
01:32:10: Nur dass man es nicht merkt!
01:32:12: Dass ich ein guter Handwerker bin und beim Lied merkt man's wenn ich singe das ich gar nicht kann.
01:32:18: Das gemeint die Stochan in meiner Schwäche rum.
01:32:22: Dann hast du ja noch einen Ziel woran du arbeitest?
01:32:24: Nee
01:32:25: will ich nicht mehr.
01:32:26: Ich bin faul.
01:32:28: Winfried vielen Dank dass du da bist.
01:32:31: Sind
01:32:31: wir schon müßig?
01:32:32: schön aufhören zu reden Darf ich gar nicht mehr sagen?
01:32:37: Mein Grab-Spruch hab' ich ja schon gesagt.
01:32:39: Es gibt noch einen von Goethe, gern der Zeiten gedenkig Da alle Glieder gelenkig bis auf eins.
01:32:48: Leider sind diese Zeiten vorüber Steif geworden sind alle Gliedern Bis auf eins.
01:32:55: So das ist ein Goetes Grab-Schruch.
01:32:57: von ihm Hab' ich sofort auswendig gelernt.
01:33:00: Was für ein herrliches Schlusswort.
01:33:05: Was bedeutet dir der Film Die Legende von Paul und Paula?
01:33:08: Schreib's mir hier in die Kommentare oder auf Facebook, Instagram.
01:33:13: Und vergesst nicht meinen Kanal dort zu abonnieren wo ihr die Folgen
01:33:17: hört!
01:33:19: Bis zum nächsten Mal.
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